Kolumne: Pedrosa & Folger zu Yamaha – Stoner mit Comeback

Derzeit kursieren die wildesten Gerüchte um die verbliebenen Fahrerplätze im MotoGP-Feld 2017. In England sieht man natürlich Crutchlow ins Werks-Team von Honda wechseln. Wir tauchen ein – in Fakten, Poesie und Wünsche.

Die Fakten sind klar: Jorge Lorenzo zu Ducati, Valentino Rossi bleibt im Yamaha-Werksteam. Beide haben für zwei Jahre unterschrieben. Drei Werks-Yamahas und eine Werks-Ducati sind noch zu besetzen, genauso die beiden Werks-Hondas.

Nun aber überschlagen sich Spekulationen und Gerüchte. In England wird derzeit berichtet, Dani Pedrosa würde an die Seite von Valentino Rossi zu Yamaha wechseln – die freie Werks-Honda würde dann Cal Crutchlow bekommen.

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, und Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
2017 Teamkollegen? Manche Medien berichten derzeit, Dani Pedrosa könnte zu Yamaha wechseln.

Foto: Michelin Sport

Zunächst einmal ist unwahrscheinlich, dass Yamaha sich die älteste Fahrerpaarung in der MotoGP leisten würde – schließlich kommt auch eine Zeit nach „Vale“. Zum anderen gibt es wohl einige Fahrer, die die Werks-Honda mehr verdient hätten, als Crutchlow. Nichts gegen „Monster-Kalle“, aber da sind einfach zu viele junge, schnelle Talente in der Pipeline.

Bleibt Vinales bei Suzuki?

Wird Maverick Vinales bei Suzuki bleiben? Er ist momentan die heißeste Aktie am Fahrermarkt und jeder Hersteller würde ihn sicher gern an Bord holen – Yamaha, Honda wie Ducati.

Aber, wie auch Davide Brivio schon sagte: Romantischer wäre es, wenn er bei Suzuki bleibt, hier kann er eine Legende werden.

Sehe ich auch so. Aber nicht von der Romantik her.

Wechselt Vinales zu Yamaha, werden Rennsiege und Titel von ihm erwartet. Bei Honda wäre das genauso. Ducati ist immer noch eine unsichere Komponente und niemand weiß, ob sich Lorenzo mit dem Wechsel einen Gefallen getan hat. Wird Vinales aber auf Yamaha oder Honda Weltmeister – ist er, nüchtern gesagt, einer von vielen. Und wieder Mal ein Spanier.

Kevin Schwantz
Kevin Schwantz zählt auch zu den Vorbildern von Maverick Vinales. Schwantz war 1993 Weltmeister.

Foto: Crescent Suzuki

Bleibt Vinales aber bei Suzuki, dann kann er sich – sollte er Weltmeister werden – ein eigenes Denkmal bauen. Suzuki hat in der Königsklasse erst sechs Fahrer-Weltmeisterschaften mit fünf Piloten errungen: 1976/77 mit dem legendären Barry Sheene, 1981 mit Marco Lucchinelli, 1982 mit Legende Franco Uncini, 1993 mit Legende Kevin Schwantz und zuletzt 2000 mit Kenny Roberts jr., Sohn der Legende Kenny Roberts sr.

Vier Mal das Wort Legende auf fünf Fahrer (was Lucchinelli und Roberts jr. nicht abwerten soll)

Schon mit einem WM-Titel für Suzuki würde Vinales in einen Kreis erlauchter Helden dieses Sportes aufsteigen.

Also bitte bleib! Und natürlich „Mach das Ding“!

Worüber keiner spricht - Aprilia

 

Am meisten in den Arsch beißen dürfte sich wohl Sam Lowes. Eigentlich hätte er dieses Jahr ja schon MotoGP fahren können und sollen, hatte einen Vorvertrag. Im Gresini-Team wurde er um ein Jahr vertröstet, nachdem Stefan Bradl als Ersatz für Marco Melandri auf der Aprilia Starkes geleistet hatte.

Lowes hat derzeit einige Trümpfe in der Hand, um tatsächlich Moto2-Weltmeister zu werden. Der Brite ist konstant schnell. Aber glaubt hier irgendeiner wirklich daran, dass Aprilia auf kurz oder lang in der MotoGP unter regulären Umständen um Podestplätze wird kämpfen können? Wie lang hat das denn bei Ducati gedauert, nachdem Stoner weg war?

Die Wunsch-Liste

Eigentlich ist der Gedanke mit Pedrosa zu Yamaha gar nicht mal schlecht! Bringt doch endlich mal frischen Wind in die Szene.

 

Seit Jahren sehen die Repsol Hondas gleich aus, die Yamahas werden von den gleichen Stars gefahren (Wer hat noch Mal Vale vertreten, als der weg war? Und warum fährt der nur noch Fahrradrennen?). Und wer in eine rote Kombi schlüpft, scheitert. Egal bei welcher Marke aus Italien.

Frischen Wind wird es bei Tech 3 geben, beide Maschinen sind neu zu besetzen. Einer, der sich da derzeit große Hoffnungen darauf machen darf, ist Jonas Folger, an dem scheinbar alle Hersteller interessiert sind. Vielleicht bekommt er ja auch den Platz an der Seite von Vale? Oder Marc Marquez? Schließlich wurde für letzteren die Regelung aufgehoben, dass ein Rookie nicht direkt in ein Werksteam kommen durfte.

Casey Stoner, Ducati Team
Casey Stoner betont, dass er nur für Ducati testen will. Trotzdem wünschen sich viele Fans sein Comeback.

Foto: Ducati Corse

Und aus der Superbike-WM dürfte ruhig auch mal wieder einer kommen, gern auch einer, der von einem anderen Hersteller weggelockt werden muss.

Und natürlich. Absoluter Wunsch: Das Casey Stoner Comeback. Auch wenn das wenig realistisch ist...

Daher hier meine Wunschzusammenstellung für 2017:

Yamaha Factory: Valentino Rossi *)
Yamaha Factory: Dani Pedrosa

Repsol Honda: Marc Marquez
Repsol Honda: Jonathan Rea

Ducati Team: Jorge Lorenzo *)
Ducati Team: Chaz Davies
Ducati Team: Casey Stoner (Comeback)

Pramac Ducati: Scott Redding
Pramac Ducati: Eugene Laverty

Suzuki Team: Maverick Vinales
Suzuki Team: Ben Spies (Comeback)

Tech 3 Yamaha: Jonas Folger
Tech 3 Yamaha: Dominique Aegerter

Aprilia Gresini: Sam Lowes *)
Aprilia Gresini: Stefan Bradl

KTM Racing: Bradley Smith *)
KTM Racing: Andrea Iannone

*) – Nur diese vier Fahrer sind derzeit offiziell bestätigt: Rossi, Lorenzo, Lowes und Smith. Die restliche Zusammensetzung des Startfeldes für 2017 ist reine Spekulation / reines "Wunschdenken"

 

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Rennserien MotoGP , Motorrad , Superbike-WM , Moto2
Fahrer Valentino Rossi , Bradley Smith , Ben Spies , Eugene Laverty , Jorge Lorenzo , Chaz Davies , Jonathan Rea , Casey Stoner , Stefan Bradl , Scott Redding , Dani Pedrosa , Marc Marquez , Andrea Iannone , Maverick Vinales , Jonas Folger , Sam Lowes , Dominique Aegerter
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