Fährt Crutchlow für Yamaha das Jahr zu Ende? "Mit mir hat niemand gesprochen"

Laut der Gerüchteküche übernimmt Testfahrer Cal Crutchlow ab Silverstone den Platz von Maverick Vinales im Yamaha-Werksteam - Der Brite weiß aber von nichts

Fährt Crutchlow für Yamaha das Jahr zu Ende? "Mit mir hat niemand gesprochen"

Mit der Suspendierung von Maverick Vinales hat Yamaha ein großes Fass geöffnet. Beim Grand Prix von Österreich bleibt seine M1 unbesetzt. In zwei Wochen muss Yamaha in Silverstone einen Ersatzfahrer melden. Das Problem ist, es gibt zu wenig Fahrer.

Franco Morbidelli erholt sich weiterhin von seiner Knieoperation und wird nicht in Großbritannien dabei sein. Yamaha-Testfahrer Cal Crutchlow springt im Petronas-Team bei den beiden Spielberg-Rennen sowie in Silverstone ein. So lautete der Plan.

Nun lautet die Gerüchteküche, dass Crutchlow in Silverstone ins Werksteam transferiert wird und dort die Saison zu Ende fährt. Genau wie Honda-Testfahrer Stefan Bradl im vergangenen Jahr den verletzten Marc Marquez vertreten hat.

Doch dann bräuchte Petronas in Silverstone einen Ersatzfahrer für Morbidelli. Die Gerüchteküche besagt, dass man Jake Dixon eine Chance geben will, der in der Moto2 für Petronas fährt. Dann würden in Silverstone gleich zwei Briten in der Königsklasse in der Startaufstellung stehen.

Crutchlow: "Man darf nicht alles glauben"

Doch werden sich die Gerüchte bewahrheiten? "Ich habe mit Lin und 'Majo' noch überhaupt nicht darüber gesprochen", sagt Crutchlow. Damit meint er die Yamaha-Manager Lin Jarvis und Massimo Meregalli.

"Man darf nicht alles glauben, was in den Nachrichten steht. Es stimmt nicht immer", merkt Crutchlow an. "Ja, ich habe einen Vertrag als Yamaha-Fahrer. Ich bin mir sicher, dass es zu gegebener Zeit Gespräche mit Lin und Majo geben wird."

Cal Crutchlow

Vor Spielberg 1 fuhr Crutchlow die M1 zum letzten Mal im April

Foto: Motorsport Images

"Ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit beiden, aber auch mit Sumi von Yamaha. Ich bin sehr zufrieden wie wir arbeiten. Sollte ich mehr Rennen bestreiten, dann würde ich mehr meinen Speed finden." Denn vor Spielberg 1 hatte Crutchlow nur sieben Testtage mit der M1.

Bradl hat im vergangenen Jahr bei seinen Renneinsätzen die Entwicklung für Honda fortgesetzt. Theoretisch könnte Yamaha das in der restlichen Saison auch mit Crutchlow verfolgen. Wären diese Tests im Rennbetrieb besser als private Tests ganz allein?

"Ich weiß es nicht. Das ist bisher nicht an mich herangetragen worden, also braucht man nicht darüber nachdenken", winkt der 35-Jährige ab. Crutchlow glaubt nicht, dass es vernünftig wäre, neben seinem Testprogramm auch die Rennwochenenden zu bestreiten.

"Mein Testplan ist für das restliche Jahr zwar nicht hektisch. Man könnte parallel dazu auch Rennen fahren. Ich glaube nicht, dass man beides machen sollte. Ich habe aber mit niemandem darüber gesprochen", betont er erneut.

Crutchlow: "Ich wollte Testfahrer sein"

Außerdem muss sich Crutchlow die Frage stellen, ob er überhaupt so viele Rennen fahren möchte. Denn im Vorjahr hatte er mit Verletzungen und körperlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Im vergangenen Herbst merkte er an, dass eine komplette Saison sehr schwierig sein würde.

"Ich wollte ein Testfahrer sein. Wenn ich Rennen fahren hätte wollen, dann hätte ich das gemacht. Wie gesagt, es wird zu gegebener Zeit Gespräche geben. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich weiß auch nicht mehr. Momentan fahre ich in Österreich."

Cal Crutchlow, Maverick Vinales

Wird Cal Crutchlow in Silverstone die alte Vinales-Box übernehmen?

Foto: Motorsport Images

Abseits der Rennstrecken genießt Crutchlow die Zeit mit seiner Frau Lucy und Tochter Willow. Auch das war ein Mitgrund für seinen Rücktritt Ende 2020. Würde ihn Lucy überhaupt die restliche Saison fahren lassen? "Ich weiß es nicht", lautet seine Antwort.

"Die Situation im Moment ist, dass ich gar nichts weiß. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich beides gleichzeitig kann. Außerdem muss man auch bedenken, ob ich das überhaupt machen will. Ich habe keinen Vertrag unterschrieben um das restliche Jahr zu fahren."

"Es steht natürlich etwas darin, dass ich Ersatzfahrer bin, aber jemanden für die restliche Saison zu ersetzen, ist eine andere Geschichte. Wie gesagt, wir haben eine gute Arbeitsbeziehung zu Yamaha und werden darüber sprechen. Zunächst werde ich aber mit meiner Familie sprechen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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