Moto2 Argentinien: Baldassarri siegt erneut, Schrötter nach Kollision Sechster

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Moto2 Argentinien: Baldassarri siegt erneut, Schrötter nach Kollision Sechster
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31.03.2019, 17:12

Kalex-Pilot Lorenzo Baldassarri feiert in Argentinien einen Back-to-back-Sieg vor Gardner und Marquez - Schrötter fällt nach Kollision auf Platz sechs zurück

Lorenzo Baldassarri hat nach seinem Sieg beim Saisonauftakt in Katar auch den Großen Preis von Argentinien gewonnen. Mit einem Vorsprung von 1,244 Sekunden kam der Kalex-Pilot vor Markenkollege Remy Gardner ins Ziel, der damit sein erstes Podium in der Moto2 feierte. Alex Marquez komplettierte als Dritter die von Kalex dominierte Top 3 in Termas. Beste KTM wurde Iker Lecuona auf Rang vier.

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"Schönes Rennen. Manchmal ging es recht aggressiv zu, aber so ist es nun mal", resümierte Baldassari nach seinem Sieg. "Im ersten Sektor verlor ich regelmäßig etwas Zeit. Deshalb versuchte ich, die Zeit in den anderen Sektoren wieder gutzumachen. Dieser Sieg ist für mich und für das Team sehr wichtig." Mit 50 Zählern führt Italiener die WM-Wertung nun klar an, nachdem er zweimal voll punkten konnte.

Gardner, der in Katar noch knapp am Podium vorbeigeschrammt war, zeigte sich erleichtert, dass es diesmal endlich geklappt hat: "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig dieses Rennen war! Ich hätte es gewinnen können, aber es hat nicht ganz gereicht. Nachdem ich in Katar um 0,2 Sekunden gegen Schrötter (um P3, Anm. d R.) verloren habe, sagte ich mir, nicht schon wieder! Ich habe nie aufgegeben."

Drama vor dem Start für Pole-Setter Vierge

Marquez gab sich mit Platz drei zufrieden, erwartet aber im weiteren Verlauf der Saison mehr von sich. "Das hat Spaß gemacht. Glückwunsch an Lorenzo und Remy", gratulierte er der Konkurrenz und gab zu: "Sie waren heute einfach schneller. Wenn wir aber so weitermachen, dann kommt noch einiges." Eigentlich hatte man für das Podium in diesmal eher seinen Teamkollegen Xavi Vierge auf dem Zettel.

Doch bereits vor dem Start spielten sich für ihn auf der Strecke dramatische Szenen ab. Der Pole-Setter schien in der Aufwärmrunde ein mechanisches Problem an seiner Kalex zu haben und musste diese am Streckenrand parken, statt in die Startaufstellung zu fahren. Die Pole-Position blieb frei und das Moto2-Feld ging ohne Vierge auf die 23 Runden des Rennens, das IntactGP-Pilot Schrötter nach der ersten Kurve anführte.

 

Sam Lowes hatte sich verbremst und fiel auf Rang sechs zurück, während Marquez, Gardener und Baldassarri die Verfolgung aufnahmen. Für Stefano Manzi war das Rennen schon kurz nach dem Start zu Ende. Mit seiner MV Agusta stürzte er in Kurve 1 und musste aufgeben. An der Spitze übernahm indes Gardner die Führung und sich sofort einen kleinen Vorsprung gegenüber Schrötter und Marquez auf zwei und drei heraus.

Enge Duelle in der Führungsgruppe

Dahinter hielt Baldassarri den Anschluss, während die Verfolgergruppe mit Lecuona an der Spitze bereits mehr als eine Sekunde fehlte. Diese dezimierte sich schlagartig, als in Runde fünf Tom Lüthi und auch Lowes unabhängig voneinander in Kurve 7 zu Boden gingen und das Rennen aufgeben mussten. Die Spitzengruppe hatte sich in der Zwischenzeit wieder näher zusammengeschoben und den Vorsprung nach hinten ausgebaut.

In Runde acht knöpfte sich Marquez auf Rang drei liegend Schrötter vor und überholte den Deutschen, um wenig später auch Gardner unter Druck zu setzen. Dieser konnte die Führung zunächst behalten, doch Marquez ließ nicht locker und versuchte es aus dem Windschatten heraus erneut. Danach wechselte die Spitze gleich mehrfach, Marquez und Gardner lieferten sich einen engen Zweikampf.

Damit brachten sich beide aus ihrem Rhythmus, was Schrötter auszunutzen wusste, der an Marquez vorbeiging und sich Rang zwei zurückholte, um kurz darauf auch die Führung zu attackieren. Wieder an der Spitze gelang es dem Deutschen zwar nicht wegzufahren, weil sich dahinter aber Marquez und Gardner weiter duellierten, behielt Schrötter die Führung. Baldassarri, immer noch auf Rang vier, mischte sich zunächst nicht ein.  

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Update: Nach dem Rennen haben die Rennkommissare noch eine Strafe gegen Binder ausgesprochen, weil er zu aggressive Manöver gefahren ist. Er wird um einen Platz zurückversetzt. Somit ist Schrötter Fünfter und Binder Sechster.

Baldassarri attackiert und fährt davon

Er bekam von hinten Besuch durch Brad Binder, der die Lücke zur Vierergruppe an der Spitze zehn Runden vor Rennende auf eine halbe Sekunde reduziert hatte. Baldassarri reagierte und ließ zuerst Marquez hinter sich. Dann nahm er sich Schrötter vor, der die Führung indes wieder an Gardner verloren hatte. In der Folge büßte Marquez weiter an Boden ein, es schien auf einen Dreikampf um den Sieg hinauszulaufen.

Marcel Schrötter kämpfte lange an der Spitze mit, fiel dann aber zurück

Marcel Schrötter kämpfte lange an der Spitze mit, fiel dann aber zurück

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Mit noch drei Runden auf der Uhr startete Baldassarri schließlich eine Attacke auf Gardner, der einen weiten Boden fahren musste und auf Rang drei hinter Schrötter zurückfiel. Das verschaffte Baldassarri einen Puffer, der er schnell auf über eine Sekunde ausbauen konnte - auch weil sich die Verfolger dahinter packende Zweikämpfe lieferten und dabei Zeit verloren. Besonders hart traf es ausgerechnet Schrötter.

Der IntactGP-Pilot fiel nach einer Berührung mit Binder weiter zurück und musste die Hoffnungen auf einen Podestplatz aufgeben. Die Plätze zwei und drei brachten Gardner und Marquez sicher nach Hause, während Baldassarri souverän zum Sieg fuhr. Lecuona kam als Vierter vor Binder ins Ziel. Für Schrötter blieb nur der enttäuschende sechste Rang vor Luca Marini und Jorge Navarro, der auf Platz neun beste Speed Up wurde.

Öttl und Tulovic auf den Plätzen 18 und 19

Die Top 10 komplettierte Moto2-Rookie Somkiat Chantra (Kalex), der damit sein bis dato bestes Ergebnis einfuhr. Den letzten WM-Punkt sicherte sich der Schweizer Jesko Raffin, hinter seinem NTS-Kollegen Bo Bendsneyder. Die beiden Deutschen Philipp Öttl und Lukas Tulovic (beide KTM) beendeten das Rennen auf den Plätzen 18 beziehungsweise 19 und konnten sich damit im Vergleich zu den Trainings deutlich steigern.

MV-Agusta-Pilot Dominique Aegerter kam in Argentinien nicht über Rang 20 hinaus. Insgesamt acht Piloten schafften es nichts ins Ziel, darunter auch Nicolo Bulega (Kalex) und Fabio DiGiannantonio (Speed Up), die im Verlauf des Rennens mit technischen Problemen an die Box fuhren. Moto2-Rookie Jorge Martin (KTM) und Simone Corsi (Kalex) waren aufgrund von Stürzen ausgeschieden.

Mit Bildmaterial von LAT.

 

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Subevent Rennen
Autor Juliane Ziegengeist
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