Dovizioso versichert: Freude statt Reue beim Blick auf Aprilias Erfolg

Andrea Dovizioso hätte sein MotoGP-Comeback bei Aprilia statt Yamaha geben können - Dass er sich anders entschieden hat, bereut er rückblickend nicht, denn ...

Als Andrea Dovizioso im vergangenen Jahr (fast) ein Jahr MotoGP-Auszeit nahm, fuhr er zwar bis in den September hinein keine Rennen. Die eine oder andere Testfahrt aber hat "Dovi" trotzdem absolviert, und zwar für Aprilia. In Jerez, Mugello und Misano probierte der Italiener die RS-GP aus. Wildcard-Starts waren im Gespräch, aber dazu kam es nicht.

Denn als sich Maverick Vinales im Sommer mit Yamaha überwarf, entwickelten sich die Dinge bei Aprilia in eine andere Richtung. Der Spanier wurde im September als neuer Stammfahrer und damit als Teamkollege von Aleix Espargaro verpflichtet. Gleichzeitig gab Dovizioso sein Renn-Comeback auf einer Yamaha, nämlich im Petronas-Team. Für das Nachfolgeteam RNF fährt er nun seine Comeback-Saison - und hat bislang mächtig zu kämpfen.

Angesichts der Tatsache, dass Aprilia vor wenigen Tagen in Argentinien mit Aleix Espargaro den ersten MotoGP-Sieg eingefahren hat und auch Vinales stetig besser mit der RS-GP zurechtkommt, stellt sich die Frage, ob Dovizioso rückblickend etwas bereut? Dem ist nicht so.

Andrea Dovizioso, Maverick Vinales

Seit September 2021 fährt Maverick Vinales für Aprilia, Dovizioso für ein Yamaha-Team

Foto: Motorsport Images

"Ich bereue nichts", sagt Dovizioso und versichert: "Das liegt nicht etwa daran, dass ich nicht für Aprilia hätte fahren wollen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Ich freue mich sehr für sie und für die Resultate, die sie eingefahren haben. In der kurzen Zeit, die ich dort verbracht habe, habe ich eine entspannte und produktive Arbeitsatmosphäre kennengelernt. Ich freue mich sehr und möchte Aleix gratulieren. Er ist derjenige, der das Bike [in Termas de Rio Hondo] als Sieger ins Ziel gebracht hat. Ich freue mich aber auch sehr für Aprilia."

Der Grund, weshalb "Dovi" seinen Abschied vom Aprilia-Projekt rückblickend nicht bereut, ist simpel. Er ist nämlich nicht überzeugt, dass er selbst mit der RS-GP erfolgreich gewesen wäre. "Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass für gute Ergebnisse eine Kombination mehrerer Faktoren notwendig ist. Als ich für Ducati fuhr, war ich der erste, der das Potenzial des Motorrads ausschöpfen konnte. Das lag einfach daran, weil die Charakteristik dieses Bikes zu meinem Fahrstil passte."

Aleix Espargaro

In Termas de Rio Hondo gelang Aprilia und Aleix Espargaro der erste MotoGP-Sieg

Foto: Motorsport Images

"Nur weil Aprilia jetzt gewinnt, heißt das nicht, dass ich mit der Aprilia gewonnen hätte", insistiert Dovizioso und zieht den Vergleich zu seiner aktuellen Situation auf der Yamaha des RNF-Teams: "Wenn man so denken würde, müsste man sagen, ich fahre jetzt das Weltmeistermotorrad. Das ist aber nichts als Stammtischplauderei. Wenn man sich die Details anschaut, gibt es immer Gründe dafür, dass Dinge so passieren wie sie passieren."

"Ich wiederhole: Ich empfinde nichts als Freude dafür, dass Aprilia kürzlich ein so großartiges Wochenende hatte. Sie sind stark und sie haben das einfach verdient. Als ich bei Aprilia war, hätte ich bleiben können. Aber [zu gehen] war meine eigene Entscheidung und ich kann gut damit leben. Ich sehe das [Argentinien]-Ergebnis nicht als Enttäuschung, denn ich bin keiner, der sich selber belügt. Ich kann einfach nicht sagen, dass ich gewonnen hätte, wäre ich bei Aprilia geblieben. So einfach funktionieren die Dinge nicht", so Dovizioso.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare

Zwei Siege: Danilo Petruccis Traumstart ins MotoAmerica-Abenteuer

Austin-Rennen hat gezeigt: Ducatis GP22 läuft noch nicht rund