MotoGP-Kolumne von Randy Mamola: Warum Rossi Zarco zu Unrecht kritisiert

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MotoGP-Kolumne von Randy Mamola: Warum Rossi Zarco zu Unrecht kritisiert
Randy Mamola
Autor: Randy Mamola
Übersetzung: Mario Fritzsche
11.07.2017, 13:05

In seiner neuen Kolumne für Motorsport.com nimmt Ex-Rennfahrer Randy Mamola MotoGP-Rookie Johann Zarco vor der Kritik von Superstar Valentino Rossi in Schutz.

Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Kollision: Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3, Monster Yama
Kollision: Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3, Monster Yama
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3; Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Top 3: Marc Marquez, Repsol Honda Team, PolesitterJohann Zarco, Monster Yamaha Tech 3, Danilo Petruc
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Second place Danilo Petrucci, Pramac Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Der explosive Eintritt von Johann Zarco in die Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft hat aufgrund des aggressiven Fahrstils des Franzosen einige Kritiker auf den Plan gerufen. Allen voran Valentino Rossi ließ es sich nicht nehmen, mehrfach über den MotoGP-Rookie herzuziehen.

Zarco hatte in gewisser Hinsicht das Pech, dass es ausgerechnet der neunmalige Motorrad-Weltmeister war, der mehr als nur einmal von seinen aggressiven Manövern betroffen war. Was folgte, war jeweils eine wenig schmeichelhafte Reaktion Rossis.

2 Zwischenfälle Rossi vs. Zarco auf der Strecke

Zwischenfall Nummer 1 trug sich in Austin zu, wo Rossi in Kurve 4 die Strecke abkürzte, nachdem er von Zarco beinahe vom Motorrad gerissen worden wäre.

Die Tech-3-Yamaha des Franzosen und die Werks-Yamaha des Italieners hatten bei einem mutigen Überholversuch von Zarco in Kurve 3 leichten Kontakt. Rossi gab Zarco daraufhin klar zu verstehen, dass die MotoGP-Klasse nicht die Moto2-Klasse sei.

Bildergalerie: MotoGP in Austin

Der 2. Zwischenfall passierte in Assen. Dort wurde "The Doctor" in der Kombination der Rechtskurven 3/4 von Zarcos Vorderrad am Overall erwischt und trug Reifenspuren davon.

Nach dem Zwischenfall warf Rossi Zarco vor, dass dieser es nicht verstehen würde, die Abstände auf der Strecke richtig einzuschätzen und es ignorieren würde, wie viel Platz sein Motorrad braucht. Zudem gab es seitens Rossi den Vorwurf, dass Zarco beim Überholen zu aggressiv vorgehen würde.

Bildergalerie: MotoGP in Assen

Mit seiner Sichtweise ist Rossi nicht allein. Yamaha-Teamkollege Maverick Vinales stimmte zu, wenngleich der Spanier seine Kritik an Zarco nicht ganz so scharf vortrug wie Rossi. Vinales hielt lediglich fest, dass Zarco in der Anfangsphase der Rennen üblicherweise sehr viel riskiert.

Ich persönlich stimme den Ansichten von Rossi und Vinales nicht zu. Ich finde, Zarco sollte von seinen Gegnern in Ruhe gelassen werden. Das hätte er verdient. Er hat bislang keinen Piloten aus dem Rennen gerissen. Das ist etwas, was nicht jeder in dieser Saison von sich behaupten kann. Zarco macht keine Fehler und er geht in den Trainings nicht über das Limit hinaus.

Der beste Rookie seit Marc Marquez

Das, was wir gerade von Zarco zu sehen bekommen, ist nichts Neues. Das jüngste Beispiel einer solchen Fahrweise ist wohl Marc Marquez. Als der Spanier in der Saison 2013 sein Debüt in der Königsklasse gab, beschwerten sich viele über seine Aggressivität und warfen ihm sogar komplette Furchtlosigkeit vor. Das Ergebnis? Marquez wurde in seiner Rookie-Saison MotoGP-Weltmeister.

Inzwischen hat jeder verstanden, dass Marquez immer am Limit unterwegs ist, dabei aber selten darüber hinaus geht. Die Rennkommissare sind die einzigen, die solche Dinge objektiv bewerten können.

Der Grund, weshalb Zarco von Kritik magisch angezogen zu werden scheint, liegt auf der Hand. Er kämpft oft um vordere Platzierungen. Doch Rossi und die anderen Topfahrer sollten solche Situationen eigentlich gewohnt sein. Dass man mit Zarco nicht so hart ins Gericht gehen würde, wenn er nur um Platz 10 kämpfen würde, ist auch klar.

Im Mittel- und Hinterfeld passieren oft Dinge, wie wir manchmal gar nicht bemerken. So könnte man darüber diskutieren, ob Danilo Petrucci die Rennen anderer Fahrer ruiniert. Diesen Ruf hat sich der Italiener im vergangenen "erarbeitet", nicht zuletzt, als er seinem Pramac-Teamkollegen Scott Redding in Aragon das Leben schwer machte.

In dieser Saison ist Petrucci weiter vorn im Feld zu finden. Doch keiner der Toppiloten vermag es einzuschätzen, wie der Italiener reagieren würde, wenn er mal ganz der an Spitze um die Positionen kämpft.

Was Zarco betrifft, sollten sich die anderen einfach damit abfinden. Der in Nizza geborene Franzose ist zweimaliger Moto2-Champion. Er weiß also, was er tut, wenngleich sein aktuelles Bike natürlich ein komplett anderes ist als das, was er in den Vorjahren bewegte.

Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Zarcos MotoGP-Einstieg besser und natürlicher war als der vieler seiner Rivalen. Kaum einer hätte dem Tech-3-Piloten derart brillante Vorstellungen zugetraut, wie er sie seit Saisonbeginn abliefert.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Fahrer Valentino Rossi Shop Now , Johann Zarco
Teams Yamaha Factory Racing , Tech 3
Autor Randy Mamola
Artikelsorte Feature