Aleix Espargaro: Keine Strafen wegen MotoGP-Bummeln lächerlich

Das Warten wird auch in der MotoGP zum immer größeren Problem, weshalb Fahrer wie Alex Rins und Aleix Espargaro härtere Strafen und ein Umdenken fordern

Aleix Espargaro: Keine Strafen wegen MotoGP-Bummeln lächerlich

Nachdem beim Grand Prix of The Americas im dritten Freien Training und im Qualifying mehrmals gebummelt wurde und einige Fahrer auf andere warteten, um sich an ihr Hinterrad zu hängen, ist die Forderung nach einem härteren Durchgreifen der Rennkommissare in solchen Fällen einmal mehr lauter geworden.

"Das ist inakzeptabel", urteilt Suzuki-Pilot Alex Rins, der im Qualifying vom Verkehr betroffen war. "Wir sind MotoGP-Fahrer, nicht die Moto3. Wir sprechen in jeder Sicherheitskommission darüber und trotzdem ist es jedes Mal dasselbe."

Der Spanier findet, dass in der Königsklasse mittlerweile sogar mehr gewartet werde als in den kleinen Klassen und mahnt: "Wir sind die großen Jungs, wir müssen ein Beispiel für die anderen geben." Doch das Gegenteil sei der Fall.

Rins nimmt Rennleitung in die Pflicht

"Ich habe in Q1 gepusht, dann haben vier oder fünf Fahrer vor mir gewartet", blickt er auf das Qualifying in Austin zurück. "Das hat keinen Sinn und ist so gefährlich. Die Rennleitung, die Rennkommissare müssen etwas unternehmen. So kann es nicht weitergehen." Rins selbst hätte da auch schon eine Idee.

Der Suzuki-Pilot schlägt vor, die Fahrer in der Reihenfolge der Trainingsergebnisse auf die Strecke zu lassen, und zwar im Abstand von jeweils fünf Sekunden. "So können sie sehen, wer die Fahrer sind, die das Gas zudrehen, und sie bestrafen."

Dass es bisher keine Strafen gegeben hat, ärgert auch Aprilia-Kollege Aleix Espargaro. "Es ist lächerlich", schimpft der Spanier, der sich in Q1 zuletzt vor allem mit Alex Marquez von LCR-Honda herumärgerte und am Ende, nach einem selbst verschuldeten Sturz, sogar den nachträglichen Einzug in Q2 verpasste.

Aleix Espargaro: "Ich fahre lieber alleine"

Auf die Frage, worum niemand bestraft wird, erklärt Espargaro: "Sie sagten mir, die Regel lautet, dass wenn sich niemand auf der Rennlinie befindet und niemand auf seiner persönlich schnellsten Runde von hinten kommt, es nicht bestraft werden kann. Alex Marquez hat neben der Strecke gewartet. Und ich war nicht auf meiner fliegenden Runde. Also wird es nicht bestraft. Das ist lächerlich."

Er selbst habe sich für dieses Jahr vorgenommen, immer allein zu fahren und verrät: "Ich bin bisher niemanden gefolgt, obwohl mir das Team zwischendurch dazu geraten hat. Aber ich will alleine fahren, weil ich mich in den Rennen dann umso stärker fühle."

"Und ich denke, die erfahrenen Piloten sollten dasselbe tun", sagt Espargaro weiter. "Wenn die Rookies warten, ist das Teil des Spiels. Sie können nicht anders, aber der Rest schon."

"Ist Teil des Spiels", sagen MotoGP-Kollegen

Etwas entspannter bewertet sein Teamkollege Maverick Vinales die Situation. Auch er habe wegen der Warterei in Austin eine Runde verloren. "Aber ich kann mich nicht beschweren, denn die anderen befanden sich nicht auf der Ideallinie. Es ist Teil des Spiels. Manchmal profitiert man, manchmal verliert man."

"Das Problem im dritten Freien Training war auch, dass wir in drei Runden drei gelbe Flaggen hatten", erinnert Vinales an einige späte Stürze. "Wir waren gar nicht in der Lage, mit dem letzten Reifen eine fliegende Runde zu fahren. Man muss die Rundenzeit also schon vorher setzen. Es ist eine Frage des Timings."

Ähnlich sieht es Honda-Pilot Pol Espargaro. "Es ist Teil des Jobs", betont der Spanier. "Wir sind immer enger beieinander und nur ein Zehntel kann entscheidend sein. Manchmal trifft es dich wie mich in Mandalika mit Alex Marquez und Luca Marini. Und manchmal bist du derjenige, der sich hinten dranhängt." Einen Vorwurf könne man denjenigen aber nicht zwangsläufig machen, findet er.

"Wenn sich die Fahrer an der Spitze, mit den Werksmaschinen, über die Jungs beschweren, die zehn Positionen zurück sind, ist das nicht fair. Aber es ist, wie es ist, manchmal muss man es hinnehmen und daraus seinen Nutzen ziehen", meint Espargaro.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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