Danilo Petrucci gibt zu: "Kann mich an Mugello-Sieg kaum erinnern"

Zehn Jahre fuhr Danilo Petrucci in der MotoGP - Der Höhepunkt war der Sieg mit Ducati in Mugello - Der Triumph in Le Mans ist ihm besser in Erinnerung geblieben

Danilo Petrucci gibt zu: "Kann mich an Mugello-Sieg kaum erinnern"

Nach zehn Jahren und 169 Grands Prix ist die MotoGP-Karriere von Danilo Petrucci zu Ende gegangen. Der Italiener kam 2012 in die Königsklasse, als damals das Feld mit Claiming-Rule-Teams aufgefüllt wurde. Diese Motorräder mit Superbike-Motoren waren im Vergleich zu den Prototypen nicht konkurrenzfähig.

"Vor zehn Jahren hat mich niemand gekannt", blickt "Petrux" auf seine Anfänge zurück. "Ich kannte weder die Strecken noch die Motorräder. Es war eine lange Reise und ich hatte viel Spaß. Ich bin sehr stolz, die Strecke mit diesen besonderen Talenten geteilt und gegen die besten Fahrer der Welt gekämpft zu haben."

2015 erhielt "Petrux" von Ducati eine Chance. Er fuhr vier Jahre lang im Pramac-Team und setzte sein Talent mit sechs Podestplätzen in Szene. 2019 trat er für das Ducati-Werksteam an. Mit WM-Platz sechs wurde es Petruccis beste Saison.

"Der Sieg in Mugello war ein besonderes Gefühl", spricht er das Highlight seiner Karriere an. In der letzten Runde setzte er sich damals gegen Marc Marquez (Honda) und seinen Teamkollegen Andrea Dovizioso durch. Es war ein triumphaler Erfolg.

"In Italien war die Erwartung an Ducati immer sehr groß. Ich habe kaum Erinnerungen an das, was nach der Ziellinie passiert ist", blickt Petrucci auf diesen Tag Anfang Juni 2019 zurück. "Leider kann ich mich kaum daran erinnern, weil das Gefühl zu groß war."

Danilo Petrucci, Ducati Team, Andrea Dovizioso, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team

Danilo Petrucci, Ducati Team, Andrea Dovizioso, Ducati Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team

Foto: Ducati Corse

Im Herbst 2020 eroberte Petrucci beim verregneten Grand Prix von Frankreich seinen zweiten Sieg. "Den Sieg in Le Mans habe ich viel mehr genossen. Der zweite Sieg in Le Mans war viel besser, weil ich es sportlich viel mehr genießen konnte."

Es war der zehnte und letzte Podestplatz in seiner Karriere. Hat Petrucci seine Ziele erreicht? "Ein Rennen zu gewinnen, ist unglaublich. Mein Kindheitstraum war der Gewinn der Weltmeisterschaft. Leider gab es größere Talente."

"Vor zehn Jahren habe ich als Letzter begonnen. Somit haben ich von den meisten Fahrern etwas gelernt. Ich habe es bis an die Spitze geschafft und bin wieder nach hinten gefallen. Ich weiß nicht, von wem ich am meisten gelernt habe, aber in der MotoGP lernt man von jedem Fahrer etwas."

Danilo Petrucci

Im Herbst 2020 triumphierte "Petrux" im Regen von Le Mans

Foto: Motorsport Images

"Ich habe immer versucht, die Wahrheit zu sagen. Vielleicht war das manchmal ein Problem", lacht Petrucci. "Wenn ich zurückblicke, hätte ich vielleicht mehr erreichen können, aber ich habe mein Bestes gegeben. Ich habe immer versucht, ich selbst zu bleiben und kein Schauspieler zu sein."

Mit 181 Zentimetern und 80 Kilogramm zählte Petrucci zu den größten und schwersten Fahrern im Feld. Dieses Handicap machte sich schon bei Ducati bemerkbar und wirkte sich bei seinem Wechsel zu KTM noch deutlicher aus.

"Seit dem Vorjahr habe ich Probleme wegen meiner Größe bekommen und ich konnte nicht mehr das Level halten", seufzt Petrucci. "Der Druck war sehr groß. Wenn Ergebnisse nicht kommen, dann ist das sehr schwierig zu erklären, auch für einen selbst."

Deshalb zeichnete sich ab, dass seine MotoGP-Karriere nach zehn Jahren zu Ende geht. Sein nächstes Projekt heißt im Januar 2022 die Rallye Dakar mit KTM. "Im Rallyesport bin ich einer der jüngeren und leichteren Fahrer", lacht Petrucci mit Blick auf sein nächstes Abenteuer.

Mit Bildmaterial von LAT.

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