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Jerez: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Jerez: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat
Autor:
06.05.2019, 07:45

Nur dank der Ausfälle in den Punkterängen: Jorge Lorenzo kann auch beim Europaauftakt in Jerez keine Impulse setzen und wird von HRC-Testpilot Stefan Bradl blamiert

Liebe Motorradsportfreunde,

Marc Marquez feierte in Jerez seinen 46. MotoGP-Sieg und liegt damit in der Statistik nur noch einen Sieg hinter HRC-Teamkollege Jorge Lorenzo. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Marquez bald an Landsmann Lorenzo vorbeiziehen wird. Während sich die Nummer 93 weiter in Bestform präsentiert, kämpft Lorenzo mit der Anpassung an die Honda RC213V und qualifiziert sich mit seiner Vorstellung in Jerez für unsere Montagskolumne.

Ja, ich bin überzeugt, dass Lorenzo keine gute Nacht hatte. Beim Europaauftakt wollte der Spanier die schwachen Resultate der bisherigen Rennen vergessen machen. Und anfangs sah es für den Weltmeister von 2010, 2012 und 2015 auch ganz gut aus. Beim Trainingsauftakt war Lorenzo schnell. Doch dann nahm das Wochenende einen unschönen Lauf.

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Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Foto: : MotoGP

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team, Marc Marquez, Repsol Honda Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Foto: : Miquel Liso

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Marc Marquez, Repsol Honda Team, Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Marc Marquez, Repsol Honda Team, Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team

Jorge Lorenzo, Repsol Honda Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Von Startplatz elf ging es im Rennen weiter nach hinten. Nach 25 Runden kam die Startnummer 99 mit mehr als 18 Sekunden Rückstand ins Ziel und egalisierte mit Platz zwölf das bisher beste Ergebnis seit dem Wechsel zu Honda. Es wird schwieriger, Ausreden zu finden.

Aber der zwölfte Platz in Jerez war noch schmeichelhaft. Lorenzo profitierte von den Ausfällen von Fabio Quartararo, Jack Miller, Joan Mir und Francesco Bagnaia. Ich befürchte, Lorenzo hätte aus eigener Kraft noch nicht einmal einen Punkt kassiert.

Hat Honda mehr Geduld als Ducati?

Dass die Honda in Jerez gut funktioniert, beweisen die zurückliegenden Siege von Teamkollege Marc Marquez und Vorgänger Dani Pedrosa. Und auch die LCR-Piloten waren mit ihren Hondas gut unterwegs. Cal Crutchlow und Takaaki Nakagami duellierten sich um Platz acht. Selbst HRC-Testpilot Stefan Bradl schaffte es beim Gaststart in die Top 10 – ein Zeichen, dass das Paket der Honda mittlerweile runder ist als in den vergangenen Jahren.

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Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team
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Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team
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Jorge Lorenzo, Ducati Team

Jorge Lorenzo, Ducati Team
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Jorge Lorenzos Abschied von Ducati

Jorge Lorenzos Abschied von Ducati
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Foto: : Ducati Corse

Jorge Lorenzos Abschied von Ducati

Jorge Lorenzos Abschied von Ducati
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Foto: : Ducati Corse

Jorge Lorenzos Abschied von Ducati

Jorge Lorenzos Abschied von Ducati
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Foto: : Ducati Corse

Jorge Lorenzo, Ducati Team, mit Cristian Gabbarini

Jorge Lorenzo, Ducati Team, mit Cristian Gabbarini
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Lorenzo sammelte bei den ersten vier Rennen mit Honda elf von 100 möglichen Punkten und reist als WM-14. zum Frankreich-Grand-Prix nach Le Mans. Ein WM-Kandidat ist Lorenzo in diesem Jahr nicht. Offen ist, ob ihm die Anpassung an die Honda RC213V überhaupt noch gelingt und wenn ja, wann. Wird Honda mehr Geduld haben als Ducati?

Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, dass der dreimalige MotoGP-Champion um seinen vierten Titel gekämpft hätte, wenn er Ducati treu geblieben wäre. Und es kommt noch bitterer: Wenn sich Lorenzo anschaut, was die Petronas-Yamaha-Piloten zeigen und wie Suzuki-Pilot Alex Rins auftrumpft, dann muss er sich fragen, ob er beim Vertragspoker 2018 die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Das neue Yamaha-Kundenteam zeigte durchaus Interesse, Lorenzo zu verpflichten. Bisher harmonierte der 31-Jährige Mallorquiner mit keinem MotoGP-Bike so gut wie mit der Yamaha M1. Wie konkurrenzfähig das von Yamaha bereitgestellte Material ist, demonstrierten Rookie Fabio Quartararo und Ex-Moto2-Weltmeister Franco Morbidelli. Doch Lorenzo wollte auch 2019 unbedingt einen Platz in einem Werksteam.

Wird Jorge Lorenzo zum Fernando Alonso der MotoGP?

Bei Suzuki hätte er den für ihn wichtigen Werksfahrerstatus haben können, doch der Hersteller aus Hamamatsu konnte finanziell nicht mit Honda mithalten. Lorenzo entschied sich, bei HRC das Erbe von Dani Pedrosa anzutreten und Teamkollege von Marc Marquez zu werden. Das Risiko des Scheiterns war enorm.

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Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing

Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing
1/5

Foto: : Yamaha Motor Racing

Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing

Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing
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Foto: : Yamaha MotoGP

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team
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Foto: : Yamaha Motor Racing

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team
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Foto: : Yamaha Motor Racing

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team

Jorge Lorenzo, Fiat Yamaha Team
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Foto: : Yamaha Motor Racing

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin überzeugt, dass Lorenzo einer der talentiertesten Fahrer ist, die es im Motorradsport jemals gab. Mit seinem einmalig weichen Fahrstil zeigt er auf, dass es auch anders geht, als es Marquez mit seinen wilden Ritten vormacht. Er kann Marquez besiegen. Doch für Spitzenleistungen braucht Lorenzo das richtige Motorrad.

Die riskanten Wechsel der vergangenen Jahre führen dazu, dass Lorenzo zum Fernando Alonso der MotoGP werden könnte, wenn er nicht bald die Kurve bekommt. Endlos Zeit hat Lorenzo nicht, denn im Mai wird er 32 Jahre alt und entwickelt sich zu einem Auslaufmodell, auch wenn Valentino Rossi regelmäßig demonstriert, dass man auch mit 40 Jahren noch vorne mitmischen kann.

Aber ich bin mir nicht sicher, ob Lorenzos Leidenschaft groß genug ist, um sich auch im "hohen Alter" noch so wie Rossi selbst anzutreiben. Die nächste Generation rückt auf jeden Fall nach und hatte nach dem Rennen in Jerez eine bessere Nacht (zur Kolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat").

Ihr,
Sebastian Fränzschky

 

 

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