"Manchmal macht man Fehler": Marquez hakt Mugello-Crash ab

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Gerald Dirnbeck
Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Oriol Puigdemont
03.06.2018, 16:03

Honda-Star Marc Marquez stürzt in Mugello und sammelt keine WM-Punkte. Gegen Jorge Lorenzo hätte er seiner Meinung nach an diesem Tag ohnehin keine Chance gehabt.

Marc Marquez hatte schon das gesamte Wochenende beim Grand Prix von Italien mit den Reifen zu kämpfen. Für das Rennen in Mugello wählte der Honda-Fahrer so wie vier andere auch den harten, asymmetrischen Vorderreifen. Außerdem war Marquez der einzige Fahrer im Feld, der sich für den harten Hinterreifen entschieden hatte. Sein Plan ging allerdings nicht auf. In der fünften Runde rutschte ihm in Kurve 10 das Vorderrad weg. Marquez versuchte noch den Sturz irgendwie zu vermeiden, doch er schlitterte ins Kiesbett.

"Schwierig", fasst er seinen Tag zusammen. "Gestern habe ich gesagt, dass das ein Rennen ist, in dem ich Punkte sammeln und ins Ziel kommen muss. Seit einem Jahr bin ich nicht mehr in einem Rennen gestürzt und seit einem Jahr hat Michelin nicht diese Reifen gebracht. Wir versuchten das Motorrad anzupassen, um den Vorderreifen zu managen. Mit dem Medium-Reifen hätte ich das Rennen unmöglich beenden können. Ich habe es mit dem härteren Vorderreifen versucht, aber in Kurve 10 ist der Reifen weggerutscht und ich konnte es nicht mehr retten."

Keine Chance gegen Lorenzo an diesem Tag

Marquez fuhr am Ende des Feldes weiter und überholte noch Xavier Simeon. Als 16. ging er allerdings zum zweiten Mal in diesem Jahr (nach Argentinien) leer aus. "Aber obwohl wir große Probleme hatten, waren wir bei der Pace vorne dabei. Das müssen wir für die Zukunft berücksichtigen. Außerdem habe ich immer noch einen Vorsprung von 23 Punkten." Das entspricht immer noch knapp einem Sieg. Deshalb war Marquez nach dem Rennen auch gut gelaunt und nicht extrem frustriert.

 

Als er zu Boden ging, befand sich der amtierende Weltmeister auf dem zweiten Platz hinter dem späteren Rennsieger Jorge Lorenzo. Hätte Marquez seinen spanischen Landsmann besiegen können? "Nein", sagt er offen. "Ein Podestplatz wäre möglich gewesen. Obwohl mein Bike nach dem Crash nicht in Ordnung war, war meine Pace immer noch gut., ähnlich wie bei den Leuten am Podium. Aber Lorenzo war schneller als alle anderen. Er hat die Situation unter Kontrolle gehabt."

In der zweiten Rennhälfte fuhr Marquez ähnliche Rundenzeiten wie vor ihm MotoGP-Rookie Franco Morbidelli. Alle Honda-Fahrer hatten an diesem Sonntag Mühe. "Obwohl ich später alleine gefahren bin, wäre ich fast zehnmal gestürzt", sagt Marquez über die Phase, in der er kaum im TV-Bild zu sehen war. "Wir müssen dieses Rennen vergessen, denn die Reifen waren für uns hier sehr speziell. Das soll keine Ausrede sein, denn die Reifen sind für alle gleich. Die Honda und mein Fahrstil belasten die Reifen stark."

Deshalb hat Marquez den Tag auch abgehakt. In zwei Wochen geht es mit seinem Heimrennen in Barcelona weiter. "Von diesem Rennen will ich nicht viele Informationen mitnehmen. Am Vormittag war mein Bike perfekt, aber am Nachmittag war es komplett anders. Wir müssen die Details verstehen und uns für die Zukunft verbessern. Gelernt habe ich, dass ich nicht wieder stürzen darf. Das wusste ich schon vorher. Aber wir sind Menschen und manchmal macht man Fehler. Wichtig ist, dass ich 23 Punkte Vorsprung habe, denn im Vorjahr lag ich 37 Punkte zurück."

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Italian GP
Fahrer Marc Marquez
Teams Repsol Honda Team
Autor Gerald Dirnbeck
Artikelsorte Reaktion