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Le Mans: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Le Mans: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat
20.05.2019, 07:04

Platz 13 in Le Mans: Johann Zarco steht bei seinem Heimrennen im Schatten von KTM-Teamkollege Pol Espargaro und Landsmann Fabio Quartararo

Liebe Motorradsportfreunde,

ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix von Johann Zarco setzte sich KTM-Teamkollege Pol Espargaro mächtig in Szene. Mit Platz sechs konnte er das bisher beste Ergebnis mit der RC16 im Trockenen einfahren. Damit qualifizierte sich Espargaro für "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf unserer Schwesterseite Motorsport-Total.com. Zarco hingegen ist hier ein Thema, denn der Franzose bleibt weiterhin ein Sorgenfall und empfiehlt sich deshalb für diese Kolumne, in der wir jemanden auswählen, der im übertragenen Sinne schlecht geschlafen hat.

Zarco verzauberte die MotoGP, als er bei seinem Debüt in Katar 2017 Führungs-Kilometer sammelte und beim fünften Grand Prix in der Königsklasse erstmals aufs Podium fuhr. Auf der privaten Yamaha M1 des Tech-3-Teams war Zarco ein absoluter Favoritenschreck und konnte Valentino Rossi, Marc Marquez und Co. einige Male ärgern. Dieser Zauber scheint komplett verflogen zu sein.

Mit Leichtigkeit drehte Zarco seine Runden und schrammte 2017 und 2018 mit vier zweiten Plätzen nur knapp am ersten MotoGP-Sieg vorbei. Aktuell ist Zarco weit von seiner Bestform entfernt. Die Situation bei KTM erinnert an das, was Jorge Lorenzo aktuell bei Honda erlebt. Fahrer und Motorrad harmonieren nicht.

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Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
1/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
2/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
3/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
4/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
5/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing

Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing
6/6

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

In Le Mans erlebte Zarco eine weitere Blamage. Im Ziel lag er mehr als 33 Sekunden zurück. Auf Teamkollege Espargaro verlor er im Rennen über 27 Sekunden. Ein weiteres Mal sprach Zarco von einem "schwierigen Rennen". Mit dem 13. Platz beim Heim-Grand-Prix egalisierte er sein bisher bestes Rennergebnis mit der KTM. Die Top 10 sind für Zarco mit der RC16 momentan außer Reichweite.

"Am Ende des Rennens war meine Kraft am Ende", gesteht Zarco. Diese Aussagen erinnern mich stark an das, was Jorge Lorenzo bei Ducati erlebte. Übersetzt heißt es, dass der Fahrer im Rennen mit dem Motorrad kämpft und verkrampft fährt. Noch hat es zwischen der KTM und Zarco nicht gefunkt. Fraglich ist, ob das jemals passieren wird.

Wie viel Geduld hat KTM mit Johann Zarco?

Ich bin mir nicht so sicher, dass KTM nach dem öffentlichen Wortgefecht nach dem Jerez-Rennen die Geduld hat, Zarco eine weitere Saison zu beschäftigen, sollte der Franzose weiterhin deutlich hinter den Erwartungen bleiben. KTM-Chef Stefan Pierer will Erfolg und geht dafür über Leichen.

Bisher konnte sich Zarco hinter der KTM verstecken. Doch mit Platz sechs und gerade einmal 5,9 Sekunden Rückstand auf den Sieger stellte Pol Espargaro klar, dass die RC16 konkurrenzfähig ist. "Pol zeigte eine fantastische Leistung an diesem Wochenende. Das ist toll für KTM und für ihn", bemerkt Zarco, der sich über magere drei Punkte freut.

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KTM RC16 von Red Bull KTM Factory Racing

KTM RC16 von Red Bull KTM Factory Racing
1/7

Foto: : KTM

Auspuff: KTM RC16

Auspuff: KTM RC16
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

KTM RC16

KTM RC16
3/7

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Lenker: KTM RC16

Lenker: KTM RC16
4/7

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Auspuff: KTM RC16

Auspuff: KTM RC16
5/7

Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Schwinge: KTM RC16

Schwinge: KTM RC16
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

KTM RC16

KTM RC16
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Ich bin wirklich gespannt, wie viel Geduld KTM mit Zarco haben wird. Aktuell kann ich mir nicht so richtig vorstellen, wie sich der sanfte Fahrstil des Franzosen mit dem wilden Charakter der KTM vereinen lassen soll. Zudem dürften Espargaros Aussagen mit Blick auf die Entwicklung immer dominanter werden. Deshalb habe ich Zweifel, dass die Ingenieure aus der KTM ein sanfteres Motorrad machen können, mit dem Zarco bald seine Stärken ausspielen kann.

Fabio Quartararo läuft Johann Zarco den Rang ab

Im Juli feiert Zarco seinen 29. Geburtstag. Unendlich viel Zeit hat er nicht mehr, denn die Generation Alex Rins, Joan Mir und Fabio Quartararo rückt nach. Apropos Quartararo: Der junge Franzose läuft Landsmann Zarco immer mehr den Rang ab.

In den bisherigen fünf Rennen fuhr Quartararo bereits drei Mal in die Top 8. Ich bin überzeugt, dass er es ohne den technischen Defekt in Jerez bereits aufs Podium geschafft hätte. Der MotoGP-Aufsteiger aus Nizza ist mit 20 Jahren ein absoluter Rohdiamant.

Das KTM-Abenteuer wird für Zarco immer mehr zum Albtraum. Ich würde gern sehen, was der zweifache Moto2-Weltmeister in dieser Saison mit einer Yamaha M1 erreichen könnte. Gleiches gilt für Leidensgenosse Jorge Lorenzo, der bei Honda weiterhin schwierige Zeiten erlebt.

Ihr
Sebastian Fränzschky

 

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