Crew-Chief von Vinales: "Problem ist das Gesamtbild"

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Crew-Chief von Vinales:
Autor: Gerald Dirnbeck
24.05.2018, 12:24

Crew-Chief Ramon Forcada analysiert die Probleme bei Yamaha. Ein Wechsel auf das Zarco-Paket ist nicht möglich. Gripprobleme bisher nicht über Elektronik behoben.

Ramon Forcada, Yamaha Factory Racing; Mark Elder, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Danilo Petrucci, Pramac Racing, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
3. Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Die letzten 15 MotoGP-Rennen wurden entweder von Honda oder Ducati gewonnen. Yamaha wartet seit Assen 2017 auf einen Sieg. Damit kommt die japanische Marke immer näher an den eigenen Negativrekord heran. 2002 und 2003 blieb man in der Anfangszeit der Viertaktära 18 Rennen in Folge sieglos. In der kompletten Saison 2003 konnte kein einziger Yamaha-Fahrer ein Rennen gewinnen.

Zuletzt fuhr Valentino Rossi in Le Mans als Dritter auf das Podest. Aber im Vorjahr hatte Yamaha dieses Rennen dominiert und wäre fast mit drei Fahrern auf dem Podest gestanden. Deswegen glaubt Rossi, dass Yamaha die Schwierigkeiten mit der M1 immer noch nicht gelöst hat und der dritte Platz auch an der Streckencharakteristik des Bugatti-Circuits lag. "Wir haben kein spezielles Problem", meint Rossi. "Das Problem ist, dass unsere Gegner etwas schneller sind."

Keine Lösung der Gripprobleme über die Elektronik

Bei Teamkollege Maverick Vinales lief es in Frankreich deutlich schwieriger. Je heißes es wird, desto mehr Gripprobleme gibt es. Vinales beschrieb sein Gefühl so, dass sich der neue Hinterreifen ab Rennbeginn wie ein gebrauchter Reifen anfühlte. Je weniger Grip, desto größer die Probleme. "Aber wir können für den Grip nichts bei der Elektronik machen", sagt Vinales' Crew-Chief Ramon Forcada bei 'Movistar'. Seit rund einem Jahr finden die Yamaha-Ingenieure keine richtige Lösung.

"Das Problem ist das gesamte Bild. Ein Motorrad ist ein Paket aus Fahrer, Motor, Chassis und Reifen", so Forcada. "Wenn man es auf ein Problem reduzieren könnte, dann könnte man es einfach lösen und die Elektronik vom Vorjahr verwenden. Aber der Motor hat sich verändert und braucht die neue Elektronik." Rossi und Vinales haben sich im Winter für den neuen Motor entschieden. Laut Reglement darf während der Saison nicht daran gearbeitet werden.

Wechsel auf technisches Paket von Zarco nicht möglich

Johann Zarco fährt im Tech-3-Team eine andere Konfiguration. Der Franzose hat sich bei den Wintertests für das Chassis von 2016 entschieden und versucht, den Fahrstil von Jorge Lorenzo zu kopieren indem er ähnlich wie in den erfolgreichen Moto2-Jahren einen hohen Kurvenspeed fährt. Außerdem hat Zarco auch nicht den 2018er-Motor vom Werksteam. "Ich weiß nur, dass ich 500 Umdrehungen mehr als im Vorjahr habe", meinte er bei den Wintertests. "Das ist für mich ausreichend."

"Wir können laut Reglement nicht Zarcos Paket fahren", hält Forcada fest. Der homologierte und versiegelte Motor des Werksteams verbietet das. "Der Motor wurde von beiden Fahrern ausgesucht. Sie haben zugestimmt. Gemeinsam haben sie gesagt, dass der Motor gut funktioniert." Beim Saisonfinale in Valencia probierten Rossi und Vinales das 2016er-Chassis aus. Im Rennen hatten sie trotzdem keine Chance auf vordere Plätze, während Zarco mit Dani Pedrosa um den Sieg kämpfte.

Nach Le Mans hielt Rossi fest, dass es eine konstante Entwicklung gibt und die Motorräder jedes Jahr nicht grundlegend neu sind, sondern eine Weiterentwicklung. "Deshalb ist es besser, dieses Motorrad weiterzuentwickelnW, so Rossi. Auch Forcada glaubt nicht, dass eine theoretische Rückkehr zum 2016er-Chassis der richtige Weg wäre: "Das Bike ist für Zarco in Ordnung, aber ich habe keine Ahnung, wie es für Valentino oder Maverick wäre. Zarco ist auf seinem Motorrad ein toller Fahrer, aber man müsste ihn auch auf einem anderen Motorrad sehen." Der Franzose fährt zwar ein Chassis von 2016, aber ein anderes, als er im Vorjahr verwendet hat.

Grip nach Moto2-Rennen vergrößert Probleme

Auffällig ist bei Yamaha auch, dass man bei einem Testtag nach einem Grand Prix schnell ist. So stellte auch Vinales beim Barcelona-Test die Bestzeit auf. "Das größte Problem ist, wenn die Strecke nicht viel Grip hat. Wir fahren nach der Moto2, wenn es nicht viel Gummi auf der Strecke gibt. Dann haben wir Probleme", so Forcada. "Wenn es nach einem MotoGP-Rennen einen Test gibt, läuft es für uns immer richtig gut." Dieser Umstand erschwert die Arbeit der Ingenieure, denn wenn man beim Test glaubt, etwas gefunden zu haben, kommt meist im nächsten Rennen der Rückschlag.

Den Einfluss der Dunlop-Reifen vom Moto2-Rennen will Vinales aber nicht gelten lassen: "Ja, es hat etwas damit zu tun, aber das ist keine Ausrede, weil es für alle so ist. Bei uns passen die Dinge nichts zusammen. Das müssen wir zunächst lösen. Dann können wir darüber nachdenken, das Motorrad zu verbessern. Ich fühlte mich sehr schlecht auf dem Bike und mit jedem Rennen wird es schlimmer. Ich hoffte auf ein gutes Rennen in Le Mans, aber für mich war es noch schlechter als Jerez."

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