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"Gemischte Gefühle": Wie Honda die bisherige MotoGP-Saison bewertet

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"Gemischte Gefühle": Wie Honda die bisherige MotoGP-Saison bewertet
Autor:
09.09.2019, 11:55

Takeo Yokoyama zieht ein Zwischenfazit von Hondas bisheriger MotoGP-Saison und gewährt Einblicke in die Entwicklungsarbeit - Titel mit Marc Marquez hat Vorrang

Nach zwölf Saisonrennen steuert Honda-Pilot Marc Marquez mit großen Schritten auf seinen sechsten MotoGP-Titel zu. Die Gesamtwertung führt der Spanier mit 78 Punkten vor Ducati-Konkurrent Andrea Dovizioso an. Gegenüber der italienischen Marke hat Honda auch in der Herstellerwertung die Nase vorn.

Angesprochen auf ein Zwischenfazit der bisherigen Saison gibt Takeo Yokoyama jedoch zu: "Wir haben gemischte Gefühle." Der MotoGP-Projektleiter der Honda Racing Corporation attestiert Marquez "fantastische Arbeit", kann die Enttäuschung über die Fortschritte von Teamkollege Jorge Lorenzo aber nicht verbergen.

"Auf der anderen Seite der Garage hatte Jorge aufgrund seiner Verletzungen, mit denen er schon in die Winterpause gestartet ist, nicht genug Zeit, um sich mit dem Motorrad vertraut zu machen", weiß Yokoyama. "Gerade als er begann, sich wohler zu fühlen, passierten leider weitere Stürze und Verletzungen."

Yokoyama erkennt eine "Negativspirale" bei Lorenzo

Insofern treffe es zu, "dass seine Anpassung länger dauert als erwartet", sagt der Japaner und übt sich in Optimismus: "Ich bin sicher, dass er zurückkehren und schnell sein wird." Zuletzt hatte Lorenzo nach seinem Sturz in Assen noch immer Schmerzen, beim Comeback-Rennen in Silverstone wurde er Vierzehnter.

"Mit Blick auf seinen Fahrstil haben wir damit gerechnet, dass es für ihn nicht einfach werden würde. Hinzu kamen die Verletzungen. Wie schon gesagt: Immer dann, wenn er sich besser fühlte, hatte er Pech... So entsteht eine Negativspirale. Aber wenn man die übersteht, kann es nur besser werden", glaubt Yokoyama.

Cal Crutchlow

Cal Crutchlow feierte in Katar und Deutschland jeweils den dritten Platz

Foto: LAT

Was die beiden Kundenfahrer bei LCR-Honda, Cal Crutchlow und Takaaki Nakagami, betrifft, zeigt sich der Projektleiter zufrieden: "Cal stand zweimal auf dem Podium. Bei Nakagami kann man sehen, dass er sich jedes Mal verbessert. Er kämpft konstant in den Top 10. Damit sind wir alles in allem glücklich."

Zu starker Fokus auf Marquez? Yokoyama relativiert

Zugpferd und Erfolgsgarant ist und bleibt aber Marquez. Kann das auch ein Nachteil sein? "Wenn man einen Fahrer wie Marc hat, kann es jedem Hersteller passieren, dass die Schwächen des Motorrads nicht so offensichtlich zu Tage treten", sagt Yokoyama. "Umso wichtiger ist es für uns, mit Marc zu arbeiten."

"Er hat ein gutes Verständnis für das Motorrad, denn er kennt das Bike seit vielen Jahren und kann bei der Entwicklung eine große Hilfe sein. Er weiß genau, was notwendig ist, um noch schneller zu sein. Das hilft uns, die richtige Richtung einzuschlagen." Den Einwand, sich zu sehr auf Marquez zu konzentrieren, lehnt er ab.

So versichert Yokoyama: "Natürlich versuchen wir, das Motorrad auch für Cal zu verbessern. Das Gleiche gilt für Jorge. Wir arbeiten für jeden von ihnen, Marc, Jorge und Cal. Aber tatsächlich passiert es nicht allzu oft, dass sie in ihrem Feedback komplett unterschiedliche Dinge sagen oder verlangen."

Sollte das der Fall sein, liege die Priorität auf Marquez, räumt der MotoGP-Projektleiter ein. "Denn mit ihm den Titel zu gewinnen hat Vorrang." Dafür hat Honda vor allem am Topspeed gearbeitet. "Aber natürlich mit dem Ziel, deshalb nicht an anderer Stelle einzubüßen. Ich glaube, dass uns das gut gelungen ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie MotoGP
Autor Juliane Ziegengeist