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Dilemma um MotoGP-Fracht: Wird ab Samstag in Argentinien gefahren?

Die Verzögerung eines Teils der Fracht für den Argentinien-Grand-Prix stellt mehrere MotoGP-Teams vor ungeahnte Probleme - Freitag als Stichtag

Die Verzögerung eines erheblichen Teils der MotoGP-Fracht von Indonesien nach Argentinien stellt den gesamten Zirkus der Motorrad-WM an diesem Wochenende in Termas de Rio Hondo vor ungeahnte Herausforderungen.

Weil bis Donnerstag noch nicht das komplette Material für alle MotoGP-Teams in Südamerika eingetroffen ist, hat man den kompletten für Freitag vorgesehen gewesenen Fahrbetrieb gestrichen. Laut des neuen Zeitplans für das Argentinien-Wochenende soll es mit den ersten Freien Trainings aller drei WM-Klassen am Samstag losgehen.

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Betroffen von den Frachtverzögerungen, die auf zwei defekte Transportflugzeuge zurückzuführen sind, sind in erster Linie die Ducati-Kundenteams Gresini und VR46. Sie sind aber nicht die einzigen, die Stand Donnerstagnachmittag Ortszeit in Argentinien noch auf Material warten.

Tabellenführer Enea Bastianini: "Habe momentan nichts"

"Ich habe momentan nichts, kein Motorrad, nichts", offenbart der aktuelle WM-Spitzenreiter Enea Bastianini in der Pressekonferenz der MotoGP-Piloten am Donnerstag. Zu dieser bringt normalerweise jeder seinen Helm mit. Bastianinis Helm aber fehlte diesmal.

Enea Bastianini

Enea Bastianini hat für den Argentinien-Grand-Prix derzeit kein Bike vor Ort

Foto: Motorsport Images

Die Hoffnung des Gresini-Piloten ist, dass eine seit Tagen in Mombasa in Kenia stehende Frachtmaschine rechtzeitig repariert werden kann, um am Freitagnachmittag Ortszeit in Argentinien landen zu können. Wie Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta in seiner außerordentlichen Pressekonferenz am Donnerstag anmerkte, sind offenbar defekte Ventile am Flugzeugmotor der Grund für die Verzögerung.

Ezpeleta verweist auf defekte Ventile an Flugzeugmotoren

"Vorigen Mittwoch haben wir mehrere Flugzeuge von Lombok (Indonesien) nach Argentinien geschickt", sagte Ezpeleta und weiter: "An einem der Flugzeuge gab es in Mombasa in Afrika ein Problem. Daraufhin haben wir entschieden, ein anderes Flugzeug, das schon in Argentinien gelandet war, nach Lombok zurückzuschicken."

"Leider gab es auch an diesem wieder ein technisches Problem in Mombasa. Offenbar gab es an einem der vier Motoren Schwierigkeiten im Bereich der Ventile. Daraufhin sind zwei Flüge gestartet, einer in London und einer in Paris, glaube ich, um Ventile nach Mombasa zu bringen", so Ezpeleta.

Carmelo Ezpeleta

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta gab am Donnerstag eine außerordentliche PK

Foto: Motorsport Images

Nur, wenn die Reparatur in Kenia rechtzeitig abgeschlossen werden kann und das Flugzeug mit der noch ausstehenden MotoGP-Fracht rechtzeitig abhebt, sodass es am Freitag in Argentinien eintrifft, werden die Sorgenfalten in Termas de Rio Hondo kleiner.

Gresini-Pilot Bastianini meint: "Wir werden sehen, ob morgen alles hier ankommt." Ganz ähnlich klingt Luca Marini aus dem VR46-Team. "Wir haben momentan noch gar nichts. Wir müssen warten bis morgen am späten Nachmittag", sagt er und denkt schon mal an die Crew: "Alles an nur einem Tag aufzubauen und vorzubereiten, das wird sicherlich nicht einfach."

Aufmunternde Worte von Jack Miller

Aufmunternde Worte kommen von Jack Miller. "Uns fehlt eigentlich gar nicht so viel", sagt der Ducati-Werkspilot. "Genau genommen fehlen uns nur die Wände für die Box. Aber unsere beiden Bikes sind hier und auch genügend Werkzeug, sodass die Bikes vorbereitet werden können. Hoffen wir mal, dass die anderen Teams, und damit meine ich vor allem VR46 und Gresini, ihr Material am Freitag erhalten werden."

"Wenn dem so ist", so Miller, "dann können unsere Mechaniker sicherlich mal rübergehen und den Leuten dort unter die Arme greifen. Letzten Endes ist Ducati eine große Familie. Dass diese Leute [von VR46 und Gresini] noch auf ihr Material warten, ist einfach Pech."

Andere Teams, wie etwa das Yamaha-Werksteam um Titelverteidiger Fabio Quartararo haben bereits ihr komplettes Material in Termas de Rio Hondo vor Ort. "Ich habe alles. Von mir aus könnten wir direkt loslegen", scherzt Quartararo, um dann aber doch ernst zu werden: "Das Ganze ist natürlich ein Jammer. Wir können allen nur die Daumen drücken, dass morgen alles noch Fehlende ankommt."

Frachtflugzeug

Bis Donnerstag ist noch nicht die komplette MotoGP-Fracht in Argentinien angekommen

Foto: Motorsport Images

Nicht von den Frachtverzögerungen betroffen ist Pramac-Ducati. Dennoch fühlt auch Johann Zarco mit: "Wir bei Pramac haben das Glück, dass wir alles schon vor Ort haben. Aber für die Teams, die noch auf alles warten, ist es natürlich am schwierigsten. Denn für all die Arbeit, für die man normalerweise 48 Stunden Zeit hat, bleibt dann nur noch eine Nacht. Das wird richtig zäh."

Auch bei KTM wartet man noch auf einen Teil des Materials. Miguel Oliveira, der das zurückliegende Rennen in Indonesien gewonnen hat, schätzt sich trotzdem glücklich: "Auf meiner Seite der Box fehlt nur ein Bike. Wenn sich höre, dass andere Teams noch überhaupt nichts hier haben, dann müssen wir froh sein."

Oliveiras Teamkollege Brad Binder meint: "Dank des neuen Zeitplans werden wir immer noch ausreichend Streckenzeit zur Verfügung haben. Das ist wichtig." Damit spricht der Südafrikaner darauf an, dass es für ihn das Debüt auf einer MotoGP-Maschine in Termas de Rio Hondo wird. Als der Argentinien-Grand-Prix im Jahr 2019 zum bislang letzten Mal stattfand, fuhr Binder noch in der Moto2-Klasse.

Fahrbetrieb ab Samstag? Bagnaia hat Zweifel

Die Frage aber ist, ob ab Samstag wirklich gefahren werden kann. Denn sollte das Material aus besagter Frachtmaschine auch am Freitag nicht in Termas de Rio Hondo eintreffen, weil die Maschine unter Umständen in Mombasa gar nicht starten kann, dann ist eine komplette Absage des dritten MotoGP-Rennwochenendes 2022 nicht auszuschließen.

"Wir müssen erst einmal abwarten, ob wir am Samstag tatsächlich fahren können. Es ist ja zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher, ob das Flugzeug wirklich morgen hier ankommt", sinniert Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia und gibt zu: "Deshalb habe ich da durchaus noch ein paar Fragen im Kopf."

MotoGP-Action in Termas de Rio Hondo in Argentinien

Kann mit einem Tag Verspätung in Termas de Rio Hondo gefahren werden? (Foto: 2018)

Foto: Motorsport Images

"Für den Fall, dass alles gutgeht", so Bagnaia, "haben wir geplant, das Bike so gut wie möglich für die Strecke abzustimmen. Das Problem ist aber, dass die Strecke zu Beginn noch sehr schmutzig sein wird. Da ist es besser, hinsichtlich der Abstimmung nichts auszuprobieren, sondern einfach Runde um Runde abzuspulen, um die Strecke sauber zu fahren."

"Ein einfaches Wochenende wird es sicherlich für niemanden", sagt Bagnaia. Das kann man getrost schon am Donnerstag so unterschreiben. Ob ab Samstag gefahren werden kann, wird sich am Freitag zeigen ...

Weiterer Co-Autor: Charlotte Guerdoux, Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von Federico Faturos.

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