Die neue Moderatorin Eve Scheer im Interview: "Bin der Rookie bei ServusTV"

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Die neue Moderatorin Eve Scheer im Interview:
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04.03.2019, 00:16

Eve Scheer präsentiert die MotoGP-Saison 2019 abwechselnd mit Andrea Schlager bei ServusTV - Wer die neue Moderatorin ist, erfahren Sie im ausführlichen Interview

Wenn die MotoGP-Saison 2019 am 10. März in Katar beginnt, werden die Fernsehzuseher ein neues Gesicht beim Moderatorenteam von ServusTV entdecken. Eve Scheer verstärkt die Crew rund um Andrea Schlager, Alex Hofmann, Stefan Bradl, Gustl Auinger und Christian Brugger. Die beiden Damen werden sich nach dem ersten gemeinsamen Rennen in Katar dann abwechseln und jeweils neun Grands Prix moderieren, Interviews führen und mit den Experten die Geschehnisse analysieren. Eve Scheer fuhr selbst 8 Jahre im Automobilsport Rennen und hat viele Jahre Erfahrung als Motorsport-Moderatorin. Im ausführlichen Interview stellt sich die neue ServusTV-Moderatorin vor.

Frage: "Eve, wie kam es zu Ihrer Leidenschaft für den Motorsport?"

Eve Scheer: "Schon als Kind war ich allem gegenüber affin, was Räder hat. Ich hatte eine Carrera-Bahn und ein Kettcar. Mit zwölf hat mich mein Papa zum ersten Mal zur Formel 1 mitgenommen. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich so gerne Rennfahrerin werden. Aber welche Eltern haben damals ihre Tochter in ein Go-Kart gesetzt? Trotzdem war ich mit dem Motorsportvirus infiziert."

"Mit 16 habe ich den 80er-Führerschein gemacht und an meinem 18. Geburtstag hatte ich den Auto- und Motorradführerschein in meiner Hand. Ich wollte schon immer mobil sein, schnell fahren und habe deshalb dann an Rennstreckentrainings teilgenommen. Dabei habe ich auch gleich meine Rennlizenz am Nürburgring gemacht. Mit viel Glück und Hartnäckigkeit, schaffte ich es, als Fahrerin in den Motorsport einzusteigen. Ich war 8 Jahre in verschiedenen Markenpokalen und Meisterschaften unterwegs, so zum Beispiel im Alfa147-Cup, der Mini Challenge, im Porsche Sports Cup und dem VW Scirocco-Cup im Rahmen der DTM."

Eve Scheer

Eve Scheer ist selbst aktiv Rennen gefahren, auch im Porsche Sports Cup

Natürlich durfte da auch meine absolute Lieblingsstrecke, die Nürburgring Nordschleife nicht fehlen, wo ich dreimal beim 24h-Rennen an den Start gegangen bin. Meine Porsche-Saison 2006 war sicher meine beste Saison. Ich war gut vorbereitet, durfte im sehr erfahrenen und erfolgreichen Team Tolimit fahren und hatte Ex-F1-Pilot Timo Glock als Coach an meiner Seite. Das war sehr professionell, vor allem auch durch etliche Tests im Vorfeld der Saison. Meine letztes aktives Jahr als Fahrerin im modernen Motorsport war 2011."

"Ich war mit meinen Moderationen im Rahmen der DTM und FIA WEC weltweit so viel unterwegs, dass ich mich gegen das aktive Fahren entscheiden musste. Aber im letzten Jahr habe ich endlich wieder selbst Benzin gerochen und bin in Assen einen Alfa GTAm aus den 1960er-Jahren gefahren, weil ich auch ein sehr großes Herz für historische Autos habe. Vielleicht klappt es auch dieses Jahr wieder das ein oder andere Mal im Cockpit zu sitzen."

Rennfahren und Moderation die perfekte Synergie

Frage: "Wie hat sich parallel zum Motorsport der Übergang zur Moderatorin entwickelt?"

Scheer: "Durch das Einsteigen ins Rennauto haben sich parallel Chancen zur Moderation ergeben. Es war eine perfekte Synergie. Denn für Unternehmen und Firmen war es von Anfang an spannend und authentisch, eine Moderatorin zu haben, die Fahrer, Sportchefs oder Ingenieure interviewt, die selbst die Cockpit-Perspektive kennt und vor allem ein großes Herz für den Motorsport hat. Es gab damals nicht viele Mädels, die selbst gefahren sind. Leider ist das auch heute noch so."

Eve Scheer

Auf vier Rädern hat die Deutsche Eve Scheer einige Erfolge gefeiert

Frage: "Und wie sind Sie jetzt zu ServusTV und zur MotoGP gekommen?"

Scheer: "ServusTV hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Es gab dann in Salzburg ein ganz klassisches Casting, und auch danach hat man mich wieder angerufen und mir gesagt, dass man gerne mit mir zusammenarbeiten möchte."

Frage: "Sie waren über 15 Jahre im Automobilsektor aktiv und jetzt geht es zu den Zweirädern. Wie würden Sie ihre Leidenschaft für Motorräder beschreiben?"

Scheer: "Da ich gleich mit 18 den Motorradführerschein gemacht habe, habe ich die Szene auch etwas verfolgt. Ich habe schon Ende der 1990er Rennen gesehen, als Max Biaggi und Loris Capirossi vorne dabei waren. Wer kennt sie nicht, Legenden wie Mick Doohan oder Kevin Schwantz."

"Beim Saisonfinale in Valencia vergangenes Jahr durfte ich mit ServusTV dann Paddock-Luft schnuppern. Und ich muss sagen, dass mich neben der MotoGP die Action der Moto2 und Moto3 gepackt hat. Das sind auch so unfassbar geile Rennen! Vier, fünf, sechs Fahrer bekämpfen sich bis zur letzten Runde, bis zur letzten Kurve, und zeigen so viel Leidenschaft. Nicht nur die MotoGP ist für den Zuschauer großartig, sondern auch die Nachwuchsklassen. So tolle Racer und Persönlichkeiten, die Sportsgeist zeigen und trotzdem miteinander können - das hat mich unglaublich beeindruckt."

Abwechselnd mit Andrea Schlager vor Ort

Frage: "Sie werden bei insgesamt zehn Rennen für ServusTV vor Ort sein und sich mit Andrea Schlager abwechseln. Wie ist der Fahrplan durch die Saison?"

Scheer: "Beim Saisonauftakt in Katar wird das komplette Team vor Ort sein. Danach werden sich Andrea und ich bei den restlichen 18 Rennen abwechseln. Andrea wird zum Beispiel in Argentinien dabei sein und ich dann in Austin. So haben wir die Saison jeweils zur Hälfte aufgeteilt. Andrea macht ihr Heimrennen auf dem Red-Bull-Ring, während ich bei meinem Heimrennen auf dem Sachsenring bin."

Andrea Schlager

Andrea Schlager und Eve Scheer werden sich ab dem zweiten Rennen abwechseln

"Am Rennwochenende werde ich die Sendungen moderieren und in der Boxengasse den Experten an meiner Seite haben - entweder Stefan Bradl oder Gustl Auinger. Dazu den Experten Alex Hofmann, der quasi zwischen Grid und Kommentatorenkabine hin und her springt. Wir werden Fahrer- und Teammitglieder vor die Mikros holen, hinter die Kulissen blicken und das Geschehen analysieren. Ich bin der Rookie bei ServusTV, aber ich habe das Glück, dass ich ein eingespieltes und erfahrenes Team um mich habe. Vor allem mit Stefan und Alex haben wir zwei Experten, die so unglaublich nah an der MotoGP dran sind. Diese Expertise ist mega."

Frage: "Als ehemalige Rennfahrerin werden Sie auch einige Strecken aus der Fahrerperspektive kennen, oder?"

Scheer: "Genau, den Sachsenring zum Beispiel. Dort bin ich selbst Rennen gefahren. Also, es gibt Strecken, die ich noch von meiner aktiven Zeit her kenne, andere von Trackdays wie zum Beispiel Mugello und einige Kurse, die ich als Moderatorin der WEC, zum Beispiel Austin oder Le Mans, gesehen habe. In Brünn werde ich leider nicht vor Ort sein, aber dort war ich vor vielen, sehr vielen Jahren sogar mal mit dem Motorrad, einer Suzuki Bandit 400 und einer GSX-R 600, unterwegs."

Eve Scheer liebt die klassischen Rennstrecken

Frage: "Und Ihre Lieblingsrennstrecke?"

Scheer: "Die Nordschleife! Dort wird natürlich leider kein Motorrad-Grand-Prix gefahren. Der Sachsenring ist viel kürzer, aber er ist auch eine kleine Berg- und Talbahn mit einigen blinden Ecken. Genau wie Mugello. Man merkt, mir gefallen die älteren, klassischen Rennstrecken besser als die modernen Formel-1-Kurse mit langen Geraden und dann Erste-Gang-Kurven."

Frage: "ServusTV gehört dem Red Bull Media House und Red Bull sponsert mehrere Teams und Fahrer. Wie schafft man es da als Journalist, objektiv zu bleiben und zu berichten?"

Scheer: "Das hat ServusTV schon in den vergangenen drei Jahren gut gemacht. Es wird natürlich die eine oder andere Hintergrundgeschichte mit KTM oder den Red-Bull-Fahrern geben. Aber das muss man auch positiv sehen, denn der Zuseher kommt unglaublich nahe heran. Aber darunter soll die Objektivität natürlich nicht leiden, denn das große Ganze steht im Vordergrund."

Frage: "Und was erwarten Sie persönlich von der neuen Saison?"

Scheer: "Ich erwarte ein mega spannendes, lautes und spektakuläres Motorsporterlebnis. Natürlich muss ich noch viel lernen, aber ich bin neugierig und freue mich auf den tollsten Motorsport, den man heutzutage im Fernsehen verfolgen kann. Die MotoGP und gerade auch die Moto2 und Moto3 sind von Beginn an bis zur allerletzten Kurve so packend und so spannend. Einen WM-Tipp möchte ich nicht abgeben. Das überlasse ich lieber den Experten. Wichtig wird, dass alle unverletzt durch die Saison kommen."

Mit Bildmaterial von ServusTV.

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Rennserie MotoGP
Autor Maria Reyer
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