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MotoGP-Aeroregeln 2019: "Check-Box" soll Chassis überprüfen

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MotoGP-Aeroregeln 2019: "Check-Box" soll Chassis überprüfen
Autor:
Co-Autor: Jamie Klein
31.08.2018, 15:07

MotoGP-Technikchef Danny Aldridge erklärt das Aero-Reglement für 2019 - Hersteller sind gespalten, Mehrheit begrüßt klare Beschränkungen

Die MotoGP wird 2019 striktere Aerodynamik-Regularien einführen. Mit Hilfe einer "Check-Box" soll die Legalität der neuen Chassis getestet werden. MotoGP-Technikdirektor Danny Aldridge hat die exakten Veränderungen nun spezifiziert. Die Meinung der Hersteller dazu fällt gespalten aus.

Die Weltmeisterschaft hat bereits im Juli die neuen Regeln zu den aerodynamischen Verkleidungen ab 2019 veröffentlicht. Dabei besonders auffallend: Das Verbot von abnehmbaren Teilen am Chassis, die auf manchen Strecken passend zu den aerodynamischen Anforderungen verwendet werden. Bekannt wurde außerdem, dass Verkleidungen neuen Beschränkungen in ihrer Größe unterliegen werden.

Nun hat MotoGP-Technikdirektor Aldridge die exakten Veränderungen erklärt. Ein Metall-Gestell wird in Zukunft für Überprüfungen von Verkleidungen verwendet werden. "Wir haben die Aero in der Größe zu einem gewissen Grad beschränkt. Zuvor waren es 600 Millimeter vom höchsten bis zum tiefsten Punkt, jetzt haben wir neue Dimensionen, in die das Bike passen muss", erklärt er.

Einfache Formel: Passt das Bike in die Box, ist es legal

"Der Bereich oben wird weiterhin bei 600 Millimeter liegen. Der niedrigere Bereich, unter 550 Millimeter vom Boden weg, wird 550 Millimeter breit sein, oberhalb von 550 Millimeter wird es 600 Millimeter breit sein. Diese Abmessungen werden wir mit einer 'Check-Box' messen. Wir werden uns ansehen, ob das Bike innerhalb dieser Struktur Platz hat. Die Box hält sich genau an die Parameter der Regularien", so Aldridge.

Yamaha Factory Racing fairing

Yamaha Factory Racing fairing

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Wenn das Bike in die Box passt, dann ist es regelkonform. Sollte es nicht passen, dann ist es illegal - lautet die einfache Formel. Aldridge ist der Ansicht, dass nicht alle aktuellen Chassis den Ansprüchen gerecht werden würden. Welche Hersteller sich erst im Winter umstellen müssen, lässt er allerdings offen. Nicht neu ist die Tatsache, dass sich die MotoGP-Hersteller auf eine Evolution ihres Chassis festlegen müssen. Einziger Unterschied: "Die Verkleidung definiert sich durch zwei Teile: das Hauptchassis und der Vorderkotflügel. Sie haben die Möglichkeit diese beiden Teile unabhängig voneinander zu erneuern."

Gegenüber 'MotoGP.com' fügt er noch hinzu: "Der große Unterschied ist, dass die Hersteller derzeit einzelne Teile der Verkleidung noch abmontieren können. Ein Fahrer kann im ersten Training mit den zusätzlichen Teilen fahren, im zweiten ohne. Das wird nicht mehr erlaubt werden. Einfach gesagt, muss die Aero-Partie, die ein Hersteller zu Saisonbeginn homologiert, für die Saison auch so bleiben. Sie können nur einmal im Jahr auf eine andere Version upgraden. Aber auch die muss dann für die restliche Saison gleich bleiben. Sie können nicht einfach Teile davon weglassen, das ist verboten."

Hersteller wünschen sich Stabilität und niedrige Kosten

Die Hersteller sind geteilter Meinung, wenn es um die Aerodynamik in der MotoGP geht. Ducati, jenes Werk, das in diesem Bereich des Bikes mit am meisten experimentiert hat, kann die Diskussion gar nicht mehr hören. Gigi Dall'Igna meint: "Ehrlich gesagt haben wir schon sehr viel über die Aerodynamik gesprochen. Das hat es früher gar nicht gegeben. Außerdem haben wir die Regeln zu oft geändert. Die Stabilität der Regularien ist ein Muss. Seit 2016 hat es ständig Änderungen gegeben." Shinichi Sahara, Projektleiter bei Suzuki, stimmt zu: "Die Regeln der Aerodynamik für das kommende Jahr sind okay für uns. Wie Herr Dall'Igna bereits gesagt hat, brauchen wir mehr Stabilität im Reglement."

Kouji Tsuya, Projektleiter bei Yamaha, fügt hinzu: "Was auffällt ist, dass die Verkleidungen sehr unterschiedlich ausfallen, manche sind sehr aggressiv, manche sehr simpel. Im kommenden Jahr wird die Form sehr viel einheitlicher sein." Sebastian Risse, Technischer Direktor bei KTM, stellt sich vor: "Wenn man uns Fotos von den aktuellen Bikes gezeigt hätte, als die derzeitigen Regularien eingeführt wurden - dann hätten wir alle zu mindestens 80 Prozent gesagt, dass das nicht innerhalb der Regeln ist. Ist es aber, der Interpretationsspielraum ist relativ groß."

Ducati Team, bike fairing detail

Ducati Team, bike fairing detail

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Durch die neue Check-Box soll dieser Spielraum verkleinert werden. "Damit wir in der Entwicklung sichergehen können, ob etwas korrekt ist oder nicht. Wir sind froh, in welche Richtung sich die Regeln entwickeln", so der Deutsche. Dieses Anliegen hat auch Honda. HRC-Technikchef Takeo Yokoyama dazu: "Wenn etwas stark aus der Verkleidung hervorsteht, dann kann es für andere Fahrer bei Kontakt oder einem Sturz gefährlich werden. Deswegen haben wir für nächstes Jahr den Spielraum für die Verkleidung verkleinert. Was innerhalb der äußeren Oberfläche passiert, ist uns egal. Wichtig ist nur, was auf der äußeren Oberfläche passiert. Da geht es auch um die Sicherheit."

 Bei diesem Thema hakt auch Aprilia-Boss Romano Albesiano ein. "Wir sehen die Aerodynamik als eine positive Vorrichtung für Sicherheit auf dem Motorrad an. Ich weiß, dass andere Hersteller eine andere Meinung haben, aber das ist unsere Meinung. Wir sehen die Entwicklung bis zu jenem Punkt positiv, wo das Risiko für eine Kostenexplosion entsteht. Das könnte passieren, wenn es keine Einschränkungen gibt." Daher ist auch er froh, dass im nächsten Jahr alles viel stärker beschränkt sein wird.

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Rennserie MotoGP
Autor Maria Reyer