Familien im Motorradrennsport: Bradl, Doohan, Hayden, Marquez, Rossi & Co.

In der Motorrad-WM mit ihrer Königsklasse MotoGP, und anderen Zweirad-Rennserien wie der Superbike-WM, gab und gibt es zahlreiche Familiengeschichten

Familien im Motorradrennsport: Bradl, Doohan, Hayden, Marquez, Rossi & Co.

In der Saison 2021 der Motorrad-Weltmeisterschaft sind fünf Brüderpaare aktiv, drei davon in der Königsklasse MotoGP. Im Laufe der Jahrzehnte hat es aber in der Motorrad-WM und darüber hinaus noch weitaus mehr Familien gegeben, in denen mindestens zwei Mitglieder bei Motorradrennen aktiv waren - teilweise als direkte Gegner und manchmal sogar gleichzeitig bei einer Siegerehrung.

Nachfolgend haben wir knapp 40 Beispiele für Familien im Motorradrennsport zusammengetragen und erzählen ihre jeweilige Geschichte, die hier und da nicht nur im Zeichen großer Triumphe, sondern auch im Zeichen großer Tragik steht.

 

Italy  Giacomo Agostini und Felice Agostini (Brüder)

Giacomo Agostini

Giacomo Agostini

Foto: Motorsport Images

Giacomo Agostini ist statistisch gesehen der erfolgreichste Motorradrennfahrer aller Zeiten. Im Zeitraum 1968 bis 1975 errang der Italiener achtmal den WM-Titel in der 500er-Klasse, davon siebenmal in Folge. Zudem wurde er in den Jahren 1968 bis 1974 siebenmal in Folge Weltmeister der 350er-Klasse.

Von seinen 223 WM-Rennen hat "Ago" sage und schreibe 122 als Sieger beendet. Bemerkenswert: Im Zeitraum 1968 bis 1971 gewann er in der 500er- und in der 350er-Klasse jedes Rennen, das er beendete. Nur viermal in diesem Zeitraum fiel er aus. Giacomo Agostini gehört dem erlesenen Kreis der MotoGP-Legenden an.

Felice Agostini, einer von Giacomos drei jüngeren Brüdern, war ebenfalls in der Motorrad-WM am Start. Er fuhr im Zeitraum 1975 bis 1978 in den Klassen 125er, 250er und 350er. Seine beste Platzierung erzielte er beim 125er-Rennen in Jarama 1978, wo er Fünfter wurde.

 

Japan  Nobuatsu Aoki, Takuma Aoki, Haruchika Aoki (Brüder)

Nobuatsu Aoki und Takuma Aoki

Nobuatsu Aoki und Takuma Aoki

Foto: Motorsport Images

Nobuatsu Aoki und Takuma Aoki beendeten das 500er-Rennen 1997 in Imola gemeinsam auf dem Podium. Hinter Sieger Mick Doohan wurde Nobuatsu Zweiter, sein jüngerer Bruder Takuma Dritter. Die Brüder aus Japan sorgten damit für das zweite und bislang letzte Mal, dass zwei Brüder bei einem Rennen der Königsklasse gemeinsam auf das Podest fuhren.

Nobuatsu Aoki ging im Zeitraum 1990 bis 2008 bei insgesamt 167 WM-Rennen in den Klassen 250er, 500er und MotoGP an den Start. Beim 250er-Rennen in Shah Alam 1993 - seinem gerade mal fünften Rennen - gelang ihm sein einziger Sieg.

Die Karriere von Takuma Aoki dauerte hingegen nur 18 Rennen (1993 bis 1997). In der 500er-Klasse schaffte er es viermal auf das Podest. Seit einem schweren Unfall bei Testfahrten im Frühjahr 1998 ist Takuma auf den Rollstuhl angewiesen.

Haruchika Aoki - der jüngste der drei Aoki-Brüder - ging im Zeitraum 1993 bis 1998 bei 129 WM-Rennen in der 125er- und 250er-Klasse an den Start, wobei er es in der 125er-Klasse auf neun Siege und zwei WM-Titel (1995 und 1996) gebracht hat.

 

Japan  Hiroshi Aoyama und Shuhei Aoyama (Brüder)

Hiroshi Aoyama

Hiroshi Aoyama

Foto: Motorsport Images

Hiroshi Aoyama hat es im Zeitraum 2000 bis 2017 auf 174 Rennen in der Motorrad-WM gebracht. Den Großteil davon absolvierte der Japaner in der 250er-Klasse, wo er neun Siege feierte und 2009 Weltmeister wurde. In der MotoGP-Klasse war sein bestes Ergebnis P4 in Jerez 2011. Abgesehen von seiner Karriere in der Motorrad-WM absolvierte Hiroshi Aoyama im Jahr 2012 eine volle Saison in der Superbike-WM (WSBK), wo er fünfmal in die Top 10 fuhr.

Hiroshi Aoyamas jüngerer Bruder Shuhei Aoyama war in der Motorrad-WM im Zeitraum 2001 bis 2009 bei insgesamt 47 Rennen in den Klassen 125er und 250er am Start. Sein bestes Ergebnis: Dritter beim 250er-Rennen in Le Mans 2006. Wie sein Bruder, so absolvierte auch Shuhei Aoyama eine Saison in der Superbike-WM. In seinem Fall war es das (erfolglose) Jahr 2008.

 

South Africa  Brad Binder und Darryn Binder (Brüder)

Brad Binder (re.) und Darryn Binder (li.)

Brad Binder (re.) und Darryn Binder (li.)

Foto: Motorsport Images

Die Brüder Brad Binder und Darryn Binder aus Südafrika sind aktuell beide in der Motorrad-WM aktiv. Brad Binder fährt seit 2020 in der Königsklasse MotoGP, nachdem er in der Moto3-Klasse im Jahr 2016 Weltmeister wurde und in der Moto2-Klasse im Jahr 2019 Vizeweltmeister. In der MotoGP-Klasse ist ihm als Rookie direkt beim dritten Start, in Brünn 2020, der erste Sieg gelungen.

Brad Binders jüngerer Bruder Darryn Binder fährt seit 2015 in der Moto3-Klasse. In seinem sechsten Jahr hat er, in Barcelona 2020, den ersten Sieg geschafft.

 

France  Jacques Bolle und Pierre Bolle (Brüder)

Jacques Bolle

Jacques Bolle

Foto: FFM

Jacques Bolle war im Zeitraum 1980 bis 1984 bei 30 Rennen in der 250er-Klasse der Motorrad-WM aktiv. In Silverstone 1983 gelang ihm sein einziger Sieg. Zwar ist der Franzose längst nicht mehr aktiv, dem Motorradrennsport aber weiterhin eng verbunden. Seit 2008 nämlich bekleidet Jacques Bolle das Amt des Präsidenten des Französischen Motorradverbands.

Jacques Bolles jüngerer Bruder Pierre Bolle fuhr ebenfalls in den frühen 1980er-Jahren Rennen in der 250er-Klasse der Motorrad-WM, allerdings ohne nennenswerten Erfolg.

 

United States  Ben Bostrom und Eric Bostrom (Brüder)

Ben Bostrom

Ben Bostrom

Foto: Richard Sloop

Ben Bostroms Karriere in der Motorrad-WM beschränkt sich auf ein einziges Rennen. Beim MotoGP-Rennen in Laguna Seca 2011 trat der US-Amerikaner an, kam aufgrund eines Sturzes aber nicht ins Ziel. Erfolgreicher war er im Sattel von Superbikes. In der Superbike-WM hat es Ben Bostrom im Zeitraum 1998 bis 2005 auf sieben Siege gebracht. Abgesehen davon war er 1998 der Champion in der US-Superbike-Meisterschaft (AMA).

Ben Bostroms jüngerer Bruder Eric Bostrom war in der Motorrad-WM nie am Start. Auch er hat als Superbike-Pilot von sich reden gemacht. Seine beste Platzierung im aktiven Zeitraum in der WSBK (1999 bis 2003) waren zwei fünfte Plätze am Laguna-Seca-Wochenende 2002. Ein Jahr zuvor war er in der AMA Vizemeister der Superbike-Klasse und parallel dazu Meister der Supersport-Klasse.

 

Germany  Helmut Bradl und Stefan Bradl (Vater und Sohn)

Helmut Bradl und Stefan Bradl

Helmut Bradl und Stefan Bradl

Foto: Dorna Sports

Helmut Bradls Karriere in der Motorrad-WM vollzog sich ausschließlich in der 250er-Klasse. Mit fünf Siegen und dem Vizetitel war die Saison 1991 seine erfolgreichste. 84 Mal ging der Deutsche an den Start.

Helmut Bradls Sohn Stefan Bradl ist seit 2005 in der Motorrad-WM aktiv. Über die Klassen 125er und Moto2 hat er es in die MotoGP-Klasse geschafft, wo er noch heute bei Rennen antritt. Stefan Bradls erfolgreichstes Jahr war 2011, als er im WM-Kampf gegen Marc Marquez Moto2-Weltmeister wurde. Bis zum MotoGP-Saisonbeginn 2021 hat es Stefan Bradl auf 19 Podestplätze gebracht, einen davon in der Königsklasse (P2 in Laguna Seca 2013).

 

Spain  Carlos Checa und David Checa (Brüder)

Carlos Checa

Carlos Checa

Foto: Daniel James Smith

Die Karriere von Carlos Checa umfasste allein in der Motorrad-WM 222 Rennen, wobei ihm in der Königsklasse zwei Siege gelangen: bei den 500er-Rennen in Barcelona 1996 und Jarama 1998. Sein erfolgreichste Jahr hatte der Spanier abseits des Grand-Prix-Sports. 2011 wurde er Superbike-Weltmeister. 15 seiner 24 Siege in dieser Rennserie gehen auf seine WM-Saison zurück.

Carlos Checas jüngerer Bruder David Checa war ebenfalls sowohl in der Motorrad-WM als auch in der Superbike-WM aktiv, allerdings mit geringerem Erfolg. Seine besten Platzierungen gelangen im jeweils in Valencia: Sechster beim 250er-Rennen 2002 und Neunter am Superbike-Wochenende 2005. Seine größten Erfolge feierte David Checa in der Motorrad-Langstrecken-WM, wo er viermal Weltmeister wurde (2004, 2014, 2017 und 2019) und wo er noch immer aktiv ist.

 

Australia  Mick Doohan und Scott Doohan (Brüder)

Mick Doohan (li.) und Scott Doohan (re.)

Mick Doohan (li.) und Scott Doohan (re.)

Foto: Motorsport Images

Mick Doohan trat in der Motorrad-WM ausschließlich in der Königsklasse an - und das mit großem Erfolg. Von den 137 Rennen, die er im Zeitraum 1989 bis 1999 in der 500er-Klasse bestritt, hat er 54 gewonnen. Fünfmal wurde er Weltmeister. Die WM-Titel sind dem Australier in ununterbrochener Reihenfolge (1994 bis 1998) gelungen. Mick Doohan gehört zum Kreis der MotoGP-Legenden.

Seine aktive Karriere musste Mick Doohan nach einem schweren Unfall im Qualifying in Jerez 1999 vorzeitig beenden. Vor Beginn seiner Grand-Prix-Laufbahn war "Quick Mick" im Jahr 1988 bei vier Rennen in der Superbike-WM am Start gewesen, wovon er drei als Sieger beendete.

Mick Doohans älterer Bruder Scott Doohan fuhr im Zeitraum 1989 bis 1992 in der Superbike-WM. In der Motorrad-WM blieb es für ihn bei einem einzigen Auftritt. Beim 500er-Rennen in Eastern Creek 1994 belegte er den zwölften Platz, während Bruder Mick Doohan in diesem Rennen Dritter wurde.

 

United Kingdom  Joey Dunlop, Robert Dunlop, William Dunlop, Michael Dunlop (Brüder und Söhne)

Joey Dunlop

Joey Dunlop

Foto: David Phipps

Die Rennfahrerfamilie Dunlop aus Nordirland hat bei Motorrad-Straßenrennen ebenso erfolgreich wie tragisch Geschichte geschrieben. Joey Dunlop hat es allein bei der Isle of Man TT auf 26 Triumphe gebracht, wobei er in den Jahren 1985, 1988 und 2000 jeweils in drei Klassen der Sieger war. Kurz nach seinem letzten TT-Sieg kam Joey Dunlop bei einem in Führung liegend passierten Unfall bei einem 125er-Rennen in Tallinn (Estland) ums Leben.

Joey Dunlops jüngerer Bruder Robert Dunlop war bei der Isle of Man TT fünfmal siegreich. Beim North West 200, dem bekanntesten Straßenrennen in Nordirland, hat er es auf 15 Siege gebracht (Bruder Joey Dunlop siegte dort 13 Mal). Im Jahr 2008 allerdings kam Robert Dunlop bei einem Unfall im Training zum North West 200 ums Leben.

Michael Dunlop

Michael Dunlop

Foto: Motorsport Images

William Dunlop - der älteste dreier Söhne Robert Dunlops - verlor sein Leben im Jahr 2018 bei einem Unfall im Training zum Skerries 100, einem Straßenrennen in Irland.

William Dunlops jüngerer Bruder Michael Dunlop ist am Leben und noch bei Straßenrennen aktiv. Bei der Isle of Man TT hat er 19 Siege auf dem Konto. Beim North West 200 fuhr er im Jahr 2008 - nur zwei Tage nach dem Tod seines Vaters Robert Dunlop - zum Sieg. Robert Dunlops jüngster Sohn Daniel Dunlop fährt keine Motorradrennen.

 

Spain  Aleix Espargaro und Pol Espargaro (Brüder)

Aleix Espargaro und Pol Espargaro

Aleix Espargaro und Pol Espargaro

Foto: Motorsport Images

Die Spanier Aleix Espargaro und Pol Espargaro sind eines von fünf Familienduos, die derzeit in der Motorrad-WM aktiv sind. Die Karriere von Aleix Espargaro umfasste bis Saisonbeginn 2021 insgesamt 263 Rennstarts in den Klassen 125er, 250er, Moto2 und MotoGP. Ein Rennen gewonnen hat er noch nicht. Das bisherige Highlight: Zweiter beim MotoGP-Rennen 2014 im Motorland Aragon.

Aleix Espargaros jüngerer Bruder Pol Espargaro steht bis zum Saisonbeginn 2021 bei 240 Rennen, verteilt auf die Klassen 125er, Moto2 und MotoGP. Sein bisher bestes Jahr war 2013, als er mit sechs Siegen Moto2-Weltmeister wurde. Insgesamt steht Pol Espargaro bei 15 Siegen (fünf in der 125er und zehn in der Moto2-Klasse). Sein bislang bestes Ergebnis bei MotoGP-Rennen: sechsmal Dritter.

 

Spain  Raul Fernandez und Adrian Fernandez (Brüder)

Raul Fernandez (re.) und Adrian Fernandez (li.)

Raul Fernandez (re.) und Adrian Fernandez (li.)

Foto: Motorsport Images

Wie die Brüder Binder und Espargaro, so sind auch die spanischen Brüder Raul Fernandez und Adrian Fernandez beide in der Motorrad-WM aktiv. Raul Fernandez ist im Winter 2020/21 nach zwei vollen Moto3-Jahren mit zwei Siegen in die Moto2-Klasse aufgestiegen.

Während Raul Fernandez 2021 Rookie in der Moto2-Klasse ist, tritt sein jüngerer Bruder Adrian Fernandez als Rookie in der Moto3-Klasse an. Übrigens: Augusto Fernandez, der seit 2017 in der Moto2-Klasse fährt, ist mit den beiden nicht verwandt.

 

France  Bernard Garcia und Marc Garcia (Brüder)

Bernard Garcia ging im Zeitraum 1992 bis 1999 bei 48 Rennen in der 500er-Klasse der Motorrad-WM an den Start. Mit P7 beim Saisonfinale 1993 in Jarama erzielte der Franzose sein bestes Ergebnis.

Bernard Garcias jüngerer Bruder Marc Garcia war in den Jahren 1994 und 1995 seinerseits in der 500er-Klasse der Motorrad-WM aktiv und fuhr direkt gegen seinen Bruder. In die Top 10 hat es Marc Garcia aber nie geschafft.

Sergio Garcia, der seit 2019 in der Moto3-Klasse der Motorrad-WM fährt, ist mit den Brüdern Bernard und Marc Garcia ebenso wenig verwandt wie der 1999 geborene Marc Garcia, der aktuell in der Supersport-300-Klasse (SSP300) im Rahmen der Superbike-WM fährt. Beide sind nicht Franzosen, sondern Spanier, sind aber auch untereinander nicht verwandt.

 

Australia  Wayne Gardner und Remy Gardner (Vater und Sohn)

Wayne Gardner und Remy Gardner

Wayne Gardner und Remy Gardner

Foto: Motorsport Images

Wayne Gardners Karriere in der Motorrad-WM lief genau wie die seines australischen Landsmanns Mick Doohan ausschließlich in der 500er-Klasse ab. Von seinen 100 Rennen im Zeitraum 1983 bis 1992 hat Wayne Gardner 18 gewonnen. 1987 errang er den WM-Titel.

Wayne Gardners Sohn Remy Gardner ist seit 2014 in der Motorrad-WM aktiv. Nach 21 Moto3-Rennen, bei denen er einmal in die Top 10 kam, fährt Remy Gardner seit 2016 in der Moto2-Klasse, wo er beim Saisonfinale 2020 in Portimao seinen ersten Sieg erzielte.

 

United Kingdom  Leslie Graham und Stuart Graham (Vater und Sohn)

Leslie Graham (auf dem Motorrad)

Leslie Graham (auf dem Motorrad)

Foto: MV Agusta

Leslie Graham war in der Motorrad-WM in den ersten fünf Jahren der seit 1949 geschriebenen Geschichte aktiv. In den Klassen 125er, 250er, 350er und 500er hat es der Brite bei 33 Rennen auf acht Siege gebracht. 1949 wurde er der erste 500er-Weltmeister überhaupt. Im Jahr 1953 aber verunglückte Leslie Graham tödlich bei der Isle of Man TT, die damals zum Rennkalender der Motorrad-WM zählte.

Leslie Grahams Sohn Stuart Graham ging im Zeitraum 1962 bis 1967 bei 23 WM-Rennen an den Start, von denen er zwei als Sieger beendete.

 

United Kingdom  Ron Haslam und Leon Haslam (Vater und Sohn)

Ron Haslam (re.) und Leon Haslam (li.)

Ron Haslam (re.) und Leon Haslam (li.)

Foto: Motorsport Images

Ron Haslam trat im Zeitraum 1977 bis 2000 bei 107 Events der 500er-Klasse an. Sein letzter Auftritt (Le Mans 2000) beschränkte sich sieben Jahre nach seinem letzten Rennen (Donington 1993) auf Training und Qualifying. Ein Rennen gewonnen hat der Brite auf der WM-Bühne nie. Bei Straßenrennen aber siegte "Rocket Ron" unter anderem bei der Isle of Man TT sowie beim Grand Prix von Macau.

Ron Haslams Sohn Leon Haslam ist bis heute mit Superbikes unterwegs. In der Britischen Superbike-Meisterschaft (BSB) hat er 46 Siege und einen Titelgewinn (2018) auf dem Konto. In der Superbike-WM, wo er 2003 erstmals antrat und noch heute aktiv ist, steht Leon Haslam bei fünf Siegen. In der Motorrad-WM beschränkte sich seine aktive Zeit auf 48 Rennen im Zeitraum 1998 bis 2002. Bestes Ergebnis: P7 beim 250er-Rennen in Estoril 2002.

 

United States  Nicky Hayden, Tommy Hayden, Roger Hayden (Brüder)

Nicky Hayden und Tommy Hayden

Nicky Hayden und Tommy Hayden

Foto: Honda Racing

Nicky Hayden brachte es in der US-Superbike-Meisterschaft, wo er von 1999 bis 2002 am Start war, auf 16 Siege und den Titelgewinn 2002. Direkt im Anschluss wechselte der US-Amerikaner in die Motorrad-WM, wo er im Zeitraum 2003 bis 2016 ausschließlich in der Königsklasse MotoGP antrat. Bei 218 Starts sind "Kentucky Kid" drei Siege und der WM-Titel 2006 gelungen.

2016 wechselte Nicky Hayden in die Superbike-WM. Dort gewann er im Mai 2016 in Sepang ein Rennen. Ein Jahr später, als er noch aktiv war, ließ er bei einem als Radfahrer passierten Verkehrsunfall in Misano (Italien) sein Leben. Nicky Hayden gehört dem Kreis der MotoGP-Legenden an.

Roger Hayden und Tommy Hayden

Roger Hayden und Tommy Hayden

Foto: Chris Sedgwick

Nicky Haydens jüngerer Bruder Roger Hayden (ganz oben im Titelbild neben Nicky Hayden) trat auf internationaler Bühne für eine volle Saison in der Superbike-WM (2010) und zu drei Einzelstarts in der Motorrad-WM an (Laguna Seca 2007 und 2010 in der MotoGP-Klasse sowie Indianapolis 2010 in der Moto2-Klasse). 2007 war Roger Haydens erfolgreichstes Jahr, als er unter dem Banner der AMA den Supersport-Titel errang. In der Superbike-Klasse der AMA (seit 2015 als MotoAmerica bekannt) war Roger Hayden bis 2017 aktiv.

Hingegen war Tommy Hayden - der ältere Bruder von sowohl Nicky Hayden als auch Roger Hayden - ausschließlich in den USA aktiv. Unter dem Banner der AMA errang er in den Jahren 2004 und 2005 den Titel in der Supersport-Klasse - in beiden Jahren mit Bruder Roger als Vizemeister. Heute kümmern sich beide um den Nachwuchs. Tommy Hayden besitzt ein eigenes Team, das bei Flat-Track-Rennen antritt. Roger Hayden arbeitet als Instruktor und zudem als TV-Experte bei den MotoAmerica-Rennen.

 

Australia  Harry Hinton, Harry Hinton jun., Eric Hinton, Robert Hinton (Vater und Söhne)

Harry Hinton gehörte im Jahr 1949, dem ersten in der Geschichte der Motorrad-WM, zum Fahrerfeld. Bis 1951 trat der Australier in der 350er-Klasse und der 500er-Klasse bei insgesamt 15 Rennen an. Dritter war in beiden Klassen sein bestes Einzelergebnis. Harry Hinton starb 1978 in Australien.

Harry Hintons ältester Sohn Harry Hinton jun. war in den 1950er-Jahren in der Motorrad-WM am Start. Er starb 1959, wenige Tage nach einem in Imola passierten Unfall. Eric Hinton und Robert Hinton - ebenfalls Söhne von Harry Hinton und jüngere Brüder von Harry Hinton jun. - fuhren ebenfalls in der Motorrad-WM. Eric Hinton starb 2015 in Australien.

 

Ireland  Michael Laverty, Eugene Laverty, John Laverty (Brüder)

Michael Laverty

Michael Laverty

Foto: Motorsport Images

Michael Laverty war im Zeitraum 2013 bis 2015 bei 37 MotoGP-Rennen am Start. P12 in Sepang 2014 war sein bestes Ergebnis. Erfolgreicher war der Ire in der Britischen Superbike-Meisterschaft, wo er es zum Rennsieger gebracht hat. Heutzutage tritt Michael Laverty als TV-Experte für den britischen Sender BT Sport auf.

Michael Lavertys jüngerer Bruder Eugene Laverty ist der sportlich erfolgreichere. Er war in der Motorrad-WM im Zeitraum 2004 bis 2016 in den Klassen 125er, 250er und MotoGP am Start, wobei sein bestes Ergebnis ein vierter Platz beim MotoGP-Rennen in Termas de Rio Hondo 2016 war. In der Superbike-WM, in der er noch heute aktiv ist, hat es Eugene Laverty seit 2011 auf 13 Siege und den Vizetitel 2013 gebracht.

John Laverty - jüngerer Bruder von Michael Laverty und älterer Bruder von Eugene Laverty - war im Zeitraum 2008 bis 2012 in der BSB am Start. Heute fährt John Laverty selber nicht mehr, sondern ist als Manager für Bruder Eugene tätig.

 

United Kingdom  Alex Lowes und Sam Lowes (Zwillingsbrüder)

Alex Lowes (re.) und Sam Lowes (li.)

Alex Lowes (re.) und Sam Lowes (li.)

Foto: Motorsport Images

Alex Lowes und Sam Lowes sind nicht nur beide noch aktiv und sind nicht nur Brüder. Sie sind Zwillingsbrüder, die beide am 14. September 1990 in Großbritannien geboren wurden. Sam Lowes war im Jahr 2010 unter dem Banner der BSB der Champion der Supersport-Klasse. Drei Jahre später errang er den Titel in der Supersport-WM. In der Superbike-WM allerdings ist er im Gegensatz zu Bruder Alex Lowes bis heute nicht angetreten.

2014 nämlich stieg Sam Lowes als Moto2-Pilot in die Motorrad-WM ein. In der Moto2-Klasse fährt er bis heute, wobei er 2017 ein Jahr in der Königsklasse MotoGP verbrachte (bestes Ergebnis: P13 in Motegi). In der Moto2-Klasse hat es Sam Lowes bis zum Saisonbeginn 2021 auf sechs Siege gebracht.

Im Gegensatz dazu war Alex Lowes im Jahr 2010 der Champion der Britischen Superbike-Meisterschaft. Seit 2011 ist er in der Superbike-WM aktiv und hat dort bis zum Saisonbeginn 2021 zwei Rennen gewonnen. In der Motorrad-WM hingegen war Alex Lowes lediglich bei drei Rennen am Start: 2006 beim 125er-Rennen in Silverstone und 2016 bei den MotoGP-Rennen in Silverstone und Misano.

 

Spain  Marc Marquez und Alex Marquez (Brüder)

Marc Marquez und Alex Marquez

Marc Marquez und Alex Marquez

Foto: Dorna Sports

Die Espargaro-Brüder Aleix und Pol sind nicht das einzige Bruderpaar, das 2021 in der WM-Königsklasse MotoGP fährt. Auf ihre spanischen Landsmänner Marc Marquez und Alex Marquez trifft dies ebenfalls zu.

Marc Marquez ist nach neunmonatiger Verletzungspause wieder dabei. Ob er mittelfristig an seine großen Erfolge (sechsmal MotoGP-Weltmeister in sieben Jahren und 56 Siege bei 128 Rennen) anknüpfen wird?

Bevor Marc Marquez im Jahr 2013 begann, die MotoGP-Klasse aufzumischen, indem er als Rookie auf Anhieb Weltmeister wurde, hatte er den Grundstein zum Aufstieg mit je einem WM-Titel in der 125er-Klasse (2010) und in der Moto2-Klasse (2012) gelegt.

Marc Marquez' jüngerer Bruder Alex Marquez stieg zur Saison 2020 seinerseits mit je einem WM-Titel aus den Aufstiegsklassen in die Königsklasse ein. Er war im Jahr 2014 der Moto3-Weltmeiser und im Jahr 2019 der Moto2-Weltmeister. In der MotoGP-Klasse hat es Alex Marquez in seiner Rookie-Saison 2020 auf zweimal P2 als sein bis Saisonbeginn 2021 bestes Ergebnis gebracht.

 

Australia  Mat Mladin und Mike Mladin (Brüder)

Mat Mladin

Mat Mladin

Foto: Todd Corzett

Mat Mladin absolvierte im Jahr 1993 eine WM-Saison in der 500er-Klasse, wo er beim Saisonfinale in Jarama mit P6 sein bestes Ergebnis erzielte. Seine größten Erfolge feierte der Australier aber in den USA.

In der Geschichte der US-Superbike-Meisterschaft nämlich ist Mat Mladin mit sieben Titeln und 83 Siegen sowohl nach Titeln als auch nach Siegen der erfolgreichste Fahrer. Sechs seiner sieben Titel kamen in einem Zeitraum von sieben Jahren (1999 bis 2005) zustande. Der siebte gelang ihm im Jahr 2009. Unterbrochen wurde Mat Mladins AMA-Titelserie von Nicky Hayden (2002) und von Ben Spies (2006, 2007, 2008).

Mat Mladins jüngerer Bruder Mike Mladin war seinerseits jahrelang in der US-Superbike-Meisterschaft unterwegs. Ohne Rennsieg, geschweige denn Titel, war Mike Mladin aber längst nicht so erfolgreich wie AMA-Rekordhalter Mat Mladin.

 

Spain  Angel Nieto, Pablo Nieto, Fonsi Nieto (Vater und Sohn und Neffe)

Angel Nieto (auf dem Motorrad)

Angel Nieto (auf dem Motorrad)

Foto: National Archief Netherlands

Angel Nieto ist mit 13 WM-Titeln (die er selbst stets als 12+1 zählte) einer der erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Motorrad-WM. Eingefahren hat er seine Titel im Zeitraum 1969 bis 1984, als er sechsmal Weltmeister der 50er-Klasse und siebenmal Weltmeister der 125er-Klasse wurde.

In der WM aktiv war Angel Nieto gar von 1964 bis 1986, wobei er insgesamt 90 Rennen gewann. Angel Nieto gehört zum Kreis der MotoGP-Legenden, ist jedoch genau wie Nicky Hayden nicht mehr am Leben. Wie Hayden, so kam auch Nieto im Jahr 2017 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Im Falle des Spaniers war es ein als Quad-Fahrer passierter Unfall auf Ibiza.

Pablo Nieto (re.)

Pablo Nieto (re.)

Foto: Motorsport Images

Angel Nietos Sohn Pablo Nieto war im Zeitraum 1998 bis 2008 in der Motorrad-WM aktiv, wobei er ausschließlich in der 125er-Klasse antrat. Sein einziger Sieg gelang ihm in Estoril 2003. Nach seinem Rücktritt vom aktiven Rennsport hat sich Pablo Nieto dem Teammanagement angenommen.

Unter Pablo Nietos Leitung wurde Maverick Vinales im Laglisse-Team der Moto3-Weltmeister 2013. Heute leitet der Sohn von Angel Nieto in der Moto2-Klasse das VR46-Team, das Valentino Rossi gehört. Francesco Bagnaia wurde unter Pablo Nietos Leitung der Moto2-Weltmeister 2018.

Fonsi Nieto - Neffe von Angel Nieto und Cousin von Pablo Nieto - war in seiner aktiven Karriere in der Motorrad-WM in vier Klassen am Start. Im Zeitraum 1997 bis 2010 trat er in der 125er-, der 250er-, der Moto2- und der MotoGP-Klasse an. Seine größten Erfolge feierte Fonsi Nieto in der 250er-Klasse, wo er drei Siege erzielt hat und Vizeweltmeister des Jahres 2002 war.

 

Turkey  Can Öncü und Deniz Öncü (Zwillingsbrüder)

Can Öncü und Deniz Öncü

Can Öncü und Deniz Öncü

Foto: Motorsport Images

Can Öncü und Deniz Öncü sind Zwillingsbrüder wie es Alex Lowes und Sam Lowes sind. Die türkischen Brüder wurden beide am 26. Juli 2003 geboren.

Can Öncü ist im November 2018 Historisches gelungen, hat er doch beim Moto3-Rennen in Valencia sein Debüt in der Motorrad-WM auf Anhieb als Sieger beendet. 2019 fuhr er die komplette Moto3-Saison, kam allerdings kein einziges Mal in die Top 10. Seit 2020 fährt Can Öncü in der Supersport-WM, wo er es als Rookie sechsmal in die Top 10 geschafft hat.

Deniz Öncü fährt in der Motorrad-WM seit 2019 in der Moto3-Klasse und ist bis zum Saisonbeginn 2021 fünfmal in die Top 10 gefahren.

 

Germany  Peter Öttl und Philipp Öttl (Vater und Sohn)

Peter Öttl und Philipp Öttl

Peter Öttl und Philipp Öttl

Foto: Motorsport Images

Peter Öttl hat es in seiner aktiven Karriere in der Motorrad-WM auf 111 Rennen in zwei Klassen gebracht. In der 80er-Klasse siegte er dreimal und wurde im Jahr 1989 Gesamtdritter. In der 125er-Klasse siegte er zweimal.

Nach seinem Rücktritt hat Peter Öttl genau wie Pablo Nieto Aufgaben im Teammanagement übernommen. So leitet der Deutsche heute in der Moto3-Klasse im Namen von Max Biaggi das Max Racing Team. Basis des Teams ist das einst von Öttl geleitete Schedl-Team, in das sich Biaggi im Winter 2018/19 mitsamt Umbenennung eingekauft hat.

Peter Öttls Sohn Philipp Öttl trat im Zeitraum 2012 bis 2019 in der Moto3-Klasse der WM als Fahrer an, allerdings nicht für das von seinem Vater geleitete Team. Bei 120 Moto3-Rennen hat es Philipp Öttl auf einen Sieg (Jerez 2018) gebracht. Seit 2020 fährt er in der Supersport-WM, wo ihm in seiner Rookie-Saison mit P2 am Estoril-Wochenende sein bisher Ergebnis gelungen ist.

 

Italy  Nello Pagani und Alberto Pagani (Vater und Sohn)

Nello Pagani gehörte wie Leslie Graham und Harry Hinton dem Fahrerfeld des ersten Jahres in der Geschichte der Motorrad-WM an. Während Graham 1949 der erste 500er-Weltmeister wurde, war Nello Pagani in jenem Jahr der erste Weltmeister in der 125er-Klasse. Nach seinem Titelgewinn stieg der Italiener direkt in die 500er-Klasse auf, wo er bis 1955 aktiv war. Ein Rennsieg, geschweige denn ein Titel, ist ihm in der Königsklasse aber nicht gelungen. Nello Pagani starb im Jahr 2003 in Italien.

Nello Paganis Sohn Alberto Pagani war im Zeitraum 1959 bis 1972 sporadisch in der Motorrad-WM aktiv. Bei insgesamt 43 Rennen in der 50er-, 125er-, 250er-, 350er- und 500er-Klasse war er dreimal siegreich. Diese drei Siege sind ihm allesamt bei 500er-Rennen gelungen. Alberto Pagani starb im Jahr 2017 in Italien.

 

South Africa  Robbie Petersen, Dave Petersen, Cameron Petersen (Brüder und Sohn/Neffe)

Cameron Petersen

Cameron Petersen

Foto: Suzuki Racing

Robbie Petersen war in der Motorrad-WM ein einziges Mal am Start, fuhr dabei aber direkt in die Punkteränge. Beim 500er-Rennen in Laguna Seca 1991 kam der Südafrikaner auf dem zwölften Platz ins Ziel.

Robbie Petersens älterer Bruder Dave Petersen trat im Zeitraum 1984 bis 1986 bei 24 Rennen in der 500er-Klasse der Motorrad-WM an. Sein bestes Ergebnis: zweimal P9 in der Saison 1986 (Rijeka und Le Castellet).

Cameron Petersen - Sohn von Robbie Petersen und Neffe von Dave Petersen - trat noch nicht in der Motorrad-WM in Erscheinung. Er fährt seit 2017 in der US-Superbike-Meisterschaft (MotoAmerica), wartet aber noch auf seinen ersten Sieg.

 

Spain  Sito Pons, Axel Pons, Edgar Pons (Vater und Söhne)

Sito Pons

Sito Pons

Foto: Motorsport Images

Sito Pons war im Zeitraum 1981 bis 1991 in den Klassen 250er und 500er in der Motorrad-WM aktiv. In der 250er-Klasse wurde der Spanier 1988 und 1989 jeweils Weltmeister und hat insgesamt 15 Rennen gewonnen. In der 500er-Klasse, in der er drei Jahre lang fuhr, war P5 auf dem Nürburgring 1990 sein bestes Ergebnis.

Nach seinem Rücktritt als Fahrer hat Sito Pons seinen eigenen Rennstall aufgebaut. Für diesen fuhren Alex Criville, Alberto Puig, Carlos Checa, Alex Barros, Loris Capirossi, Max Biaggi und Makoto Tamada zu 16 Rennsiegen in der Königsklasse (500er- beziehungsweise MotoGP-Klasse). Nach der Saison 2006 musste Sito Pons sein Team mangels Budget aus der Königsklasse zurückziehen, hat es aber seit 2009 in der mittleren WM-Klasse (250er- beziehungsweise Moto2-Klasse) wieder erfolgreich am Start.

Edgar Pons

Edgar Pons

Foto: Motorsport Images

Sito Pons' ältester Sohn Axel Pons war im Zeitraum 2008 bis 2017 der Motorrad-WM aktiv. Zeitweise fuhr er für das Team seines Vaters. Ein Rennen gewonnen hat Axel Pons bei insgesamt 145 Starts in den Klassen 125er, 250er und Moto2 allerdings nie. Sein Highlight: P6 beim Moto2-Rennen in Mugello 2016.

Axel Pons' jüngerer Bruder Edgar Pons war 2014 bis 2020 seinerseits in der Moto2-Klasse der Motorrad-WM aktiv. Auch er fuhr zeitweise für das Team von Vater Sito Pons. Bei 62 Starts war Platz 13 im Motorland Aragon 2020 das beste Ergebnis für Edgar Pons, der am Jahresende zurückgetreten ist. Hingegen ist der seit 2017 sporadisch in der Supersport-WM fahrende Miquel Pons nicht mit der Pons-Rennfahrerfamilie verwandt.

 

United States  Kenny Roberts, Kenny Roberts jun., Kurtis Roberts (Vater und Söhne)

Kenny Roberts

Kenny Roberts

Foto: Yamaha Motor Racing

Die aktive Karriere von Kenny Roberts beschränkte sich längst nicht auf die Motorrad-WM allein, war aber allein auf dieser Bühne ausgesprochen erfolgreich. Neben fünf 250er-Rennen in den Jahren 1974 und 1978 von denen er zwei gewonnen hat, war "King Kenny" bei 55 Rennen in der 500er-Klasse am Start, von denen er 22 gewonnen hat. Im Zuge seiner Erfolgsserie wurde Kenny Roberts in den Jahren 1978, 1979, 1980 dreimal in Folge 500er-Weltmeister. 1978, sein erstes Titeljahr, war Roberts' Rookie-Saison in der Königsklasse. Sein letztes Rennen in der Königsklasse (Imola 1983) hat der US-Amerikaner als Sieger beendet.

Auch Kenny Roberts ist einer derjenigen, der nach seinem Rücktritt vom aktiven Rennsport mit Erfolg sein eigenes Rennteam ins Leben rief. So wurde Wayne Rainey unter der Leitung von Roberts in den Jahren 1990, 1991, 1992 dreimal in Folge 500er-Weltmeister. Zudem errang John Kocinski 1990 auch noch den 250er-Titel für das Roberts-Team. Nach vielen erfolgreichen Jahren mit Yamaha ging Kenny Roberts in seiner Rolle als Teambesitzer einen Schritt weiter und setzte im Zeitraum 1997 bis 2007 auf Eigenbau-Chassis (KR). Beim MotoGP-Rennen auf Phillip Island 2002 fuhr Jeremy McWilliams mit einer KR auf die Pole, ein Sieg allerdings gelang nie.

Kenny Roberts (Mi.) und Kenny Roberts jun. (re.)

Kenny Roberts (Mi.) und Kenny Roberts jun. (re.)

Foto: Motorsport Images

Auch Kenny Roberts' Sohn Kenny Roberts jun. saß zeitweise auf einer KR und fuhr (mit technischer Unterstützung von Honda) in der MotoGP-Saison 2006 sogar zweimal damit auf das Podium. Seine größten Erfolge aber feierte Kenny Roberts jun. nicht im Team seines Vaters, sondern als Suzuki-Werkspilot in der 500er-Klasse mit insgesamt acht Siegen sowie dem WM-Titel im Jahr 2000. Sowohl Kenny Roberts als auch Kenny Roberts jun. gehören dem Kreis der MotoGP-Legenden an.

Neben Kenny Roberts jun. trat auch dessen jüngerer Bruder Kurtis Roberts jahrelang in der Motorrad-WM an. Nach elf Rennen im Jahr 1997 in der 250er-Klasse fuhr Kurtis Roberts im Zeitraum 2001 bis 2007 bei 23 Rennen in der Königsklasse (500er- beziehungsweise MotoGP-Klasse). Dabei griff er ausschließlich für das Team von Vater Kenny Roberts in den Lenker eines der familieneigenen KR-Bikes. Kurtis Roberts' bestes Ergebnis: P12 beim MotoGP-Rennen 2007 auf dem Sachsenring.

Kenny Roberts jun. und Kurtis Roberts

Kenny Roberts jun. und Kurtis Roberts

Foto: Motorsport Images

Als Kurtis Roberts und Kenny Roberts jun. bei einigen Rennen der MotoGP-Saison 2007 beide für den väterlichen Rennstall fuhren, war es das letzte Mal vor Marc und Alex Marquez beim Auftakt der MotoGP-Saison 2020, dass zwei Brüder Teamkollegen waren. Übrigens: Joe Roberts, der seit 2017 in der Moto2-Klasse fährt, ist mit der berühmten Roberts-Familie nicht verwandt.

 

Italy  Graziano Rossi und Valentino Rossi (Vater und Sohn)

Graziano Rossi

Graziano Rossi

Foto: Motorsport Images

Graziano Rossi hat es im Zeitraum 1977 bis 1982 auf 20 Rennen in der Motorrad-WM gebracht. 15 davon bestritt der Italiener in der 500er-Klasse, wobei P2 in Assen 1980 sein bestes Ergebnis in dieser Klasse war.

Erfolgreicher war Graziano Rossi bei seinen fünf 250er-Rennen. Diese beendete er im Jahr 1979 allesamt auf dem Podium, wobei er dreimal siegte und die Gesamtwertung als Dritter abschloss. Noch wesentlich größere Erfolge als Graziano Rossi sind Sohn Valentino Rossi gelungen. Es dauerte nicht lange, bis Valentino in der Motorrad-WM nicht mehr als der Sohn von Graziano angekündigt wurde, sondern Graziano als der Vater von Valentino.

Valentino Rossi

Valentino Rossi

Foto: Motorsport Images

"The Doctor" Valentino Rossi ist seit 1996 in der WM aktiv, seit 2000 in der Königsklasse. In der 125er- und in der 250er-Klasse wurde er jeweils im zweiten Jahr Weltmeister (1997 beziehungsweise 1999). In der Königsklasse (500er- beziehungsweise MotoGP-Klasse) hat es der noch immer aktive Valentino Rossi bis zum Saisonbeginn 2021 auf sieben WM-Titel und 89 Siege gebracht. Zusammen mit seinem Erfolgen aus den kleinen Klassen steht er bei neun WM-Titeln und 115 Siegen.

 

Italy  Valentino Rossi und Luca Marini (Halbbrüder)

Valentino Rossi (re.) und Luca Marini (li.)

Valentino Rossi (re.) und Luca Marini (li.)

Foto: Motorsport Images

Valentino Rossi ist der einzige, der in unserer Liste der Familien im Motorradrennsport an zwei Stellen auftaucht. Denn er ist nicht nur als Sohn von Graziano Rossi vertreten, sondern auch als Halbbruder von Luca Marini. Halbbruder deshalb, weil Marini nicht Graziano Rossis Sohn ist. Valentino Rossi und Luca Marini haben dieselbe Mutter, aber nicht denselben Vater.

Luca Marini ist seit 2013 in der Motorrad-WM aktiv. Nach einem einzigen Moto3-Rennen (bei dem er in Misano 2013 direkt in der ersten Runde stürzte) trat der Italiener in den Jahren 2015 bis 2020 in der Moto2-Klasse an. Dort hat er es auf sechs Siege und den Vizetitel 2020 gebracht. Diese Erfolge sind ihm im VR46-Team seines Halbbruders Valentino Rossi gelungen.

Seit Saisonbeginn 2021 fährt Luca Marini in der MotoGP-Klasse. Somit treten er und Valentino Rossi erstmals gemeinsam zu Rennen derselben Klasse an. Damit sind sie - wenn auch Halbbrüder - das dritte Bruderpaar im diesjährigen MotoGP-Feld neben den Espargaro-Brüdern und den Marquez-Brüdern. Auf die gesamte Motorrad-WM 2021 bezogen schrauben die Binder-Brüder und die Fernandez-Brüder die Anzahl der aktiven Bruderpaare auf fünf. Übrigens: Im Gegensatz zu Luca Marini ist der seit 2019 in der Moto3-Klasse fahrende Riccardo Rossi nicht mit Valentino Rossi verwandt.

 

Argentina  Juan Carlos Salatino und Eduardo Salatino (Brüder)

Juan Carlos Salatino und Eduardo Salatino ist in der Motorrad-WM etwas gelungen, was ihnen seither einzig die Aoki-Brüder Nobuatsu und Takuma nachgemacht haben: ein Rennen der Königsklasse gemeinsam auf dem Podium zu beenden.

Genau wie bei Nobuatsu und Takuma Aoki in Imola 1997 handelte sich auch bei Juan Carlos und Eduardo Salatino um den zweiten und dritten Platz in einem 500er-Rennen. Im Falle der Brüder aus Argentinien gelang dies bei deren Heimrennen in Buenos Aires 1962. Der Vollständigkeit halber: Sieger damals war Benedicto Caldarella, ebenfalls Argentinier.

 

France  Christian Sarron und Dominique Sarron (Brüder)

Christian Sarron

Christian Sarron

Foto: Yamaha

Christian Sarron und Dominique Sarron aus Frankreich stehen in den Geschichtsbüchern der Motorrad-WM als die ersten Brüder, die jeder für sich einen Grand Prix gewonnen haben.

Christian Sarron trat im Zeitraum 1976 bis 1990 in den Klassen 250er, 350er und 500er der Motorrad-WM an. Bei 148 Rennen hat er es auf sieben Siege gebracht: sechs in der 250er-Klasse und einer in der 500er-Klasse. Der Sieg beim 500er-Rennen in Hockenheim 1985 war Christian Sarrons letzter. Sein erfolgreichstes Jahr war 1984, als er mit drei Saisonsiegen 250er-Weltmeister wurde.

Christian Sarrons jüngerer Bruder Dominique Sarron trat im Zeitraum 1985 bis 1992 seinerseits in den Klassen 250er und 500er in der Motorrad-WM an. Ihm sind in der 250er-Klasse vier Siege und ein dritter Platz in der Gesamtwertung gelungen. In der 500er-Klasse, wo er zwei Jahre lang fuhr, war P8 in Hockenheim 1989 das beste Ergebnis für Dominique Sarron.

 

Australia  Jeff Sayle und Murray Sayle (Brüder)

Jeff Sayle ging im Zeitraum 1979 bis 1989 bei 21 Rennen in den Klassen 250er, 350er und 500er der Motorrad-WM an den Start. Gewonnen hat er nie, aber in den beiden Klassen unterhalb der Königsklasse sind dem Australier jeweils drei Podestplätze gelungen.

Jeff Sayles älterer Bruder Murray Sayle war ebenfalls in der Motorrad-WM aktiv, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Sein Karriere-Highlight: Titelgewinn in der Australischen Meisterschaft für Straßenrennen im Jahr 1978.

 

Turkey  Kenan Sofuoglu, Bahattin Sofuoglu, Sinan Sofuoglu, Bahattin Sofuoglu (Brüder und Neffe)

Kenan Sofuoglu

Kenan Sofuoglu

Foto: Motorsport Images

Die Sofuoglu-Familie hat in der Türkei - ähnlich wie die Dunlop-Familie auf der Britischen Insel - ebenso erfolgreich wie tragisch Geschichte geschrieben. Die Brüder Bahattin, Sinan und Kenan Sofuoglu fuhren jeder für sich Motorradrennen.

Bahattin Sofuoglu (geboren 1978) errang in den Jahren 1999, 2000 und 2001 jeweils den Titel in der Türkischen Supersport-Meisterschaft. Im Jahr 2002 kam er er bei einem als Fußgänger passierten Verkehrsunfall ums Leben.

Bahattin Sofuoglus jüngerer Bruder Sinan Sofuoglu war nach Titelgewinn 2005 in der Türkischen Superbike-Meisterschaft bei einem WM-Rennen am Start. Beim 250er-Rennen in Istanbul 2006 kam er auf P19 ins Ziel. Zwei Jahre später ließ Sinan Sofuoglu bei einem Unfall auf der Rennstrecke in Izmit sein Leben.

Kenan Sofuoglu

Kenan Sofuoglu

Foto: Motorsport Images

Kenan Sofuoglu - jüngerer Bruder von sowohl Bahattin Sofuoglu als auch Sinan Sofuoglu - lebt. Aber er hat durch Familientragik nicht nur seine beiden Brüder verloren. Im Jahr 2015 erlag Kenans Sohn Hamza im Alter von nur vier Monaten einer Gehirnblutung.

Sportlich sorgte Kenan Sofuoglu international für Schlagzeilen. Fünfmal wurde er Supersport-Weltmeister (2007, 2010, 2012, 2015, 2016) und ist damit der erfolgreichste Fahrer überhaupt in dieser Rennserie. 2008 fuhr er in der Superbike-WM. 2010 und 2011 hat er es zudem auf 23 Rennen in der Moto2-Klasse der Motorrad-WM gebracht (bestes Ergebnis: P2 in Assen 2011). 2018 trat Kenan Sofuoglu während des Imola-Wochenendes der Supersport-WM vom aktiven Rennsport zurück. Heute ist er Mitglied im türkischen Parlament.

Bahattin Sofuoglu (geboren 2003)

Bahattin Sofuoglu (geboren 2003)

Foto: Motorsport Images

Und: In der Supersport-300-Klasse im Rahmen der Superbike-WM fährt seit 2018 wieder ein Bahattin Sofuoglu. Der im Jahr 2003 geborene Youngster erzielte in der SSP300-Saison 2020 seine ersten beiden Siege. Er ist der Neffe von Kenan Sofuoglu und nicht zu verwechseln mit Kenans Bruder, der ebenfalls Bahattin hieß.

 

Netherlands  Jürgen van den Goorbergh und Patrick van den Goorbergh (Brüder)

Jürgen van den Goorbergh und Patrick van den Goorbergh

Jürgen van den Goorbergh und Patrick van den Goorbergh

Foto: Motorsport Images

Jürgen van den Goorbergh hat es im Zeitraum 1991 bis 2005 in der Motorrad-WM in den Klassen 250er, 500er und MotoGP auf insgesamt 165 Rennen gebracht. In der 250er-Klasse war des Niederländers bestes Ergebnis P4 beim Heimspiel in Assen 1996. In der Königsklasse wurde er zweimal Fünfter: beim 500er-Rennen in Donington 2000 und beim MotoGP-Rennen auf Phillip Island 2002.

Jürgen van den Goorberghs jüngerer Bruder Patrick van den Goorbergh war im Zeitraum 1987 bis 1995 in der 250er-Klasse der Motorrad-WM am Start. Zeitweise traf er dabei nicht nur auf der Strecke auf Bruder Jürgen. Die beiden waren auch jahrelang Teamkollegen im familieneigenen Team. An die Erfolge des Älteren kam Patrick van den Goorbergh aber nicht heran.

 

Italy  Walter Villa und Francesco Villa (Brüder)

Walter Villa

Walter Villa

Foto: Motorsport Images

Walter Villa trat im Zeitraum 1967 bis 1980 in den Klassen 125er, 250er und 350er der Motorrad-WM bei 72 Rennen an. 24 davon hat er gewonnen. 20 seiner 24 Siege kamen in der 250er-Klasse zustande, wobei er in den Jahren 1975 und 1976 jeweils nur eines seiner bestrittenen Rennen nicht als Sieger beendete.

Dreimal in Folge wurde Walter Villa 250er-Weltmeister (1974, 1975, 1976). 1976 gelang dem Italiener sogar das WM-Doppel, denn in jenem Jahr wurde er auch 350er-Weltmeister. Walter Villa starb 2002 in Italien.

Walter Villas älterer Bruder Francesco Villa war bis 1972 bei Motorradrennen aktiv. Bekannt geworden ist er aber vor allem als Gründer der Motorradmarke Moto Villa. Francesco Villa starb 2020 in Italien.

 

Spain  Maverick Vinales und Isaac Vinales (Cousins)

Maverick Vinales

Maverick Vinales

Foto: Yamaha MotoGP

Maverick Vinales ist seit 2011 in der Motorrad-WM aktiv. In der kleinen Klasse (125er- beziehungsweise Moto3-Klasse) sind ihm in drei Jahren zwölf Siege und der Moto3-Titel 2013 gelungen. In der mittleren Klasse (Moto2) fuhr der Spanier nur ein Jahr, das er 2014 mit vier Siegen auf dem dritten Gesamtplatz abgeschlossen hat.

Seit 2015 ist Maverick Vinales in der Königsklasse MotoGP am Start. Bis zum Saisonbeginn 2021 hat er es in dieser auf acht Siege und zweimal den dritten Platz in der Gesamtwertung gebracht.

Isaac Vinales

Isaac Vinales

Foto: Kawasaki Racing Team

Maverick Vinales' Cousin Isaac Vinales war im Zeitraum 2010 bis 2018 in den WM-Klassen 125er, Moto3 und Moto2 am Start. Seine besten Einzelergebnisse waren zweimal P2 in der Moto3-Saison 2014 (Mugello und Valencia).

In den Jahren 2019 und 2020 trat Isaac Vinales in der Supersport-WM an. Auch dort war P2 (Magny-Cours 2019) sein bestes Ergebnis. Nach zwei Jahren Supersport-WM ist er in die Superbike-WM aufgestiegen, wo er 2021 einer der Rookies ist.

Mit Bildmaterial von Chris Jones / Motorsport Images

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