Aero-Entwicklung in der MotoGP: "Das sind doch Winglets?!"

Mit den anstehenden MotoGP-Tests beginnt auch wieder das Aero-Kräftemessen - Technikdirektor Danny Aldridge erklärt Fluch und Segen der Entwicklung

Mit dem Verbot der Winglets erlebte die MotoGP in der vergangenen Saison nicht etwa einen Rückgang aerodynamischer Entwicklungsarbeit, sondern das Gegenteil. Alle Teams tüftelten an individuellen Lösungen für den Wegfall der Flügel. Schließlich fanden sich an nahezu allen Bikes im Laufe des Saison dann doch Winglets, nur dass diese in Form innenliegender Flügel als direkter Teil der Verkleidung getarnt waren.

Trotzdem waren die Bauteile an einigen Motorrädern so deutlich wie sichtbar wie ihre Vorgänger. Man erinnere sich nur an die "Hammerhai"-Verkleidung von Ducati, die man zwar verwarf, deren Nachfolgemodell aber nicht minder radikal ausfiel. Für 2018 geht diese Entwicklung weiter. Beim ersten Test der Wintersaison nach dem Saisonfinale in Valencia sorgte etwa Yamaha mit einer Neuentwicklung für Aufsehen.

Ob diese in ihrer damaligen Ausführung regelkonform ist, daran hegte vor allem die Konkurrenz Zweifel. Das letzte Wort in Sachen erlaubte und unerlaubte Aero-Lösungen hat auf in diesem Jahr MotoGP-Technikdirektor Danny Aldridge. Im Gespräch mit 'Crash.net' hält er fest: "Die Regeln und Richtlinien bleiben genau gleich. Insofern denke ich, dass wir sehen werden, wie sich die Verkleidungen alle in eine ähnliche Designrichtung entwickeln."

Aldridge zeigt Verständnis dafür, dass viele das Winglet-Verbot angesichts der neuen Flügel für überflüssig halten. "Es ist schwierig, das zu regulieren, und ich verstehe es, wenn Leute sagen, dass das doch Winglets sind", räumt der Technikchef ein. "Aber wir haben versucht, den Ingenieuren eine gewisse Freiheit bei ihrer Arbeit einzuräumen. Mit den neuen Verkleidungsdesigns gibt es definitiv Vor- und Nachteile. Man ist damit nicht einfach schneller."

In diesem Zusammenhang verweist Aldridge etwa auf Topspeed-Werte, die insbesondere auf bestimmten Strecken merklich unter den Aero-Verkleidung leiden. So sei Jorge Lorenzo, der die Ducati-Lösung häufiger nutzte als sein Teamkollege Andrea Dovizioso, auf Phillip Island gemessen am Topspeed einer der langsamsten Fahrer gewesen. Dort erwies sich die Verkleidung als Nachteil, weshalb die meisten Piloten darauf verzichteten.

Bei den folgenden MotoGP-Tests in Sepang, Buriram und Katar haben die Teams die Möglichkeit, ihre Weiterentwicklungen auf die Probe zu stellen. Am Rennwochenende zum Einsatz kommen dürfen sie aber erst nach der technischen Abnahme durch Aldridge. Der Brite steht den Teams bereits während der Tests beratend zur Seite. Neben der Verkleidung zum Saisonstart darf im Laufe der Saison pro Fahrer in der Regel ein Update erfolgen.

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Artikelsorte News
Tags aerodynamik, ducati, motogp 2018, réglement, verkleidung, yamaha