Marc Marquez gesteht: Haarausfall durch Anspannung

Im Frühjahr bekam Marc Marquez dramatische Hinweise von seinen Ärzten und änderte seine Herangehensweise – Er erklärt, warum kein Mentaltrainer nötig war.

Dritter MotoGP-Titel in der vierten Saison: Marc Marquez (Honda) sicherte sich beim Saisonfinale in Valencia verdient die Meisterschaft und machte damit in der Statistik einen weiteren Schritt. Der 24-Jährige erlebte keine einfache Saison. Erneut gab es bei Honda Probleme mit der RC213V. Marquez kompensierte die Defizite mit seinem Talent und bescherte HRC einen weiteren WM-Titel.

"Es war eine sehr harte Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Es gab viele schwierige Momente und viele gute Momente", fasst der alte und neue Weltmeister zusammen. Besonders zu Saisonbeginn lief es im Honda-Lager nicht nach Plan. "Vor allem der erste Teil der Saison war sehr hart", bestätigt Marquez, der nach dem Gewinn des Titels gesteht, dass er enorm unter Druck stand.

"Nach dem Rennen in Montmelo besuchte ich meine Friseuse und sie fragte mich: 'Was ist los? Was ist passiert?' Ich fragte sie, warum sie mich fragt. 'Du verlierst Haare', meinte sie. Es stimmte. Ich meinte, 'ich bin 24 Jahre alt. Das ist nicht möglich.' Mein Opa und mein Vater haben volles Haar. Danach besuchte ich Doktor Charte im Krankenhaus und er meinte: 'Du musst deine Herangehensweise für die Rennen ändern, denn du stehst zu stark unter Stress.' Ich realisierte es. Ich lache immer und bin fröhlich, doch im Inneren sind wir alle nur Menschen."

"Die Anspannung ist da. Wir sind angespannt. Doch wenn man von so einem guten Team mit so tollen Leuten umgeben ist, dann hilft das sehr. Man kommt besser aus dem Loch, in dem man steckt. Vor allem die zweite Saisonhälfte lief perfekt", berichtet Marquez. "Ich änderte meine Herangehensweise, aber vor allem änderte sich das Gefühl für das Motorrad. Wir machten eine umfassende Änderung am Motorrad und erhielten das korrekte Gefühl zurück. Ich konnte das Fahren wieder genießen."

Mitverantwortlich war auch Marquez' Fleiß. Bei den Tests drehte er viele Runden. Nicht selten wurde der Spanier mit mehr als 100 Runden gelistet. An den Rennwochenenden lotete er das Limit aus und stürzte mehr denn je. Doch die Zwischenfälle beeindruckten das spanische Naturtalent nicht.

"Es ist schwierig für einen Fahrer, es zu verstehen und abzuhaken, damit man am nächsten Morgen wieder schnell fahren kann. Mir gelang das dank meines Teams. Nach einem Sturz meinten sie: 'Wir sind froh, dass wir das Motorrad reparieren können, denn so wird uns am Nachmittag nicht langweilig'. Wenn man solche großartigen Leute um sich herum hat, wird alles einfacher", lobt Marquez die Teamarbeit.

Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Mentaltrainer lehnt er ab: "Mein Team und die Leute um mich herum sind meine Mentaltrainer. Das ist optimal, denke ich. Wenn man selbst in schwierigen Momenten eine gute Atmosphäre um sich herum hat, dann hat man den optimalen Mentaltrainer", kommentiert er.

Das Duell mit Ducati-Pilot Andrea Dovizioso prägte die zweite Saisonhälfte. Die Zweikämpfe in Spielberg und Motegi raubten den Fans den Atem. Die Konkurrenz von Yamaha spielte nach der Sommerpause eine untergeordnete Rolle. Aus dem Fünfkampf um den Titel wurde ein Zweikampf.

"In der vergangenen Saison hatten wir einen guten Start in die Saison und unsere Gegner machten Fehler. Wir hatten einen großen Vorsprung und verwalteten diesen. In dieser Saison lagen zur Sommerpause fünf Fahrer innerhalb von 28 Punkten. Es war Zeit, um zu attackieren. Das Problem war, dass Dovi so schnell und konstant war. Wenn ich Zweiter war, gewann er. Wenn ich gewann, war er Zweiter. Wir lagen immer eng beisammen. In Brünn fuhren wir einen Vorsprung heraus. Dann verloren wir diesen in Silverstone, reagierten darauf aber sehr positiv, denn wir fuhren konstant aufs Podium", blickt Marquez zurück.

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Rennserien MotoGP
Fahrer Marc Marquez
Teams Repsol Honda Team
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