Aleix Espargaro kämpft mit stumpfen Waffen: "Ich benötige Hilfe von Aprilia"

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Aleix Espargaro kämpft mit stumpfen Waffen: "Ich benötige Hilfe von Aprilia"
Autor:
Co-Autor: Lena Hemery
20.05.2019, 12:11

Aprilia fährt in Le Mans hinterher und wird von KTM vorgeführt: Aleix Espargaro beklagt die fehlende Entwicklung - Andrea Iannone gibt das Rennen vorzeitig auf

Das Aprilia-Gresini-Team hatte beim Frankreich-Grand-Prix in Le Mans wenig Grund zur Freude. Aleix Espargaro kam als Zwölfter mit 29,5 Sekunden Rückstand ins Ziel. Teamkollege Andrea Iannone stellte seine Maschine nach acht Runden auf Position 17 liegend ab. Die Schmerzen waren zu groß.

Nach dem Rennen wirkte Espargaro verärgert. "Es ist immer gut, ein paar Punkte zu sammeln, doch unser Tempo war sehr langsam, unglaublich langsam. Wir waren überhaupt nicht konkurrenzfähig. Ich gab von Anfang bis zum Ende mein Bestes, doch wir hatten keinen Grip", berichtet der Spanier.

"Es war unmöglich, den anderen Fahrern zu folgen, mit ihnen mitzuhalten und ein ordentliches Tempo zu fahren. Es scheint, als hätten sich alle verbessert", grübelt Espargaro und verweist auf den KTM-Erfolg durch Bruder Pol: "Mein Bruder zeigte eine sehr gute Leistung und wurde Sechster. Die anderen KTMs waren am Ende des Rennens nah an mir dran."

"Ich beklage seit Saisonbeginn, dass uns in der ersten Beschleunigungsphase Grip fehlt. Es fühlt sich an, als hätte der Hinterreifen keine Traktion. Es ist wirklich schwierig, besonders auf solchen Kursen mit einer Stop-&-Go-Charakteristik, auf denen man wirklich Haftung braucht", erklärt Espargaro.

"Wir müssen einen Schritt nach vorne machen. Unsere Gegner haben sich und ihre Maschinen stark verbessert. Bei uns ist das nicht der Fall", schimpft Espargaro. "Es ist alles unverändert seit dem ersten Teil der Saison oder vielleicht sogar seit den Wintertests."

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro wünscht sich eine sanftere Leistungscharakteristik

Foto: LAT

"Ich war im Trockenen und im Nassen schnell, doch es gibt ein Limit. Ich kann nicht schneller fahren. Ich benötige Hilfe von Aprilia", betont Espargaro. "Mein Gefühl sagt mir, dass es vom Motor kommt. Wir brauchen einen weniger spitzen Motor mit mehr Leistung bei niedrigen Drehzahlen."

Da Espargaro in Le Mans nicht konkurrenzfähig war, störte ihn die Strafe nur bedingt: "In den finalen acht bis zehn Runden hatte der Vorderreifen keine Haftung mehr. Es war schwierig, das Motorrad abzubremsen. Ich kam einige Male von der Linie ab und musste einen weiten Bogen fahre", begründet er.

"Ich fuhr eine 1:36er-Runde und war demzufolge drei Sekunden langsamer als sonst. Doch ich bekam trotzdem die Strafe. Regeln sind Regeln. Ich bekam 1,5 Sekunden. Ich denke, es ist besser, die Strafe zu bekommen, anstatt im Gras zu landen", so Espargaro.

Als nächstes Rennen steht das Aprilia-Heimspiel in Mugello auf dem Plan. "Es ist eines der wichtigsten Rennen für das Team, weil es unser Heim-Grand-Prix ist. Ich werde wie immer versuchen, mein Bestes zu geben. Doch wir befinden uns an einem Punkt, an dem es nicht nur um den Fahrer geht. Ich kann nicht mehr ausrichten. Ich bin extrem konzentriert, fahre gut, doch ich kann nicht schneller fahren. Ich benötige etwas Hilfe und hoffe, dass die positive Stimmung beim Aprilia-Heimrennen ein paar zusätzliche Zehntelsekunden bringt", kommentiert Espargaro.

Teamkollege Iannone ist momentan kaum eine Hilfe. In Le Mans kämpfte der Italiener mit den Folgen des Jerez-Sturzes. "Vor dem Rennen trafen wir bereits die Entscheidung, dass es besser ist, nicht zu Ende zu fahren, wenn die Situation schwierig ist, damit es in Mugello besser ist, weil das unser Heimrennen ist", bemerkt er.

"Ich habe Schmerzen im Knöchel. Es war also schwierig, das Rennen zu beenden. Am Freitag hatte ich zu kämpfen, am Samstag ein bisschen mehr und am Sonntag war es richtig schwierig. Wir werden es in Mugello probieren", so Iannone.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie MotoGP
Autor Sebastian Fränzschky
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