Franco Morbidelli voller Energie: "Könnte direkt ins Rennwochenende gehen"

Petronas-Pilot Franco Morbidelli schwärmt nach Katar-Test von den Updates, die ihm Yamaha für seine zwei Jahre alte M1 spendiert hat und setzt auf seine Stärken

Franco Morbidelli voller Energie: "Könnte direkt ins Rennwochenende gehen"

Während zahlreiche seiner MotoGP-Konkurrenten nach dem im Grunde ausgefallenen letzten Testtag in Katar beklagen, dass sie diesen einen Tag gerne noch für diverse Evaluierungen genutzt hätten, findet Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli klare Worte: "Ich bin mit diesem Test zufrieden. Wir konnten alles abarbeiten, was wir uns vorgenommen hatten."

Fotos: Franco Morbidelli beim MotoGP-Test in Losail

Entsprechend zuversichtlich geht Morbidelli mit seiner A-Spec-Yamaha ins erste Rennwochenende in zwei Wochen an gleicher Stelle: "Ich glaube, wir dürfen uns für das Wochenende gute Positionen vornehmen. Natürlich könnte es sein, dass sich die Bedingungen verändern. Das könnte dazu führen, dass wir eine andere Situation vorfinden als beim Test und im vergangenen Jahr. Für den Moment aber fühle ich mich gut und bereit. Ich habe jede Menge Energie und könnte direkt ins Rennwochenende gehen."

Im vergangenen Jahr brachte es Morbidelli mit seiner Petronas-Yamaha, die von der Basis her der M1 des Jahres 2019 entspricht, auf drei Saisonsiege und den Vize-WM-Titel. Anlässlich des Katar-Tests hat er nun Updates spendiert bekommen. Zwar ist Morbidelli nach wie vor mit älterem Material unterwegs als seine drei Yamaha-Markenkollegen. Nicht zuletzt aufgrund des Updates für den Motor aber sieht sich nun auf Augenhöhe mit Maverick Vinales, Fabio Quartararo und Valentino Rossi.

Fotostrecke: Technik beim MotoGP-Test 2021 in Losail (Katar)
Fotostrecke: Technik beim MotoGP-Test 2021 in Losail (Katar)
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Die Motorentwicklung ist zwar eingefroren, aber die MotoGP-Ingenieure arbeiten in den Bereichen Chassis, Schwinge und Aerodynamik auf Hochtouren. Wir blicken auf die technischen Details beim Test in Katar.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Aprilia RS-GP
Aprilia RS-GP
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Aprilia hat die RS-GP komplett überarbeitet. Neues Chassis, neue Schwinge, verschiedene Verkleidungen und auch beim V4-Motor sind die Zylinderköpfe neu. Die Auspuffführung ist auch anders.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Aprilia RS-GP
Aprilia RS-GP
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Bezüglich Aerodynamik gibt es einerseits die Version mit dem großen "Frontflügel" für mehr Anpressdruck und eine kleinere für weniger Anpressdruck und mehr Topspeed. In Erinnerung an den verstorbenen Fausto Gresini ist dort nicht mehr Aprilia zu lesen, sondern Fausto.

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Aprilia RS-GP
Aprilia RS-GP
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Die Hinterradschwinge aus Carbon ist genauso neu wie das Alu-Chassis. Aleix Espargaro konnte an allen Testtagen mit Topzeiten beeindrucken.

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Aprilia RS-GP
Aprilia RS-GP
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Ähnlich wie Yamaha verwendet Aprilia einen kurzen, seitlichen Auspuff von Akrapovic.

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Aprilia RS-GP
Aprilia RS-GP
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Die "Salatbox" der RS-GP ist von der Ducati Desmosedici kopiert.

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Ducati Desmosedici GP21
Ducati Desmosedici GP21
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Ducati hat Vergleichstests mit der bisherigen Seitenverkleidung und einer neuen durchgeführt. Bei der neuen Variante sind vor allem die Elemente unten hinter dem Vorderrad neu.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Ducati Desmosedici GP21
Ducati Desmosedici GP21
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Diese unten angebrachten Elemente (links und rechts) fangen die Luft auf und ...

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Ducati Desmosedici GP21
Ducati Desmosedici GP21
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... leiten sie nach hinten Richtung Boden ab. Ducati widmet sich beim Bereich der Aerodynamik nun der Schräglage und eröffnet damit ein komplett neues Forschungsfeld.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Ducati Desmosedici GP21
Ducati Desmosedici GP21
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"Die neue Verkleidung hilft uns nicht auf der Geraden, sondern am Kurveneingang", verrät Francesco Bagnaia. "Das Motorrad verhält sich am Kurveneingang etwas einfacher." Abzuwarten bleibt, ob das auch in langsameren Kurven wie in Jerez ein Vorteil ist.

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Ducati Desmosedici GP21
Ducati Desmosedici GP21
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Außerdem ist die "Salatbox" hinter dem Sitz im Heck wieder größer geworden. Es wird vermutet, dass sich darin ein Massedämpfer befindet, um die Neigung zu Chattering zu verringern. Aprilia hat diese Box bei der neuen RS-GP kopiert.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Honda RC213V
Honda RC213V
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Honda arbeitet an der Aerodynamik und schickte Stefan Bradl und Takaaki Nakagami mit neuen Winglets auf die Strecke. Beide sind mit der neuen Verkleidung allerdings gestürzt.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Honda RC213V
Honda RC213V
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Zum Vergleich Alex Marquez mit einer anderen Variante.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Honda RC213V
Honda RC213V
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Honda konzentriert sich stark auf das Chassis. Eine neue Version wurde aber wieder weggepackt. Hauptsächlich wird jenes Aluminium-Chassis mit Carbon-Verstärkungen (oben auf dem Foto zu sehen) verwendet, das Bradl schon im Vorjahr gefahren ist.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

KTM RC16
KTM RC16
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KTM experimentiert auch mit der Aerodynamik und unterschiedlich großen Winglets. Neuzugang Danilo Petrucci ist der größte Fahrer und hat deshalb auch ein eigenes Windschild erhalten.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

KTM RC16
KTM RC16
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Speziell Testfahrer Dani Pedrosa soll Detailentwicklungen für die Zukunft getestet haben, wobei optisch kaum Unterschiede zu den Einsatzmotorrädern der anderen Fahrer zu erkennen sind.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Suzuki GSX-RR
Suzuki GSX-RR
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Die Suzuki GSX-RR hat sich optisch kaum verändert. Joan Mir und Alex Rins testeten ein neues Chassis und eine neue Aluminium-Schwinge. Außerdem war der Motor für 2022 zum ersten Mal auf der Strecke im Einsatz.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Suzuki GSX-RR
Suzuki GSX-RR
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Der charakteristische Doppelauspuff von Akrapovic ist weiterhin ein Markenzeichen der GSX-RR

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha YZR-M1
Yamaha YZR-M1
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Yamaha hat ein umfangreiches Entwicklungsprogramm angeworfen. Auffällig ist ein Ausschnitt auf der Oberseite des Kotflügels. Durch diese Öffnung ist die Oberseite des Vorderreifens zu sehen. Die Winglets sind auch etwas anders geformt.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha YZR-M1
Yamaha YZR-M1
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Auch die Verkleidung des Dämpfers (mit dem Michelin-Aufkleber) ist deutlich breiter geworden.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha YZR-M1
Yamaha YZR-M1
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Yamaha experimentiert auch mit einer Abdeckung der Vorderbremse. Ducati verwendet so eine Platte bei der unteren Hälfte des Vorderreifens. Yamaha ist aber nicht oft mit diesem Teil gefahren.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha YZR-M1
Yamaha YZR-M1
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Yamaha hat auch das Chassis überarbeitet. Das Gefühl ist zwar nicht so wie mit der 2019er-Version, aber laut Rossi, Vinales und Quartararo ist das Turning etwas besser als im Vorjahr.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha YZR-M1
Yamaha YZR-M1
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Yamaha hat außerdem eine neue Hinterradschwinge aus Carbon ausprobiert. In den vergangenen beiden Jahren wurden schon Carbon-Versionen getestet, aber immer wieder verworfen. Diese neue Schwinge soll in Katar gut funktioniert haben.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Holeshot-Devices
Holeshot-Devices
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Holeshot-Vorrichtungen: Ducati, Honda, Aprilia und KTM können jetzt Heck UND Vordergabel für den Start zusammenpressen. Suzuki und Yamaha können nur den hinteren Dämpfer stauchen. Ducati zeigte beim Test die konstant besten Startübungen.

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Brembo-Bremsscheibe
Brembo-Bremsscheibe
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Brembo hat eine neue Carbon-Bremsscheibe mit Schlitzen entwickelt. Die Bremswirkung und die Hitzebeständigkeit will man damit verbessern. Diese Scheibe ist für Strecken mit vielen harten Bremspunkten gedacht (Spielberg, Motegi, Buriram).

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha-Sonderdesign
Yamaha-Sonderdesign
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Zum Abschluss darf natürlich nicht das Yamaha Retro-Design für Testfahrer Cal Crutchlow fehlen. Mit diesen Farben will Yamaha das 60-jährige Jubiläum im Grand-Prix-Sport feiern.

Foto: : Yamaha MotoGP


Zum Topspeed sagt Morbidelli: "Das ist der Aspekt, der mich im vergangenen Jahr wohl am meisten bestraft hat. Daher bin ich happy, dass ich nun beim Test nicht wieder zwei Zehntelsekunden auf der Geraden auf die anderen Yamahas verloren habe. Es waren vielleicht zwei Zehntelsekunden auf die Ducatis, aber nicht auf die anderen Yamahas."

Die neue Verkleidung mit anderer Aerodynamik, wie sie von Teamkollege Rossi getestet wurde, hatte Morbidelli hingegen gar nicht im Einsatz. "Ich glaube, sie passt nicht auf mein Motorrad", begründet der Italiener mit Verweis auf seine vom Chassis her zwei Jahre alte M1.

Franco Morbidelli

In puncto Topseed hat Morbidelli auf seine Yamaha-Kollegen aufgeholt

Foto: Motorsport Images

Auch ohne neue Verkleidung zeigt sich Morbidelli mit den Updates, die ihm Yamaha für sein A-Spec-Bike spendiert hat, überaus zufrieden: "Es waren simple, aber erhebliche Dinge, die Yamaha gebracht hat. Und ich glaube, die Updates sollten auch auf anderen Strecken funktionieren", so der Vizeweltmeister von 2020, der trotz seiner auf dem Papier Uralt-Maschine als einer der Titelfavoriten 2021 gehandelt wird.

Unnötigem Druck aussetzen will sich Morbidelli aber nicht: "Ich werde wie gewohnt mein Bestes geben und noch ein bisschen mehr. Ich weiß, dass es schwierig wird, aber auch im vergangenen Jahr liefen die Dinge für mich zunächst nicht wie gewünscht. Seither weiß ich, dass man mit harter Arbeit und vollem Einsatz Dinge erreichen kann, die man nicht erwartet."

"Das", so Morbidelli weiter, "will ich in diesem Jahr wieder genauso machen. Ich kenne meine Stärken und die meines Teams. Ich will versuchen, diese Stärken zu meinem Vorteil zu nutzen. Damit meine ich meine Erfahrung mit diesem Motorrad und mein gutes Gefühl in diesem Team. Ich will meine Karten richtig spielen. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt."

Franco Morbidelli

Neues Helmdesign, aber Besinnung auf die gewohnten Stärken: Franco Morbidelli

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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