KTM-Logos auf Kalex-Motorrad: Was es damit auf sich hat

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KTM-Logos auf Kalex-Motorrad: Was es damit auf sich hat
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22.03.2020, 09:02

Auf den Kalex-Motorrädern von Aki Ajo ist weiterhin prominent der KTM-Schriftzug zu sehen - Wieso das möglich ist und warum Kalex nichts dagegen hat

KTM ist in der Moto2-Saison 2020 nicht mehr mit einem eigenen Chassis vertreten. In den vergangenen Jahren baute man ein Stahl-Chassis für die Einheitsmotoren von Honda beziehungsweise Triumph. Trotzdem hat das Team von Aki Ajo weiterhin enge Verbindungen zu KTM, was auch optisch deutlich wird.

Die beiden Motorräder von Jorge Martin und Tetsuta Nagashima sind farblich weiterhin im orangen KTM-Design mit Hauptsponsor Red Bull gehalten. Dazu prangt auf der Seitenverkleidung groß der Schriftzug KTM, obwohl beim Motorrad technisch nichts aus Munderfing in Oberösterreich stammt.

Als Einheitsmotor fungiert wie bei allen Bikes im Moto2-Feld der Dreizylinder von Triumph. Beim Chassis setzt das Ajo-Team auf Kalex. Und auch bei den Dämpfern kommt Öhlins zum Einsatz und nicht wie bisher WP. Deshalb gab es beim ersten Rennen in Katar einige Fragen, warum das KTM-Logo dennoch so prominent zu sehen ist.

KTM tritt als Sponsor auf

Wie steht Kalex zu den KTM-Logos? "Das ist ein Sponsor", sagt Alex Baumgärtel gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Ich kann mich auch nicht beim Team Idemitsu einmischen und sagen, bitte macht Idemitsu kleiner." Idemitsu ist ein japanisches Erdöl- und Energieunternehmen und sponsert das Honda-Team-Asia sowie Takaaki Nakagami in der MotoGP.

Tetsuta Nagashima

Tetsuta Nagashima hat das Auftaktrennen in Katar gewonnen

Foto: Motorsport Images

"Wir haben mit unseren Teams nur die Vereinbarung, dass auf dem Tank das Kalex-Logo angebracht sein muss. Das wird bei allen eingehalten", erläutert Baumgärtel weiter. "Auf der anderen Seite sind das Sponsor- oder Marketing-Instrumente, auf die wir keinen Einfluss nehmen." Deshalb ist es für Kalex irrelevant, welche sonstigen Logos auf den Bikes zu sehen sind.

Wenn sich theoretisch Yamaha zu einem Moto2-Team entschließen und auf das Kalex-Chassis prominent den Yamaha-Schriftzug platzieren würde, dann wäre das laut Baumgärtel kein Problem: "Solange in der Herstellerwertung Kalex steht und nicht Yamaha, will ich darauf keinen Einfluss nehmen."

Pit Beirer: "Immer respektabler Umgang mit Kalex"

Auch KTM-Motorsportchef Pit Beirer bestätigt auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com', dass KTM beim Ajo-Team als Sponsor auftritt: "Grundsätzlich ist es so, dass ein Team Einnahmen braucht. Und wenn wir ein Team haben, dass zu 100 Prozent von uns finanziert wird, dann erlauben wir es uns auch, unseren Namen draufzuschreiben."

"Kalex war immer Freund des Hauses. Zum Teil waren wir Partner, zum Teil auch Gegner. Wir haben auch schon zusammengearbeitet", erinnert Beirer an die Kalex-KTM in den ersten Jahren der Moto3-Klasse. "Es war immer ein sehr respektabler Umgang. Wir machen die Moto2 nicht, um dem Alex wehzutun, indem wir KTM auf eine Kalex schreiben."

Jonas Folger

In der Moto3-Klasse gab es eine Kalex-KTM (Foto: Jonas Folger 2012)

Foto: Aspar

"Wir wollen aber unser Projekt nicht verändern, dass uns so am Herzen liegt. Wir fördern den Nachwuchs. Es ist ein Projekt, dass zu unserem MotoGP-Programm dazugehört", betont Beirer. Denn nachdem sich KTM aus der Moto2-Klasse zurückgezogen hat, würde ein Loch in der Nachwuchsförderung, die mit dem Rookies-Cup beginnt, klaffen.

"Wenn sich Fahrer in der Moto2 zu Spitzenfahrern entwickeln, dann sind das die zukünftigen MotoGP-Fahrer. Und wir wollen Fahrer bei uns unter Vertrag haben und bei Aki Ajo in unserem Team haben. Wir arbeiten mit Aki schon so lange zusammen, dass es fast wie unser Team ist", so Beirer. Deshalb ist auch klar, dass das Design an das MotoGP-Team angepasst ist.

Mit den Farben erkennt man auf den ersten Blick, dass es ein KTM-Projekt ist. "Wir stehen auch dazu, dass wir dieses Motorrad nicht gebaut haben", hält Beirer fest. "Das steht auch auf der Ergebnisliste. Ich glaube, Alex kann das ganz gut ertragen und wir auch, dass wir hier ein gemeinsames Projekt haben."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Moto2
Autor Gerald Dirnbeck