"Grip": Maverick Vinales erklärt seine Trendwende Assen vs. Sachsenring

Warum Maverick Vinales nach Riesenenttäuschung in Sachsen nun in Assen bislang (fast) alles im Griff hat - Fabio Quartararo beschreibt, was ihn die Pole gekostet hat

"Grip": Maverick Vinales erklärt seine Trendwende Assen vs. Sachsenring

Das Yamaha-Werksteam startet beim Grand Prix der Niederlande in Assen, dem letzten Rennen vor der MotoGP-Sommerpause 2021, mit beiden Piloten von den ersten beiden Startplätzen. Allerdings ist es nicht Qualifying-Spezialist und WM-Spitzenreiter Fabio Quartararo, der das Feld am Sonntag anführt, sondern Maverick Vinales.

Vinales zeigt in Assen bislang eine eindrucksvolle Trendwende im Vergleich zu seiner Performance vom vergangenen Wochenende auf dem Sachsenring. Dort war er im Qualifying nicht über den 21. Startplatz hinausgekommen. Im Rennen belegte er als letzter Fahrer in Wertung den 19. Platz und hat damit das schlechteste Ergebnis seiner MotoGP-Karriere eingefahren. Daraufhin war von ihm heftige Kritik an Yamaha zu hören gewesen.

In Assen nun war Vinales in drei der vier Freien Trainings der Schnellste. Lediglich im FT4 in Vorbereitung auf das Rennen musste er sich in puncto schnellster Runde ganz knapp Quartararo geschlagen geben. Im Qualifying war das Bild umgekehrt und Vinales war derjenige, der sich mit 0,071 Sekunden die Pole gesichert hat. Seine Rundenzeit von 1:31.814 Minuten bedeutet zudem neuen Streckenrekord.

Grip ist alles für Vinales

Bemerkenswert: Zwar hat Vinales an diesem Wochenende eines seiner zwei Bikes exakt so abstimmen lassen wie Teamkollege Quartararo. Seine drei Trainingsbestzeiten und auch die Pole mit neuem Streckenrekord sind ihm aber mit seiner eigenen Abstimmung gelungen. Wie erklärt sich der Spanier das?

"Wenn der Grip da ist, kann ich schnell sein. Gott sei Dank war der Grip direkt im FT1 gut", sagt Vinales und bezieht sich damit nicht zuletzt auf den Asphalt in Assen. Der nämlich ist seit dem bisher letzten MotoGP-Wochenende vom Juni 2019 inzwischen erneuert worden.

Maverick Vinales

Auf dem neuen Asphalt in Assen kommt Vinales bislang bestens zurecht

Foto: Motorsport Images

"Wenn wir keinen Grip haben, dann sind wir nicht in der Lage, uns zu verbessern", spricht Vinales für seine Seite der Yamaha-Box, in der er seit dem Barcelona-Wochenende mit Silvano Galbusera als Crewchief zusammenarbeitet.

Mit Blick auf eventuelle Veränderungen an der Abstimmung bemerkt Vinales: "Ehrlich gesagt haben wir das Bike an diesem Wochenende nicht angerührt. Er erinnert sich, was er nach seinen Eindrücken im FT1 zu seiner Crew gesagt hat: "'Verändert nichts am Bike, es ist perfekt.'"

Vinales verrät: Quartararos Abstimmung nur kurz probiert

"Weil der Grip hier gut ist, kann ich gut beschleunigen. Auf dem Sachsenring war das ganz anders. Dort bin ich nur gerutscht", erklärt Vinales, für den die Assen-Pole die erste Pole der laufenden Saison ist. Zuletzt war er im September 2020 an beiden Misano-Wochenenden von der Pole gestartet.

Maverick Vinales

Am Freitag und Samstag konnte Vinales den Frust abschütteln - auch am Sonntag?

Foto: Motorsport Images

Dass Grip gerade für ihn auf der M1 alles ist, unterstreicht Vinales nachdrücklich, indem er sagt: "Wenn du mit diesem Bike keinen Grip hast, kannst du Gott sein und wirst nichts erreichen."

Sein zweites Motorrad, das an diesem Wochenende mit Quartararos Abstimmung versehen ist, hat Vinales bislang nur kurz ausprobiert, wie er sagt: "Ja, eines meiner Bikes ist so abgestimmt wie das von Fabio. Damit bin ich aber nur ein paarmal kurz gefahren, um ein paar Kurven zu checken. Mit meinem Bike aber hatte ich ein so gutes Gefühl, dass ich daran nichts verändern wollte. Dieses gute Gefühl wollte ich einfach nicht verlieren."

Quartararo: Mögliche Pole mit Fahrfehler verschenkt

Quartararo, der sich in Q2 diesmal knapp gegenüber Vinales geschlagen geben musste, erklärt warum: "Auf der letzten Runde habe ich es in Kurve 10 ein bisschen übertrieben. Ich ging über das Limit hinaus und dabei hat das Hinterrad blockiert. Es war kein kleiner Fehler, der mich aber zweieinhalb Zehntelsekunden gekostet hat. So ist es nun mal. Im Qualifying macht man Attacke. Da kann so etwas passieren."

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo hat die Pole nach einem Fehler in Q2 diesmal knapp verpasst

Foto: Motorsport Images

Im vierten Freien Training mit Rennabstimmung hatte Quartararo unmittelbar vor dem Qualifying die Bestzeit markiert. Macht ihn das abermals zum Favoriten auf den Rennsieg am Sonntag? "Warten wir mal. In Barcelona war meine Pace auch richtig stark. Das Rennen lief dann aber nicht so wie geplant", erinnert der WM-Spitzenreiter an den Grand Prix von Katalonien, in dem er gleich zweimal bestraft wurde.

In der WM hat Quartararo derzeit 22 Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger - Pramac-Ducati-Pilot Johann Zarco. Auf Nachfrage, ob er am Sonntag in Assen alles auf Sieg setzen wird, antwortet der Yamaha-Werkspilot: "Das wird sich zeigen. Auf dem Papier haben Maverick und ich eine sehr gute Pace. Daher müssen wir clever sein. Wenn ich aber um den Sieg kämpfen kann, dann werde ich das tun. Wir haben ja noch nicht einmal Halbzeit der Saison."

"Wenn ich aber merke, dass ich dabei zu sehr ans Limit gehen muss, dann werde ich auch nicht dumm sein, sondern werde versuchen, keinen Fehler machen. Letzten Endes wird es von der Situation abhängen. Momentan jedenfalls habe ich das Gefühl, dass ich vorne mitkämpfen kann", so Quartararo.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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