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"Es war ein großes Chaos": Ben Spies erinnert sich an seine Schulterverletzung

In der MotoGP-Saison 2013 entschied sich Ben Spies zum Rücktritt: Sieben Jahre später blickt er auf die wohl schwierigste Entscheidung seiner Karriere zurück

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"Es war ein großes Chaos": Ben Spies erinnert sich an seine Schulterverletzung

Im Alter von 29 Jahren verabschiedete sich Ben Spies von der WM-Bühne und gab seinen Rücktritt bekannt. Der Auslöser für das zeitige Aus waren wiederkehrende Probleme mit der rechten Schulter. Sieben Jahre nach dem Ende der aktiven Karriere erinnert sich Spies im Gespräch mit dem MotoAmerica-Podcast 'Off Track' an die Probleme von damals.

"Meine rechte Schulter - ich würde nicht behaupten, dass sie nicht mehr existiert, aber ich hatte sieben Operationen in dieser Schulter", kommentiert der mittlerweile 35-Jährige aus Memphis. "Es gibt nicht mehr viel Stabilität in der Schulter."

"Ich hätte es wohl mit einer riskanten Operation retten können, doch die Gefahr war, dass es schmerzvoll endet und weitere Operationen erfordert. An diesem Punkt meinte der Arzt zu mir, dass es sehr riskant für mich ist, weiter zu fahren", erinnert sich Spies an die Saison 2013.

Ben Spies kommt als Superbike-Weltmeister in die MotoGP

In der AMA holte Spies zu Beginn seiner Karriere Titel in Serie und entschied sich durch einen Zufall wie es zum Aufstieg in die WM kam dazu, nach Europa zu wechseln. Nach seinem fulminanten Debüt in der Superbike-WM wechselte Ben Spies Ende 2009 in die MotoGP und hinterließ auch in der Königsklasse einen starken Eindruck.

Ben Spies

Ben Spies fuhr 2011 und 2012 für das Yamaha-Werksteam

Foto: Yamaha

Als bester Rookie stieg Spies Ende 2010 von Tech 3 ins Yamaha-Werksteam auf, um Valentino Rossi zu beerben. Es folgte eine weitere gute Saison, doch ab 2012 ging es abwärts. Im Laufe der Saison 2013 entschied sich Spies zum Rücktritt.

Schockmoment beim Training in Mugello

Immer wieder musste der US-Amerikaner Rückschläge verkraften. Eine Szene blieb ihm im Gedächtnis: "Ich erinnere mich an Mugello 2013. Ich fuhr durch die Links/Rechts-Schikane vor der letzten Kurve. Als ich aus der Rechtskurve kam, hatte ich einen kleinen Rutscher. Es war nichts Wildes."

"Aber als ich auf den Randstein kam, der mehr Grip hatte, und dann das Vorderrad wieder auf den Boden kam, kugelte es mir die Schulter aus. Ich konnte das Gas nicht schließen, verpasste meinen Bremspunkt um etwa 50 Meter und konnte nicht mehr rechtzeitig verzögern. Ich konnte geradeso verhindern, in die Begrenzung zu fahren. Doch man muss sich nur vorstellen, was passiert wäre, wenn das in den ersten drei Runden eines Rennens passiert wäre", bemerkt er.

Ben Spies

Ben Spies erlebte 2013 eine katastrophale Saison mit wiederkehrenden Verletzungen

Foto: FGlaenzel

"Dann hätte ich zwei oder drei andere Fahrer erwischt und bei 260 km/h vom Motorrad gefahren. Das war der Punkt, an dem ich erkannte, dass ich in Schwierigkeiten stecke. Ich beendete das Wochenende vorzeitig und nahm mir mehr Zeit für die Genesung. Ich kam in Indy zurück und dann gab es den weiteren Zwischenfall", erinnert er sich an das verpatzte Heimspiel, bei dem er im Freien Training erneut schwer stürzte.

Warum das Fahren mit einer verletzten Schulter so schwierig ist

"Es war ein großes Chaos. Das ärgert mich, weil ich in meiner Karriere nicht viele Stürze hatte. In der AMA hatte ich etwa zwei Stürze pro Saison. Ich war nicht oft verletzt. Doch mit meiner Schulter hatte ich großes Pech", bedauert der ehemalige Yamaha-Werkspilot.

An Durchhaltevermögen mangelte es Spies nie. "Den Sieg beim MotoGP-Rennen holte ich mit einem gebrochenen Steißbein. Ich zog mir den Bruch im Silverstone-Rennen zwei Wochen zuvor zu. Ich fuhr in der AMA mit gebrochenen Händen. Manche Verletzungen übersteht man ziemlich gut. Dann hat man lediglich die Schmerzen, doch es ist was anderes, wenn man ein großes Gelenk hat, das nicht stabil ist", vergleicht er.

"Die Schulter ist bei Richtungswechseln und den Kräften beim Bremsen extrem wichtig. Es ist die größte Schwachstelle beim Fahren", erklärt der MotoGP-Laufsieger. "Manchmal erinnere ich mich und bin verärgert. Doch ich erlebte im Rennsport viele gute Momente. Jetzt habe ich eine tolle Familie und alles ist wunderbar."

"Meine Karriere wurde um ein paar Jahre verkürzt. Ich wünschte, ich hätte auf eine bessere Art und Weise abtreten können. Doch es läuft nicht immer für alle perfekt", ist sich Spies bewusst.

Mit Bildmaterial von Pramac.

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Rennserie MotoGP
Autor Sebastian Fränzschky