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Jonathan Rea über MotoGP-Starts 2012: "Mein Kopf sagte mir, dass ich stürze"

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Jonathan Rea über MotoGP-Starts 2012: "Mein Kopf sagte mir, dass ich stürze"
Autor:
05.01.2020, 16:47

In der MotoGP-Saison 2012 springt Jonathan Rea ins kalte Wasser und ersetzt Casey Stoner: Rückblickend war der Bridgestone-Vorderreifen die größte Hürde

Im Spätsommer 2012 bekam Jonathan Rea die Chance, MotoGP-Weltmeister Casey Stoner bei zwei Grands Prix zu ersetzen. Bei den MotoGP-Events in Misano und Aragon übernahm Rea die Werks-Honda des Australiers und fuhr solide Ergebnisse ein.

In Misano kam der Nordire auf Position acht ins Ziel. Zwei Wochen später wurde er in Aragon Siebter. Für HRC war das zu wenig, um ihn in die MotoGP zu holen. Rea sollte nie wieder mit einer MotoGP-Maschine in Berührung kommen.

In seiner Autobiographie "Dream. Believe. Achieve." setzt sich Rea noch einmal mit seinen MotoGP-Starts auseinander. Rückblickend gesteht er, dass er großen Respekt vor der Honda RC213V und deren Wert hatte. Das ungewohnte Fahrverhalten der Bridgestone-Slicks bereitete Rea die größten Schwierigkeiten.

Pirelli vs. Bridgestone: MotoGP und Superbike-WM im Wechsel

In der Saison 2012 war Rea in der Superbike-WM kein Titelkandidat. Mit der unterlegenen Honda Fireblade gewann er zwei Rennen. Durch die Starts in der MotoGP wurde der Spätsommer für den Mann aus Nordirland extrem stressig. Rea stieg nach dem Rennwochenende in Moskau ins Flugzeug, um einen Tag später beim MotoGP-Test in Brünn auf die MotoGP-Honda zu steigen.

Jonathan Rea

Jonathan Rea auf der 2012er-Version der Honda Fireblade

Foto: Honda

"Das Problem war, dass es zusammen mit der Superbike-WM aufeinanderfolgende Rennen waren. An fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden wechselte ich von der Honda CBR1000 in der WSBK mit Pirelli-Reifen zur Honda RC213V in die MotoGP mit Bridgestone-Reifen. Es war wirklich hart, sich daran zu gewöhnen, doch ich dachte mir: 'Ich habe nichts zu verlieren, warum also nicht?' Sie zahlten mir zusätzlich etwas und die MotoGP-Bonuszahlungen waren großartig, selbst für Top-10-Ergebnisse", erinnert sich Rea.

Extrem teurer Prototyp: Stürzen verboten!

Als Rea ausgelaugt vom WSBK-Event in Moskau das Fahrerlager in Brünn betrat, war die Aufregung groß. "Die erste Person, die ich im Fahrerlager sah, war Shuhei Nakamoto, der HRC-Vizepräsident, den ich bereits beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka einen Monat vorher traf", berichtet Rea. "Die erste Aussage, die er in seiner witzigen mit Lachen erfüllten Sprache sagte, war: 'Hab Spaß, aber stürze nicht!'"

Jonathan Rea

Beim Test in Brünn fuhr Jonathan Rea mit der Startnummer "R"

Foto: Repsol

"Ich machte immer Witze darüber, dass ich, wenn ich einen Fehler mache und das Ten-Kate-Bike in eine Mauer crashe, den Schaden ersetze. Doch ich hatte das Gefühl, dass diese RC213V mehr Geld wert ist, als ich jemals besaß", scherzt der spätere WSBK-Rekord-Weltmeister.

"Ich hatte also ein seltsames Gefühl auf dem Motorrad, eine Angst vor einem Sturz. Ich wünschte, Nakamoto hätte nicht die Saat dafür gelegt, weil mich diese Angst nie verließ, solange ich die RCV pilotierte. Ich war steif und konnte nicht mein volles Potenzial zeigen", gesteht Rea.

Honda RC213V: Schmusekatze statt wildes Tier

Vor dem ersten Stint mit der Honda RC213V hatte Rea eine gewisse Ahnung, was ihn erwarten würde. Doch der Charakter der Werks-Honda überraschte ihn: "Ehrlich, ich öffnete das Gas und es fühlte sich wie eine Schmusekatze an. Es war, als ob ich in 60 Grad Schräglage voll ans Gas gehen könnte und nichts würde passieren, bis das Motorrad entscheidet, dass ich die Leistung bekomme."

"Das Tier, das ich erwartete, ließ sich ziemlich einfach fahren. Es war aber sehr schwierig, damit schnell zu fahren. Ich erkannte das Limit der Maschine, doch nicht das der Bridgestone-Reifen, vor allem nicht das des Vorderreifens", erinnert sich Rea.

Jonathan Rea muss seinen Fahrstil umstellen

Für den Superbiker war es unlogisch, mit so viel Bremsdruck in die Kurven zu biegen. "Mein Dateningenieur und meine Crew wollten mich ermutigen, zwei Bar mehr Druck zu erzeugen und das Motorrad noch ein paar Grad mehr in die Kurve zu legen, doch mein Kopf sagte mir, dass ich dann stürze. Und das war es, was Nakamoto mir nahelegte, nicht zu tun", schildert der ehemalige Honda-Pilot.

Jonathan Rea

Jonathan Rea arbeitete mit Giulio Nava, der mittlerweile Crewchief von Alvaro Bautista ist

Foto: Repsol

Eine zusätzliche Hürde waren die Bedingungen bei den beiden Rennwochenenden. Sowohl in Misano als auch in Aragon regnete es in den Trainings. Dadurch verlor Rea wichtige Zeit für Anpassungen. "Mir war bewusst, dass ich noch nicht einmal in die Nähe des Limits der Maschine kam. Ehrlich gesagt denke ich, dass ich bei dieser kompletten MotoGP-Erfahrung nicht ans Limit kam", so der Nordire.

Die Vorzüge des MotoGP-Fahrerlagers

Begeistert reagiert Rea auf die Rahmenbedingungen in der MotoGP: "Das komplette Team stellt sich rund um den Fahrer auf. Ich hatte mein eigenes privates Büro in einem der Trucks. Ich bekam alles, wonach ich fragte, wie ein zusätzliches Hotelzimmer oder mehr Pässe. Sie kümmerten sich, ohne zu fragen."

Und auch für das leibliche Wohl wurde bestens gesorgt: "Die Qualität der Bewirtung im MotoGP-Fahrerlager ist unglaublich angenehm. Die Küche war beeindruckend. Ich war verblüfft, wie viele verschiedene Optionen es beim Abendessen gab. Selbst Alpinestars hatte eine eigene Hospitality im Fahrerlager."

"Es war die Zeit, in der die BBC die MotoGP übertrug. Es fühlte sich an, als wäre es richtig groß. Es gab einen starken britischen Einfluss. Ich fühlte mich sehr heimisch", blickt Rea zurück und bilanziert: "Ich konnte mein Talent beweisen. Wenn ich es vergleiche, dann merke ich, dass nicht viele Rookies auf die MotoGP-Maschine springen und zwei Top-10-Ergebnisse vorweisen können.

Mit Bildmaterial von Repsol.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP , Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky