Alberto Puig: MotoGP hat Corona-Krise besser gehandhabt als die Formel 1

Der Honda-Teamchef lobt das konsequente Handeln von Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta - Man war entschlossener als es die Formel 1 in Melbourne getan hat

Alberto Puig: MotoGP hat Corona-Krise besser gehandhabt als die Formel 1

Honda-Teamchef Alberto Puig ist der Meinung, dass MotoGP-Promoter Dorna Sport die Situation zu Beginn der Corona-Krise besser gehandhabt hat als Liberty Media mit der Formel 1. Als in der ersten März-Woche die Einreisebestimmungen nach Katar vor allem für Italiener verschärft wurden, sagte Dorna Sport das Rennen der Königsklasse ersatzlos ab.

Eine Woche später stand der Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne auf dem Programm. Alle Teams reisten nach Australien. Obwohl die ersten Personen im Fahrerlager positiv auf das Coronavirus getestet wurden, gab es eine stundenlange Hängepartie. Findet das Rennen statt, wird es abgesagt? Schließlich rang man sich zur Absage durch.

"Ich denke, wir müssen sehr stolz auf den Veranstalter unserer Weltmeisterschaft sein", sagt Puig gegenüber 'Motorsport.com'. "Dorna ist die Dinge mit dem Kopf angegangen, Schritt für Schritt. Sie haben immer auf die Meinungen der Gesundheitsexperten gehört." Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta gab in der ersten Phase auch Pressekonferenzen und führte Interviews, um zu informieren.

Bei der Formel 1 hüllte man sich beim Melbourne-Wochenende lange in den Mantel des Schweigens und sprach die Corona-Situation bei den ersten Pressekonferenzen gar nicht an. Anschließend wollte man ohne Publikum in Bahrain fahren und dann sogar in Vietnam, obwohl kaum jemand mehr daran geglaubt hat.

Soweit kam es dann schließlich doch nicht mehr. Derzeit ist komplett ungewiss, wann die MotoGP und die Formel 1 die ersten Rennen 2020 fahren werden können. Die Motorrad-WM hat auch den Grand Prix von Spanien in Jerez Anfang Mai abgesagt. Mittlerweile wird auch darauf verzichtet, mehrmals pro Woche neue Kalenderentwürfe auszuschicken.

Laut Puig bewertet man seit der Katar-Absage die Situation: "Was wir tun können und was wir nicht tun können. Es ist sehr interessant, wie alle geschützt werden, die in unserer Weltmeisterschaft arbeiten. Wenn wir das mit der Formel 1 vergleichen, mit dem Fußball oder dem Olympischen Komitee, dann haben diese Veranstalter sehr unschlüssig gehandelt."

"Die Dorna hat getan, was getan werden musste. Vom ersten Moment an waren wir uns der Größe des Problems bewusst. Dafür muss man klare Ideen haben und intelligent sein. Carmelo Ezpeleta ist das", hält der ehemalige Rennfahrer fest. Puig ist übrigens der Cousin von Ex-Formel-1-Pilot Pedro de la Rosa. Allerdings hat Puig nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich nicht sonderlich für die Formel 1 interessiert.

Mit Bildmaterial von LAT.

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