MotoGP-Thriller auf Phillip Island: Marc Marquez siegt vor Valentino Rossi

Marc Marquez triumphiert beim packenden Grand Prix von Australien auf Phillip Island und baut damit seine Führung in der MotoGP-Gesamtwertung 2017 aus.

In einem turbulenten MotoGP-Rennen auf Phillip Island tritt Marc Marquez zum richtigen Zeitpunkt die Flucht nach vorn an und sichert sich beim Großen Preis von Australien seinen sechsten Saisonsieg. In der WM macht der Honda-Pilot damit wichtige Punkte auf Andrea Dovizioso (Ducati) gut, der nur Dreizehnter wird. Die Yamaha-Werkspiloten Valentino Rossi und Maverick Vinales kämpfen sich in einem Zielfinish auf das Podest.

Bildergalerie: MotoGP auf Phillip Island

"Es war ein tolles Rennen. Das war heute ein wichtiger Tag", weiß der Rennsieger. "Dovizioso hatte an diesem Wochenende Probleme, ich habe mich gut gefühlt. Ich habe im Rennen lange gewartet und dann acht Runden vor Schluss alles gegeben. Für drei Runden habe ich voll gepusht. Es war ein großer Kampf, ich habe einige Spuren davon. Was für ein Rennen. Das ist eine tolle Zeit in der MotoGP." Sein Vorsprung in der WM beträgt nun 33 Punkte.

Den meisten Applaus heimste trotz Marquez' Triumph aber der Zweitplatzierte Rossi ein, der zum ersten Mal seit seinem Beinbruch wieder auf dem Podest stand. Auch er schwärmt: "Ich habe es genossen, es war ein großartiges Rennen. Alle sind extrem aggressiv gefahren. Man muss noch dümmer sein als die anderen. Es war ein toller Kampf und ich wollte unbedingt auf das Podest kommen. Mit dem zweiten Platz bin ich sehr zufrieden. Wir haben es geschafft."

Viele Kontakte der Topfahrer in der Spitzengruppe

Yamaha-Teamkollege Vinales meldete sich nach dem Desaster in Motegi ebenfalls stark zurück. Der Spanier feierte sein erstes Podest seit Silverstone, war aber nicht gänzlich zufrieden. "Ehrlich gesagt hatte ich eine andere Strategie", sagt er. "Ich wollte in den letzten Runden davonfahren, aber es gab mit Zarco und Iannone Berührungen. Mein Bike ist heute gut gelaufen. Im Nassen hatten wir noch Probleme, aber wir haben uns gut verbessert."

Tatsächlich kam das Rennen einem Moto3-Rennen gleich. Immer wieder gab es Positionswechsel und Berührungen. Lange blieb die Führungsgruppe dicht zusammen. In den ersten Runden machte Lokalheld Jack Miller (Marc-VDS-Honda) die Pace und führte seinen Heim-Grand-Prix an, nachdem er trotz eines Blitzstarts von Marquez am Weltmeister vorbeigegangen war. Auch die beiden Werksyamahas starteten stark und reihten sich direkt dahinter ein. 

Die Anfangsphase gestaltete sich turbulent. Hinter Miller gab es zahlreiche Überholmanöver. Insbesondere Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) attackierte hart und machte unter anderem Kontakt mit Marquez. Der Spanier blieb aber sitzen. Nach fünf Runden verlor Miller die Spitze, die daraufhin mehrfach wechselte. Rossi, Marquez und auch Zarco drehten Führungskilometer. Der MotoGP-Rookie blieb zunächst vorn, gefolgt von Marquez.

Marquez profitiert vom Dreikampf hinter sich

Zur Mitte des Rennens übernahm wieder Rossi die Führung, dahinter blieb es unruhig. Die große Frage war, wie lang die Reifen halten würden. Denn die meisten Fahrer hatten sich für den weichen Hinterreifen entschieden. In der Spitzengruppe fuhr nur Rossi mit der Medium-Variante. Auch Dovizioso hatte noch in der Startaufstellung auf diese Option gewechselt. Nach einem katastrophalen Start - er fiel auf 20 zurück - kämpfte der Ducati-Pilot vergeblich um die Top 10.

Vorne hatte indes Vinales die Spitzenposition übernommen und schickte sich an, einen Vorsprung herauszufahren. Doch Marquez blieb dran und überholte die Yamaha kurz darauf. Er konnte sich zunächst nicht merklich absetzen, profitierte jedoch vom Dreikampf zwischen Zarco, Rossi und auch Andrea Iannone (Suzuki) hinter sich. Drei Runden vor dem Rennende hatte Marquez plötzlich 1,7 Sekunden Vorsprung, die es ins Ziel zu retten galt.

Und das tat Marquez - auch begünstigt durch die Streithähne dahinter. Rossi setzte sich im Kampf um Platz zwei schließlich durch, Zarco büßte in letzter Sekunde noch einen Podestplatz gegen Vinales ein. Die Top 5 komplettiert LCR-Honda-Pilot Crutchlow, der sich noch Iannone schnappte. Miller wurde Siebter vor Suzuki-Pilot Alex Rins. Pol Espargaro und Bradley Smith fuhren für KTM erneut ein starkes Ergebnis ein und landeten beide in den Top 10.

Kein gutes MotoGP-Wochenende für Ducati

Dovizioso lag vor der letzten Kurve noch auf Rang elf, verlor in der Beschleunigung jedoch gegen Scott Redding (Pramac-Ducati, 11.) und Dani Pedrosa (Honda, 12.) und fiel somit auf den 13. Platz zurück. Ein herber Rückschlag im Kampf um die WM. Sein Ducati-Teamkollege Jorge Lorenzo schloss den Australien-Grand-Prix als Fünfzehnter ab und holte immerhin noch einen Punkt. Auch für Danilo Petrucci (Pramac, 21.) war es ein Wochenende zum Vergessen.

Den einzigen Sturz des Rennens fabrizierte Aprilia-Fahrer Aleix Espargaro, der ein erneutes Top-10-Ergebnis in der achten Runde wegschmiss. Sein Teamkollege Sam Lowes kam auf Rang 19 ins Ziel. Letzter wurde diesmal Broc Parkes (Tech-3-Yamaha), der auf Phillip Island für den erkrankten Jonas Folger einsprang. Wer den Deutschen am kommenden MotoGP-Rennwochenende in Malaysia ersetzen wird, soll am Montag verkündet werden.

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung Phillip Island
Rennstrecke Phillip Island Grand Prix Circuit
Fahrer Valentino Rossi , Marc Marquez , Maverick Vinales
Teams Repsol Honda Team
Artikelsorte Rennbericht
Tags australien, gp australien, motogp, motorrad-wm, phillip island, rennen, spannung, thriller, titelkampf, wm-kampf