Ducati in Brünn: Petrucci testet radikale Aero-Verkleidung

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Ducati in Brünn: Petrucci testet radikale Aero-Verkleidung
Autor: Mario Fritzsche
Co-Autor: David Gruz
03.08.2018, 17:11

Pramac-Ducati-Pilot Danilo Petrucci rückte am Freitag in Brünn mit radikaler neuer Verkleidung an der GP18 aus - Am Samstag sollen die Werkspiloten folgen

Der Trainingstag zum Grand Prix von Tschechien in Brünn war der erste Streckentag nach Ende der MotoGP-Sommerpause 2018. Während die Zeitenliste von Dani Pedrosa (Honda) angeführt wurde, zog nicht zuletzt Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) die Blicke auf sich. Dies lag nicht nur daran, dass der Ducati-Satellitenfahrer und zukünftige Werksfahrer Zweitschnellster war. Die Desmosedici GP18 von Petrucci nämlich war am Nachmittag mit einer radikalen neuen Aero-Verkleidung ausgestattet.

 

"Es war gut, heute eine echte Neuerung testen zu können", so Petrucci, um anzumerken: "Die neue Verkleidung ist kein Unterschied wie Tag und Nacht, aber sie hat einige positive Aspekte und keine negativen. Das ist gut."

Fotos: MotoGP in Brünn

Viele Beobachter wundern sich, dass sich die neue Verkleidung noch innerhalb der Regularien befindet. MotoGP-Technikchef Danny Aldridge merkt diesbezüglich gegenüber 'MotoGP.com' scherzhaft an: "Bei Ducati ist das immer ein Drahtseilakt." Ducati-Manager Davide Tardozzi erklärt derweil: "Das ist die neue Verkleidung, die wir ab diesem Rennen homologiert haben. Sie wurde bereits von Pirro beim Test evaluiert. Jetzt hat sie Petrucci bekommen. Morgen kommen auch die Maschinen des Werksteams in den Genuss."

Neue Aero-Verkleidung an der Pramac-Ducati Desmosedici GP18 von Danilo Petrucci

Neue Aero-Verkleidung an der Pramac-Ducati Desmosedici GP18 von Danilo Petrucci

Foto: Pramac Racing

Dovizioso happy - Lorenzo nicht

Apropos Werksteam. Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo schlossen den Freitag in Brünn auf den Positionen fünf und 15 ab und geben nach ihrem neuerlichen Wortgefecht über die Stimmung im Team nun auch zum Freitag unterschiedliche Rückmeldungen.

"Es lief richtig gut, ein bisschen besser als erwartet. Unser Tempo ist ganz gut", meint Dovizioso und schiebt hinterher: "Das ist das Beste, was man am ersten Tag erreichen kann, denn so kann man mehr Runden auf einem Reifensatz drehen und viel im Hinblick auf das Rennen arbeiten." Damit spricht der Italiener darauf an, dass er erst ganz am Schluss des zweiten Trainings einen neuen Reifensatz aufziehen ließ, um sich in die Spitzengruppe zu fahren und damit die vorläufige Q2-Qualifikation zu schaffen.

Im Gegensatz dazu klingt Lorenzo nach Platz 15 weniger euphorisch: "Ehrlich gesagt war es ein schwieriger Tag. Wir waren nicht so konkurrenzfähig wie wir gedacht hatten. Wir hatten mit weniger Problemen als am Sachsenring gerechnet, aber momentan haben wir sogar mehr." Auf die Frage, was dem Bike derzeit am meisten fehlt, entgegnet Lorenzo: "Fast alles, fast alles. Ich verliere nahezu überall Zeit. Ich brauche insgesamt mehr Grip - am Vorderrad und vor allem am Hinterrad."

Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Wie der Sieger der Rennen in Mugello und Barcelona anmerkt, hat man beim Setup im Vergleich zu den vergangenen Rennen nun wieder einen Schritt zurück in Richtung der Einstellungen für Mugello und Barcelona gemacht. "Bei den zwei zurückliegenden Rennen (Assen und Sachsenring; Anm. d. Red.) probierten wir eine andere Gewichtsverteilung, indem wir mehr Gewicht auf die Front verlagerten. Das war ein Fehler, weil ich gegen Ende der Rennen viel Haftung am Hinterrad verlor. Jetzt haben wir wieder etwas in Richtung Mugello und Montmelo umgebaut. Für diese Strecke hier müssen wir das Setup aber wohl nochmal komplett modifizieren", stöhnt Lorenzo.

Was die am Freitag von Petrucci getestete neue Aero-Verkleidung betrifft, merkt Lorenzo an: "Wir werden sie wahrscheinlich morgen Vormittag testen. Ich rechne nicht mit einer großen Verbesserung, aber wenn wir kleine Details verbessern können, wäre das für uns schon willkommen, nicht wahr?" Dovizioso meint dazu: "Danilo wirkt recht zufrieden. Wenn es also die Chance gibt, dass wir diese Verkleidung morgen testen können, dann werden wir das tun. Sicher ist das aber noch nicht."

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Rennserie MotoGP
Event Czech GP
Autor Mario Fritzsche
Artikelsorte News