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Alex Hofmann: 22 MotoGP-Rennen pro Saison sind zu viel

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Alex Hofmann: 22 MotoGP-Rennen pro Saison sind zu viel
Autor:
Co-Autor: Gerald Dirnbeck
05.01.2020, 09:30

Experte Alex Hofmann kritisiert die Entwicklung des Kalenders und wünscht sich weniger Rennen pro Saison - Der Ex-MotoGP-Pilot befürwortet Streichergebnisse

Die Anzahl der MotoGP-Rennen wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Königsklasse des Motorradsports folgt der Formel 1 und weitet den Kalender in Zukunft auf über 20 Rennen pro Saison aus. ServusTV-Experte Alex Hofmann sieht diese Entwicklung kritisch und macht sich Sorgen um die Leute, die im MotoGP-Paddock arbeiten.

Sind die geplanten 22 Rennen zu viel? "Ganz klares Ja von meiner Seite", bemerkt Hofmann im Video-Jahresrückblick mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich war in Spanien zum letzten MotoGP-Test. Dort habe ich in bleiche Gesichter geschaut. Ich sah Mechaniker mit hängenden Schultern. Es war absolut grenzwertig, zu sehen, wie sie herum marschiert sind."

"Keiner hatte mehr Motivation. Jack Miller hatte Tränen in den Augen, als er das Ticket nach Australien in die Finger gedrückt bekam. Und das war nach einem Jahr mit 19 Grands Prix und Tests", warnt Hofmann. "Es ist ein gefährlicher Sport. Die Fahrer kommen nie ganz ohne Verletzung durch. Das scheint man zu vergessen."

"Ich glaube, dass auch die Fans übersättigt werden, selbst wenn es neue Rennstrecken wie Indonesien geben wird", prophezeit Hofmann. "Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll. Ein Großteil der Mechaniker sind erfahrene Männer, die zwischen 50 und 60 Jahre alt sind."

"Jede Rückreise ist eine Flucht aus dem Fahrerlager, um einen Tag länger bei der Familie zu sein", spricht Hofmann aus eigener Erfahrung. Eine interessante Idee für die Zukunft sind Streichergebnisse, um Stürze, Verletzungspausen oder technische Defekte besser auszugleichen.

"Finde ich super. Streichergebnisse gab es schon immer im Sport", kommentiert Hofmann. "Es gibt kaum einen Hersteller, der technisch 100 Prozent durch das Jahr kommt. Die Motoren sind so am Limit."

"Mit den Rennfahrern ist es genau das gleiche. Wir reden ja nicht nur von selbst verschuldeten Stürzen", bemerkt der ehemalige MotoGP-Pilot. "Es wäre sehr gesund für alle Beteiligten. Am Ende des Jahres hätte man den gleichen Weltmeister, weil es ein Durchschnitt ist. Wahrscheinlich hätte man sogar den faireren Weltmeister."

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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Rennserie MotoGP
Autor Sebastian Fränzschky