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"Jetzt nicht mehr so stinksauer": Miller hakt Lorenzo-Posse von Spielberg ab

Jack Miller spricht über die Ereignisse in Spielberg und das Angebot von KTM - Nun will er die ganze Geschichte abhaken und Ducati beweisen, dass er gewinnen kann

"Jetzt nicht mehr so stinksauer": Miller hakt Lorenzo-Posse von Spielberg ab

Vor zwei Wochen hing Jack Miller bezüglich seiner Vertragsverlängerung mit Pramac-Ducati in der Luft. Hinter den Kulissen gab es beim Grand Prix von Österreich allerlei Geschichten, dass eventuell Jorge Lorenzo seinen Platz bekommen könnte. Doch schlussendlich verkündete Pramac in den Tagen nach Spielberg die Vertragsverlängerung mit Miller für die Saison 2020. Er wird auch im nächsten Jahr ein aktuelles Motorrad erhalten.

"Wirke ich jetzt relaxter", fragt der Australier am Donnerstag in Silverstone in seiner Medienrunde. "Vielleicht bin ich jetzt nicht mehr so stinksauer, sagen wir es so. Ich muss mich bei Paolo Campinoti bedanken, denn er hat sich für mich stark gemacht. Er und Francesco [Guidotti] haben mich während der ganzen Situation unterstützt." Denn die beiden Teamverantwortlichen wollten unbedingt mit Miller weitermachen.

Anders die Situation bei den Ducati-Bossen. "Es war dort 50:50", sagt Miller zerknirscht. "Schwierig zu sagen, wer das wollte. Ich weiß es, kann aber nicht viel dazu sagen. Es ist wie es ist. Unterm Strich ist es Business und sie wollen versuchen Rennen zu gewinnen. Das verstehe ich total. Ich hoffe, dass ich ihnen beweisen kann, dass ich das auch kann." Zwei dritte Plätze waren bisher seine besten Saisonergebnisse.

"Fegen wir die Scheiße unter den Teppich"

Für Miller ist die ganze Posse der vergangenen Wochen damit beendet. Er will sie vergessen und sich auf die Zukunft konzentrieren, um Leistung zu zeigen. "Fegen wir die Scheiße unter den Teppich und lassen sie dort", sagt "Jackass" in seiner unverblümten Art. "Wenn man sich in diesem Paddock alles zu Herzen nimmt, dann wird man nicht lange hier sein. Wie gesagt, für mich war das Business."

Jack Miller

Auch im nächsten Jahr wird Miller im Pramac-Team eine aktuelle Ducati fahren

Foto: LAT

Aber hätte sich Ducati nicht loyaler zu ihm verhalten sollen, anstatt hinter seinem Rücken mit Lorenzo zu sprechen? "Er ist ein dreimaliger MotoGP-Weltmeister und hat mit diesem Motorrad schon gewonnen. Aber er ist 32 und hat im Vorjahr viele Rennen verpasst und auch in diesem Jahr", hält Miller fest. "Man muss die Situation realistisch sehen, wo er in seiner Karriere steht. Und ich habe das Gefühl, dass es bei mir erst losgeht."

Was sagt Miller zur Anfrage von KTM?

Deswegen betont der 24-jährige Australier, dass für ihn das Thema erledigt ist: "Man braucht nicht darauf herumreiten. Ich habe deswegen keine schlaflosen Nächte. Das ist Business. In diesem Fahrerlager werden viele solcher Entscheidungen getroffen - jeden Tag. Mich kümmert das nicht." Im Zuge der ganzen Geschichte gab es in Spielberg offenbar auch eine Anfrage von KTM, als festgestanden hat, dass Johann Zarco das Team mit Saisonende verlassen wird.

Jack Miller

2014 kämpfte Miller in der Moto3-Klasse mit KTM um den WM-Titel

Foto: FGlaenzel

Was sagt Miller zur KTM-Offerte? "Natürlich musste ich darüber nachdenken. KTM ist eine großartige Firma. Ich hatte mit ihnen schon viele Erfolge und habe eine gute Beziehung zu Herrn Pierer und Pit Beirer. Wir kommen gut miteinander klar." 2014 hatte Miller mit dem Ajo-KTM-Team in der Moto3-Klasse um den WM-Titel gekämpft und die Saison als Vizeweltmeister abgeschlossen.

Die KTM-Anfrage kam allerdings zu einem Zeitpunkt, als Miller in Spielberg den Pramac-Vertrag bereits unterzeichnet hatte. Den Verbleib bei Pramac hält er persönlich für den derzeit richtigen Schritt: "In meiner Karriere scheine ich immer ein Risiko eingegangen zu sein, wenn es gerade angefangen hat, in die richtige Richtung zu laufen - wie Podestplätze. Wenn es gut gelaufen ist, habe ich mich selbst aus dem Bus geschmissen und stand vor einer neuen Herausforderung. Jetzt will ich einige Zeit im Bus auf einem Sitzplatz sitzen."

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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Rennserie MotoGP
Autor Gerald Dirnbeck