Bagnaia: Freude über P3 nach Reifenproblem - Realismus im Titelkampf

Francesco Bagnaia bilanziert sein Austin-Rennen, mit dem er nach P3 "sehr zufrieden" ist - Im WM-Kampf waren andere Rennen ausschlaggebend

Bagnaia: Freude über P3 nach Reifenproblem - Realismus im Titelkampf

Ducati-Pilot Francesco Bagnaia hat den Grand Prix von Amerika in Austin, das viertletzte Rennen der MotoGP-Saison 2021, auf dem dritten Platz beendet. Damit hat er im WM-Kampf gegen Fabio Quartararo, der Zweiter wurde, vier Punkte verloren und weist jetzt 52 Zähler Rückstand auf den Yamaha-Piloten auf.

Angesichts der Umstände zeigt sich Bagnaia mit dem Ergebnis aber zufrieden. Von der Pole gestartet kam "Pecco" nur als Vierter aus der ersten Runde zurück. Anschließend fiel er bis auf die sechste Position zurück. Kurz vor Schluss lag er wieder an vierter Stelle, kam dann aber noch an Jorge Martin vorbei und beendete das Rennen neben Sieger Marc Marquez und WM-Spitzenreiter Quartararo auf dem Podium.

Fotos: GP Amerika in Austin

"Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das Maximum herausgeholt. Fabio und Marc waren heute einfach schneller. Deshalb bin ich happy, denn mehr als das wäre extrem schwierig geworden", sagt Bagnaia nach dem Rennen. Warum aber rutschte er in der Anfangsphase zunächst im Feld ab, bevor er sich wieder bis auf die dritte Position nach vorn kämpfte?

Probleme mit dem Hinterreifen zu Beginn

"Anfangs hatte ich Probleme mit dem Grip am Hinterrad. Mein Hinterreifen war einfach noch nicht bereit. Er war einfach noch nicht auf Temperatur", erinnert sich Bagnaia an die ersten Rennrunden und verrät: "Ich habe mich nach dem Rennen mit Fabio und Marc unterhalten und sie haben mir gesagt, dass sie genau dieses Problem in Misano hatten."

Francesco Bagnaia, Jack Miller

Teamkollege Jack Miller leistete keine Gegenwehr und ließ Bagnaia passieren

Foto: Motorsport Images

Bagnaias Aufholjagd in Austin begann damit, als er bei Halbzeit des 20-Runden-Rennens an Suzuki-Pilot Alex Rins vorbeiging. Der nächste war sein eigener Ducati-Teamkollege Jack Miller. Der war nur von P10 gestartet, in der ersten Rennhälfte aber stark nach vorn gekommen. Dann aber sah Miller ein, dass er die Pace von Marquez, Quartararo und Martin nicht mitgehen konnte.

In der 13. Runde machte Miller Platz, um Bagnaia passieren zu lassen. "Ich glaube, dass Jack das von sich aus entschieden hat", sagt der in der MotoGP-Gesamtwertung besser platzierte der beiden Ducati-Werkspiloten und weiter: "Er hat mich nicht dazu gezwungen, ein aggressives Manöver zu starten, sondern hat mich vorbeigelassen. Vielen Dank an ihn dafür. Das Teamwork mit ihm ist wirklich großartig. Wir helfen uns immer gegenseitig."

Jorge Martin, Francesco Bagnaia

An Jorge Martin kam Bagnaia noch vorbei, bevor dieser bestraft wurde

Foto: Motorsport Images

Nachdem Bagnaia an Miller vorbei war, lag er aber noch nicht direkt auf Kurs zum Podestplatz. Pramac-Ducati-Pilot Jorge Martin fuhr als Dritter direkt vor ihm. Dann aber kürzte der MotoGP-Rookie in Kurve 5 die Strecke ab, wofür er mit einer Long-Lap-Penalty belegt wurde.

"Ich war mir sicher, dass er eine Strafe bekommen würde, denn ich habe es direkt gesehen, wie er in Kurve 5 abgekürzt hat. Deshalb habe ich nicht allzu aggressiv gepusht, um ihn zu überholen", berichtet Bagnaia. Mit einem Ausbremsmanöver in Kurve 12 am Ende der langen Gerade kam er in der drittletzten Runde aber trotzdem noch an Martin vorbei, bevor dieser erst in der letzten Runde seine Long-Lap-Penalty antrat und damit noch den vierten Platz an Rins verlor.

Realismus beim Blick auf den WM-Stand

Zum WM-Stand, in dem er jetzt bei nur noch drei anstehenden Rennen 52 Punkte hinter Tabellenführer Quartararo liegt, meint Bagnaia ganz trocken: "Ja, Fabio hat den Vorsprung ausgebaut, aber das ist okay. Wir wissen, dass wir vor allem auf anderen Strecken Punkte verloren haben. Seit der Sommerpause aber leisten wir richtig gute Arbeit und haben viel gelernt."

"Ich werde sicherlich nicht aufgeben, aber Fabio hat in diesem Jahr einfach einen großartigen Job gemacht. Es ist offensichtlich, dass er in der ersten Phase der Saison der Schnellere war. Und er war auch konstanter. Wir wissen, wo wir diese Punkte verloren haben", sagt Bagnaia und nennt den Zeitraum "von Mugello bis Assen, in dem wir ein bisschen den Fokus verloren hatten" als den unterm Strich entscheidenden für seinen Rückstand auf Quartararo.

Francesco Bagnaia, Fabio Quartararo

Bagnaias Rückstand auf WM-Leader Quartararo beträgt nach Austin 52 Punkte

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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