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Dovizioso erklärt Trennung von Ducati: Wie mit einer Freundin Schluss machen

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Dovizioso erklärt Trennung von Ducati: Wie mit einer Freundin Schluss machen
Autor:
Co-Autor: Mark Bremer

Mit freiem Kopf wieder angreifen: Andrea Dovizioso erklärt die Beweggründe hinter seiner Entscheidung, Ducati zu verlassen - Einen Plan B habe er aktuell nicht

Am Samstag in Spielberg ließ Andrea Dovizioso die Bombe platzen. Über seinen Manager Simone Battistella teilte er mit, dass er über die aktuelle MotoGP-Saison 2020 nicht weiter mit Ducati zusammenarbeiten werde. Dabei schien der Ball noch am Tag zuvor bei Ducati zu liegen. Man wolle nach Spielberg entscheiden, hieß es.

Für "DesmoDovi" war das dann aber wohl doch zu viel des Hinhaltens, Zögerns und Vertröstens. Denn während man Anfang Juni verkündete, dass Jack Miller 2021 von Pramac ins Werksteams befördert wird, gab es in Bezug auf eine Vertragsverlängerung von Dovizioso keine Fortschritte. Seit Monaten schien Stillstand zu herrschen.

Nun nahm der Italiener Ducati die Entscheidung also ab. Klar, dass er nach dem Qualifying am Samstag in Spielberg mit Fragen dazu gelöchert wurde. Doch wirklich erklären wollte sich Dovizioso nicht. "Ich verstehe, dass es dazu viele Fragen gibt, aber es ist nicht der richtige Moment, um darüber zu sprechen", betont er.

Dovizioso: Entschluss war länger gereift

"Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass es besser war, diese Entscheidung jetzt zu treffen und sich auf die Rennen zu konzentrieren, anstatt weiter zu warten. Spielberg ist eine gute Strecke für uns, wir waren heute und auch gestern schnell. Wir wollen hier das Maximum aus den beiden Rennen machen. Es war die richtige Entscheidung für uns."

Dabei ließ der 35-Jährige durchblicken, dass die unklare Situation mit Ducati ihn im Verlauf der bisherigen Saison durchaus belastet hat: "Wenn man versucht, schnell zu sein, stärker zu sein, und gleichzeitig über seine Zukunft nachdenkt, über die Beziehung zu den Ingenieuren, zum Chef, dann ist das keine perfekte Situation."

Auch deshalb habe er diese Entscheidung jetzt getroffen - um sich voll und ganz dem Rennsport und dem Geschehen auf der Strecke widmen zu können. "Es ist immer besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren", sagt Dovizioso und verrät: Der finale Entschluss sei zwar jetzt gefallen, habe sich aber schon länger abgezeichnet.

Er hat sich mit Ducati auseinander gelebt

"Es ist wie wenn man mit seiner Freundin zusammen ist und die Entscheidung treffen muss", erklärt der Italiener. "Es sind acht gemeinsame Jahre, es ist viel Positives und Negatives passiert, und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man seine eigene Entscheidung trifft. Aber dieser ging auch eine Menge Arbeit voraus."

Mehr Details will Dovizioso dazu nicht preisgeben. Auf Nachfragen, ob ihm bei Ducati der nötige Rückhalt oder das Vertrauen in seine Fähigkeiten gefehlt habe, antwortet er ausweichend. Aber man kann durchaus zwischen den Zeilen lesen, wenn er mit der Erklärung abwiegelt: "Ich will keine unnötige Spannung mit Ducati kreieren."

Auch seine Reaktion auf einen Tweet von Casey Stoner, Ducati-Weltmeister 2007, ist vielsagend. Der schrieb: "Ich glaube nicht, dass Ducati es sich leisten kann, jemanden wie Dovizioso zu verlieren. Ich denke, sie müssen irgendwann begreifen, dass es der Fahrer ist und nicht die Windkanäle, die Ergebnisse bringen."

Dovizioso sieht Siegchance in Spielberg

Darauf angesprochen, lacht der Italiener und wiederholt: "Ich will mich zu diesen Details nicht äußern. Auch weil ich nicht irgendein Problem innerhalb von Ducati heraufbeschwören will, sondern die bestmögliche Situation im Team haben will, um hier gut abzuschneiden. Es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür."

Vielmehr wolle er sich jetzt voll und ganz auf die Rennen konzentrieren. Denn gerade in Spielberg, wo Ducati in den vergangenen vier Jahren unbesiegt blieb, müsse man aus der besseren Ausgangslage Kapital schlagen, weiß Dovizioso. "Ich denke, wir haben eine Chance auf den Sieg", sagt der 35-Jährige zuversichtlich.

"Ich denke aber auch, die Situation ist anders als in der Vergangenheit, denn die Konkurrenz ist stärker geworden. Um zu gewinnen, muss ich eine gute Strategie haben. Pol (Espargaro; Anm. d. R.) hat heute eine unglaubliche Pace gezeigt. Und ich glaube, auch Rins wird im Rennen ein Herausforderer sein", so "Dovis" Einschätzung.

Kein Plan B für seine MotoGP-Zukunft

Auch mittendrin gebe es einige schnelle Fahrer, wie etwa die Yamahas oder Jack Miller. "Ich weiß nicht, ob das bis zum Ende der Fall sein wird, es könnte aber für ein wenig Verwirrung sorgen im Rennen." Dovizioso selbst wird von Startplatz vier hinter Maverick Vinales, Markenkollege Miller und Fabio Quartararo ins Rennen gehen.

Was seine Zukunft in der MotoGP betrifft, ist er nur sicher, dass diese nicht bei Ducati liegt. "Ich will Rennen fahren. Aber ich habe im Moment keinen Plan B. Ich wollte aber auch nicht warten, bis ich einen Plan B habe", erklärt er. "Wie wir wissen kann im Motorsport viel passieren. In der Realität ist aktuell nicht wirklich ein Platz frei."

Einen Weg zurück zu Ducati sieht Dovizioso jedenfalls nicht. Selbst wenn ihm in dieser Saison mit den Roten der Titelgewinn doch noch gelingen sollte. "Wenn das passieren sollte, wäre es schön", sagt der Vize-Weltmeister der vergangenen drei Jahre. "Aber einen Schritt zurück wird es nicht geben", schiebt er hinterher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie MotoGP
Event Spielberg 1
Autor Juliane Ziegengeist