"Hoffe sobald wie möglich": Rossi wartet auf Yamaha-Fortschritte

geteilte inhalte
kommentare
Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Oriol Puigdemont
17.05.2018, 16:50

Beim Mugello-Test hat Yamaha keine Fortschritte erzielt. Valentino Rossi hofft in Le Mans trotzdem auf gutes Rennen. Maverick Vinales: "Müssen anfangen zu gewinnen".

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3, Marc Marquez, Repsol Honda Team
Danilo Petrucci, Pramac Racing, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Boxentafel für Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

In den vergangenen drei Jahren gewann Yamaha den Grand Prix von Frankreich in Le Mans. Für Vorjahressieger Maverick Vinales und Valentino Rossi, der letztmals 2008 auf dem Bugatti-Circuit als Erster ins Ziel kam, wäre es ein optimaler Ort, um der bisher schwierigen Saison einen positiven Schwung zu verleihen. Seit fast einem Jahr (Assen, Ende Juni 2017) ist Yamaha sieglos. Vor allem im Bereich der Elektronik ist man gegenüber Honda und Ducati zurückgefallen.

Wie viel Zeit bleibt den Yamaha-Ingenieuren noch, um die Probleme zu lösen? "Für mich ist das schwierig zu sagen", meint Rossi. "Ich hoffe natürlich, sobald wie möglich. Yamaha arbeitet, aber vielleicht brauchen wir mehr Zeit, um etwas anderes auszuprobieren. Normalerweise hat man in der zweiten Saisonhälfte eine oder zwei Wochen mehr Zeit für die Arbeit. Aber ich hoffe, wir verbessern uns schon früher."

Die Konkurrenzfähigkeit hängt von vielen Faktoren ab. Von Strecke zu Strecke kann sich die Situation verändern. Dazu haben Streckentemperatur, Asphaltbeschaffenheit und Reifen einen großen Einfluss. Nach dem enttäuschenden Rennen in Jerez testeten beide Yamaha-Werksfahrer noch einen Tag in Andalusien. Anschließend ging es für einen weiteren Testtag nach Mugello, um sich auf den italienischen Grand Prix Anfang Juni vorzubereiten.

Keine entscheidenden Verbesserungen beim Privattest

"Leider haben wir nicht viele Dinge gefunden", muss Rossi ernüchternd zu Protokoll geben. "Wir haben in Jerez an Details gearbeitet. In Mugello ging es dann mehr darum, die Balance des Motorrades für das Rennwochenende zu verstehen." Regen verkürzte diesen einen Testtag. Deswegen waren nur wenige Erkenntnisse zu gewinnen. Auch Vinales spricht von einem schwierigen Test, der keine entscheidenden Fortschritte gebracht hat.

"Der Grip", sagt Vinales über den Mugello-Tag, "war nicht besonders, weshalb es schwierig war, die Rundenzeiten zu fahren. Im Vorjahr konnte ich schon nach fünf Runden die Zeiten fahren, die ich den ganzen Tag beim Test geschafft habe. Das zeigt, dass das Motorrad nicht auf dem Level ist, wie ich es brauche. Ich brauche ein aggressives Motorrad, das bei Richtungswechseln schneller ist. Ich muss auch mit dem Vorderreifen attackieren können."

Auch der Spanier weiß nicht, wann von Yamaha entscheidende Updates kommen. Vinales spricht auch davon, dass für ihn Jerez noch schlechter als im Vorjahr war. "Für Yamaha ist es sehr schwierig, sich zwischen zwei Rennen zu verbessern. Wir müssen eine gute Abstimmung finden und viele Runden drehen, um Vertrauen zu finden. Der Rhythmus war gut, aber die schnelle Rundenzeit war nicht so aufregend wie im Vorjahr. Ich hoffe, dass wir an diesem Wochenende wieder ein Gefühl finden. Ein gutes Ergebnis wird wichtig, um dem Team und Yamaha Vertrauen zu verleihen."

Rossi: "Level ähnlich wie in Jerez"

Ob Yamaha an die Performance des Vorjahres anknüpfen kann, als Vinales und Rossi bis zur letzten Runde gegeneinander um den Sieg gekämpft haben, ist ungewiss. "Unser Level ist ähnlich wie in Jerez", meint der Italiener, "aber die M1 passt gewöhnlich gut zu dieser Strecke. Ich war hier immer stark." Vinales sieht die Situation pessimistischer: "Ich weiß es nicht, ob wir hier so gut wie im Vorjahr sein werden, weil das Motorrad ganz anders war. Jetzt ist es unmöglich, um den Sieg zu kämpfen. Wir müssen weiterarbeiten, damit ich wieder das gleiche Vertrauen wie im Vorjahr habe."

Vor zwölf Monaten holte sich Vinales seinen bisher letzten Sieg. Rossi gewann in Le Mans zwar nur dreimal, aber er stand zwölfmal in der Königsklasse auf dem Podest. "Mir gefällt die Strecke, es gibt harte Bremszonen und Richtungswechsel. Yamaha war in Le Mans immer gut. Aber ich war auch mit der Ducati hier stark und war zweimal auf dem Podium. Beim neuen Asphalt haben sie sehr gut gearbeitet. Die Strecke ist komplett flach und schön zu fahren. Im Vorjahr war das Griplevel auch sehr hoch."

Trotzdem gilt Honda-Konkurrent Marc Marquez als Favorit. Sollte er seinen dritten Sieg in Folge feiern, wäre die WM für Yamaha schon gelaufen? "Schwierig zu sagen", meint Vinales. "Natürlich müssen wir etwas machen, um die Situation zu verbessern. Wir müssen anfangen Rennen zu gewinnen. Wir kämpfen mit allem, was wir zur Verfügung haben und werden nicht aufgeben. Auch im Vorjahr hatte ich viele schlechte Rennen. Als ich attackieren musste, habe ich gepusht. Und als ich das Ergebnis nach Hause bringen musste, habe ich das getan. Ich gebe nie auf."

Nächster MotoGP Artikel