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Honda-Entwicklung: Was passieren muss, damit nicht nur Marquez gewinnt

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Honda-Entwicklung: Was passieren muss, damit nicht nur Marquez gewinnt
Autor:
Co-Autor: Oriol Puigdemont
02.10.2019, 12:17

Weil er die Schwächen des Bikes umfahren kann, ist bei Honda aktuell nur Marc Marquez siegfähig - Um das zu ändern, wird schon am Prototyp für 2020 getüftelt

Marc Marquez präsentiert sich in dieser MotoGP-Saison in bestechender Form. Nachdem er es mit Ausnahme von Austin bei allen Rennen aufs Podium schaffte, kann er den Titelgewinn bereits in Thailand an diesem Wochenende perfekt machen. Schaut man sich an, wo seine Honda-Markenkollegen liegen, ringt einem diese Leistung umso mehr Respekt ab.

Denn momentan ist nur Marquez in der Lage, mit der Honda RC213V zu siegen. Dahinter kommt lange nichts. Cal Crutchlow, im Kundenteam LCR ebenfalls mit dem aktuellen Werksbike unterwegs, schaffte es bisher nur zweimal aufs Podest. Marquez' Teamkollege Jorge Lorenzo dringt seit seiner Verletzung kaum mehr in die Top 15 vor.

Um das zu ändern, wird schon an der Entwicklung des Prototypen für 2020 gearbeitet. Marquez und Crutchlow testeten eine erste Version bereits, doch der Weltmeister sagt: "Der Prototyp für 2020 war noch zu neu, um darüber zu sprechen. Aber ich vertraue auf Honda. Wir gehen in eine gute Richtung, um das Motorrad für alle fahrbarer zu machen und damit auch noch konstanter."

Honda-Fahrer laut Marquez noch zu oft im Kiesbett

Auf Schwächen angesprochen, die es auszumerzen gilt, verrät Marquez: "Wir müssen verstehen, warum wir immer noch so viele Probleme mit dem Vorderreifen haben. Wir haben uns in dieser Saison zwar verbessert, aber nicht genug. Schaut man sich die Sturzstatistik an, bin ich zwar seltener gestürzt als im vergangenen Jahr, aber trotzdem sind alle Hondas weit vorne. Das müssen wir verbessern."

Marc Marquez

Marquez stürzte 2019 bisher deutlich weniger, meistens übers Vorderrad

Foto: LAT

Unter den vier Honda-Fahrern liegt Crutchlow mit neun Stürzen gleichauf mit Marquez. In der Gesamtstatistik sind bisher nur fünf Fahrer häufiger gestürzt: Johann Zarco (KTM/13), Jack Miller (Pramac-Ducati/13), Joan Mir (Suzuki/11), Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati/10) und Karel Abraham (Avintia-Ducati/10). Takaaki Nakagami kommt auf sieben, Lorenzo auf sechs Stürze.

Darüber hinaus räumt Marquez ein: "Es stimmt, dass das Motorrad körperlich sehr anspruchsvoll ist. Auf eine Runde schnell zu sein, ist nicht das Schwierigste. Über die Renndistanz konstant schnell zu sein, ist ungleich schwieriger. Daran arbeiten wir." Die Physis ist auch ein Punkt, den seine Markenkollegen immer wieder ansprechen.

Crutchlow: In der Entwicklung Marquez folgen, aber...

Doch Crutchlow ist zuversichtlich, dass Honda für 2020 daran arbeiten wird. "Ich denke, sie sind sich der Situation voll bewusst, denn ich bin sicher, dass es das Ziel von Honda ist, jemanden auf den ersten drei Plätzen im Rennen und in der Meisterschaft zu haben, aber das war im Laufe der Jahre sehr schwierig, besonders in den letzten Jahren", weiß der Brite, der seit 2015 in den Diensten von Honda steht.

Zwar verstehe er, dass man als Hersteller der Richtung des schnellsten Fahrers - in dem Fall Marquez - folgen müsse. "Aber wenn sie mehr Leute in der Meisterschaft wollen, müssen sie an etwas anderes denken", mahnt Crutchlow. "Einen anderen Fahrer zu holen, wird nicht helfen. Wenn sie denken, dass es die Fahrer sind, dann liegen sie falsch."

"Jorge ist fünfmaliger Weltmeister, ich hatte einige gute Rennen, Podeste, ich kann mit dem Motorrad konkurrieren. Dani (Pedrosa, bis 2018 bei Honda; Anm. d. R.) wurde in der Meisterschaft oft Zweiter und in den letzten Jahren hatte er viel mehr zu kämpfen. Ich denke, sie tun das Richtige, indem sie Marc folgen. Unser Feedback ist normalerweise ähnlich, nur weiß er, wie das Motorrad aktuell zu fahren ist."

Noch kein großer Unterschied zum Prototyp für 2020

Cal Crutchlow

Cal Crutchlow vertraut darauf, dass Honda für alle den richtigen Weg einschlägt

Foto: LAT

Trotzdem sei es auch in Marquez' Interesse, die RC213V weiterzuentwickeln: "Er ist ein Rennfahrer, kennt die Stärken unseres Bikes und die Schwächen und wird versuchen, die Schwachstellen zu verbessern", betont Crutchlow. Einen großen Unterschied zwischen dem aktuellen und dem 2020er-Bike erkenne er zwar noch nicht, "aber es sind nur die ersten Schritte".

Der LCR-Honda-Pilot ist sicher: "Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, wird sich im Winter noch einiges tun. Jetzt fahren wir jede Woche ein Rennen und haben nur ein Wochenende frei. Das macht es viel schwieriger, aber ich freue mich darauf, was sie gegen Ende der Saison und in Malaysia Anfang nächsten Jahres bringen werden."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie MotoGP
Autor Juliane Ziegengeist