Tech-3-Teamchef erklärt: Was Johann Zarco auszeichnet

Johann Zarco war eine der größten Überraschungen der MotoGP-Saison 2017. Was den Franzosen von anderen Piloten unterscheidet, erklärt Herve Poncharal

Neben dem über sich hinaus gewachsenen Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso zählte Johann Zarco mit seinen Leistungen auf der Tech-3-Yamaha zu den größten Überraschungen der MotoGP-Saison 2017. Bevor der Franzose im März beim Grand Prix von Katar in seine Rookie-Saison in der Königsklasse startete, hatten es ihm die wenigsten zugetraut, dass er auf der Kunden-Yamaha derart überzeugen würde, wie er im gesamten Saisonverlauf tatsächlich getan hat.

Mit 17 Zielankünften, darunter drei Podestplätzen, bei 18 Rennen schloss Zarco sein Debütjahr in der MotoGP-Klasse auf Platz sechs der Weltmeisterschaft ab. Mittlerweile gilt der Senkrechtstarter als Geheimfavorit für Rennsiege - und das, obwohl er bei Tech 3 nicht über aktuelles Werksmaterial verfügt.

Was aber macht Zarco, der in den Jahren 2015 und 2016 Moto2-Champion wurde, so gut? "Talent ist natürlich die Grundvoraussetzung, aber das allein genügt nicht", bemerkt Tech-3-Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit 'Motorsport.com'

Harter Arbeiter und clevere Einstellung

So beginnt Poncharal, ausführlich über Zarco zu erzählen: "Man braucht die richtige Arbeitseinstellung. Man muss arbeiten, arbeiten, arbeiten und man muss vor allem clever genug sein, seine Arbeit zu analysieren. Es geht darum, die eigenen Schwächen zu verstehen und zu verbessern. Was diesen Aspekt betrifft, habe ich noch nie jemanden wie Johann gesehen und ich habe in meinem Leben schon mit sehr vielen Piloten zusammengearbeitet."

Und so beschreibt Poncharal Zarco als "den härtesten Arbeiter, den ich je getroffen habe" und stellt heraus: "Ich finde, er setzt damit ein Beispiel für junge Fahrer, dass Talent allein eben nicht ausreicht und es nichts bringt, sich ständig über das Bike oder das Team oder das Fahrwerk oder die Bremsen zu beschweren. Johann hat sich in dieser Saison nie über das Bike beschwert, denn das wäre einfach. Stattdessen arbeitet er so hart wie kein anderer und verschließt nicht die Augen vor der Wahrheit."

Noch etwas zeichnet Zarco laut Poncharal aus: "Er ist sehr mutig." Von Übermut will der Tech-3-Teamchef aber nicht sprechen. "Er redet nicht viel, aber er hat große Ambitionen. Diese behält er für sich, denn er weiß genau, was er will. Und er tut alles, um seinen Traum zu erreichen. Darauf kommt es an", betont Poncharal und ist froh, dass Zarco auch in der MotoGP-Saison 2018 für Tech 3 an den Start gehen wird.

Sollte der Franzose in eben dieser Saison 2018 tatsächlich seinen ersten MotoGP-Sieg einfahren, wäre es angesichts seiner Leistungen aus der Rookie-Saison keine Überraschung mehr.

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