"Habe die besten Voraussetzungen": Philipp Öttl will in der Moto2 angreifen

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Autor:
Co-Autor: Maria Reyer
15.02.2019, 09:32

Philipp Öttl steht in der Moto2 vor einem neuen Karriereabschnitt - Wie sich der Deutsche darauf vorbereitet und welches Fazit er nach sechs Jahren Moto3 zieht

Nach sechs Jahren Moto3 steigt Philipp Öttl in die Moto2-Klasse auf. Im Tech-3-Team von Herve Poncharal sitzt der Deutsche 2019 auf einer KTM. "Mit diesem Team und diesem Motorrad habe ich die besten Voraussetzungen, um gute Leistungen zu bringen", ist der 22-Jährige im Gespräch mit 'Motorsport.com' überzeugt. "Es hat sich für mich alles verändert. Das Team ist neu, es wird ganz anders gearbeitet und ich muss mich erst an die neuen Leute gewöhnen. Sie sind alle sehr offen, haben mich herzlich empfangen und ich glaube, wir können gut zusammenarbeiten."

Der Zeitpunkt für den Klassenwechsel ist ideal, denn in der mittleren Klasse beginnt 2019 eine neue Zeitrechnung. Es gibt den neuen Dreizylinder-Einheitsmotor von Triumph und dazu neue Elektronik von Magneti Marelli. "Das ganze Motorrad hat sich verändert, es ist etwas schmäler und handlicher", sagt Öttl. "Es gibt etwas mehr Leistung. Am Motor hängt sehr viel und auch an der Elektronik kann man viel einstellen. Jetzt bei den Tests müssen wir eine gute Richtung finden. Das Lernen steht momentan im Vordergrund."

Öttl: "Nicht alles in der Moto3 erreicht"

Als Öttl 2013 seine erste komplette Moto3-Saison fuhr, wurde Maverick Vinales vor Alex Rins Weltmeister. Auch Jonas Folger, Miguel Oliveira und Jack Miller zählten damals zum Spitzenfeld. Alle diese Fahrer haben es schon in die Königsklasse geschafft. Im Gegensatz dazu waren die bisherigen Erfolge von Öttl überschaubar. Er eroberte in der kleinsten Klasse einen dritten und einen zweiten Platz sowie einen Sieg. Dazu kam ein Start von der Pole-Position und zwei schnellste Rennrunden.

"In der Moto3 habe ich nicht alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe", sagt Öttl offen. "Nach dem Sieg in Jerez sind viele Sachen passiert, die man anders hätte machen können. Es kam viel zu viel zusammen, die man nicht in zehn Minuten besprechen kann. Ich wäre sicher gerne mit einem besseren Ergebnis aufgestiegen. Abgesehen vom Weltmeistertitel habe ich in der Moto3 alles gemacht - Pole-Position, Sieg, schnellste Rennrunden."

Philipp Öttl

Der Sieg in Jerez 2018 ist bisher Philipp Öttls größter Erfolg

Deswegen glaubt der 22-Jährige, dass sein Klassenwechsel auch gerechtfertigt ist: "Der Zeitpunkt für den Aufstieg ist schon richtig. Es wäre in der Moto3 aber sicher mehr möglich gewesen. Nach dem Sieg war die Gesamtsituation nicht mehr optimal." Mit der Moto2 startet für Öttl ein neuer, wichtiger Abschnitt in seiner Karriere. Nun muss er Resultate liefern. "Man muss abwarten. Für den Anfang wäre es gut, wenn ich konstant in die Punkte fahren kann. Die Moto2 ist keine einfache Klasse, wir müssen mal schauen."

Im vergangenen November absolvierte Öttl in Spanien die ersten Testfahrten. Da das Wetter im Herbst allerdings wechselhaft war, konnten wenig Rückschlüsse gezogen werden. "Man braucht ein paar konstante Tage, damit man sich richtig einschießen kann", so Öttl. Es ging in erster Linie darum, ein Gefühl für das stärkere Motorrad aufzubauen und das Tech-3-Team kennenzulernen. Für ihn arbeiten fünf Leute, dazu kommen Ingenieure von KTM und WP.

Mehr Motorrad im Winter gefahren

Den Winter verbrachte Öttl damit, sich für die neue Klasse vorzubereiten: "Eigentlich wollte ich ein Schlüsselbein operieren lassen, weil ich noch eine Platte drinnen habe, aber das habe ich dann nicht gemacht, weil ich keine Zeit hatte. Es stört mich jetzt nicht. Das war sicher die wichtigste Entscheidung, weil ich zwei, drei Wochen mehr trainieren konnte. Für die Moto2 muss man etwas mehr Muskeln aufbauen. Das Training haben wir ein wenig umgestellt."

Philipp Öttl

Philipp Öttl beim Test in Jerez im vergangenen November

"Ich bin auch mehr Motorrad gefahren als in den Jahren zuvor. Es geht darum, dass man den Körper weiter nach innen bringt, damit man mit der Gewichtsverlagerung das Motorrad besser umlenken kann und Grip hat. Daran muss man sich gewöhnen, es ist eine andere Position auf dem Bike. Daran habe ich gearbeitet. Es war ein guter Winter", fasst Öttl zusammen. Nun gilt es, bei den kommenden Tests in Jerez und Katar die nächsten Schritte auf der Strecke zu machen.

Mit Marco Bezzecchi hat Öttl einen starken Teamkollegen. Wie läuft es mit dem Italiener? "Ich kenne Marco schon länger. Wir passen gut zusammen und müssen zusammenarbeiten, dann können wir etwas Gutes herausholen. Die Daten waren bisher nicht so aussagekräftig, aber wir haben uns über den Fahrstil und so weiter unterhalten. Momentan ist das Konkurrenzdenken nicht so groß, aber wenn zwei um den WM-Titel fahren, dann wird es natürlich schwieriger. Aber dorthin müssen wir erst kommen. Es würde uns jetzt nichts bringen, wenn wir uns gegenseitig bekämpfen würden."

Mit Bildmaterial von KTM.

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Rennserie Moto2
Autor Gerald Dirnbeck
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