Lorenzo und Marquez "wie Ronaldo und Messi in einem Team"

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Lorenzo und Marquez "wie Ronaldo und Messi in einem Team"
Autor:
Co-Autor: Oriol Puigdemont
23.03.2019, 07:08

Honda-Neuling Jorge Lorenzo verrät, wie sein Charakter ihm oft Steine in den Weg legte, und spricht über die Zusammenarbeit mit MotoGP-Weltmeister Marc Marquez

Mit der MotoGP-Saison 2019 hat für Jorge Lorenzo eine neue Ära in der Königsklasse begonnen. Bei Honda will der Spanier in seiner Karriere ein neues Kapitel aufschlagen und nach drei Weltmeistertiteln mit Yamaha (2010, 2012 und 2015) mit einem weiteren Hersteller siegen. Sein womöglich ärgster Rivale sitzt mit Weltmeister Marc Marquez im eigenen Team.

Dem GQ-Magazin verriet Lorenzo, wie die Zusammenarbeit funktioniert. "Wir teilen eine Garage und auch einen Teil des Teams, und wir werden versuchen, Informationen auszutauschen, um das Team stärker zu machen", sagt er. "Aber letztlich, wenn wir das Visier herunterklappen, ist es ein Individualsport und ich will alle 22, die gegen mich fahren, inklusive meines Teamkollegen, besiegen."

Grundsätzlich sieht er in der Konstellation Lorenzo-Marquez aber großes Potenzial: "90 Prozent dessen, was diese Kombination bewirken kann, sind positive Dinge. Schließlich gehören wir zu den Besten auf der Strecke und haben die Weltmeisterschaften der letzten Jahre unter uns aufgeteilt. Das ist wie Ronaldo und Messi in einem Team", urteilt Lorenzo selbstbewusst.

Lorenzo in MotoGP einziger Marquez-Bezwinger

Seit Marquez 2013 in die Königsklasse aufgestiegen ist, war sein neuer Teamkollege der einzige, der ihm den Titel streitig machen konnte. In den anderen Jahren wurde jeweils Marquez Weltmeister. Was Lorenzo gegen ihn auf demselben Motorrad ausrichten kann, muss sich noch zeigen. Im ersten Rennen ging er nach einem Sturz verletzt an den Start und wurde 13.

Im Interview mit dem GQ-Magazin blickt der Spanier auch auf seine lange Karriere in der MotoGP zurück, in der er sich mit seiner direkten Art nicht nur Freunde machte. "Ich erinnere mich daran, dass ich einer von wenigen Fahrern war, die zugaben, Angst zu haben", verrät er. Das war 2008, in seinem Debütjahr. "Ich war vier oder fünf Mal am Stück gestürzt, der letzte war richtig heftig."

Danach habe er sich tagelang an kaum etwas erinnern können. "Ich sagte: 'Leute, wenn ich so weitermache, bringe ich mich noch um'", erklärt Lorenzo. "Beim nächsten Rennen gab ich dann öffentlich zu, dass ich Angst hatte. Das hat viele Menschen schockiert, weil das sonst kein Fahrer gemacht hat. Diese Ehrlichkeit sollte sich tatsächlich als mein Nachteil erweisen."

Strenge Erziehung durch Vater prägte Lorenzo

Denn ein Hersteller wolle keinen Piloten in seinen Reihen, der Angst vorm Fahren hat, weiß der 31-Jährige. Doch nicht nur damit eckte er an. Auch seine manchmal aufbrausende und überhebliche Art wurde zuweilen zum Problem. Lorenzo erklärt: "Das war nur, um meine Schüchternheit zu verschleiern. Ich versuchte, zu prahlen und Dinge stärker darzustellen als sie eigentlich waren."

Dass er sich dabei aber vor allem selbst der härteste Kritiker ist, schreibt Lorenzo der Erziehung durch seinen Vater zu. "Er war hart zu mir und in gewisser Weise verdanke ich das alles dieser Härte", sagt der MotoGP-Pilot. "Wenn ich wählen müsste, würde ich immer einen strengen Vater bervorzugen, der dir Werte wie Einsatz, Disziplin und Ehrlichkeit beibringt."

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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Rennserie MotoGP
Autor Juliane Ziegengeist
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