"Angsteinflößend": Marc Marquez analysiert Honda-Regenschwäche

Marc Marquez ist nicht nur auf trockener Strecke ein MotoGP-Topfavorit, besonders im Regen konnte er in der Saison 2017 brillieren. Der Honda-Pilot kann so die Regenschwäche der RC213V wettmachen.

Viermal wurde ein MotoGP-Rennen 2017 offiziell als Regenrennen gestartet, viermal stand der Honda-Pilot auf dem Podest - in Brünn und in Misano holte er sich jeweils den Sieg. Auch in Motegi konnte er am vergangenen Wochenende mit seinem schärfsten WM-Kontrahenten, Andrea Dovizioso, mithalten. Zwar verpasste er seinen sechsten Saisonerfolg knapp, dennoch war er der einzige Honda-Pilot in den Top 10.

In der Pressekonferenz am Sonntag wurde der Weltmeister auf seine Stärke im Regen angesprochen, vor allem im Vergleich zu seinen Markenkollegen. "Im Vorjahr war unser Bike wirklich stark im Nassen, in diesem Jahr ist es kritischer. Ich kann dennoch gute Rundenzeiten fahren", freut er sich. Dani Pedrosa und Cal Crutchlow kamen in Japan auf der RC213V hingegen gar nicht zurecht. Der kleine Spanier musste das Rennen aufgeben, der Brite stürzte gleich zweimal.

"Jedes Mal, wenn ich im Regen fahre, funktioniert es nicht. Ich weiß nicht, warum das so ist. Würde ich es wissen, wäre ich der Schnellste", poltert der LCR-Fahrer bereits nach dem Qualifying am Samstag. "Ich habe nichts geändert, kann einfach nicht fahren." Mit Blick auf die Leistungen von Marquez bemerkt Crutchlow: "Marc war nicht der beste Regenfahrer über die Jahre, jetzt ist er es aber mit großem Abstand. Jack (Miller; Anm. d. Red.) konnte im Vorjahr ein Rennen gewinnen, war in diesem Jahr im Regen aber auch im Nirgendwo."

Nur Millers Teamkollege Tito Rabat holte auf dem Twin Ring als 15. noch einen weiteren Punkt für Honda. Ersatzmann Hiroshi Aoyama wurde auf dem letzten Platz geführt. Wo verlieren die Honda-Piloten? "Überall. Nach dem Verlassen der Boxengasse", entgegnet Crutchlow knapp. Es würde außerdem keinen Unterschied machen, ob die Bedingungen normal nass seien, ob es stark regnet oder die Strecke auftrocknet.

Marquez erklärt, worauf es im Regen ankommt: "Es geht dabei um den letzten Teil des Bremspunktes, da musst du in das Bike vollstes Vertrauen haben. Man muss die Bremse loslassen und daran glauben. Es ist so angsteinflößend, weil es so aussieht, als würdest du einen Highsider erleben. Man muss den Glauben haben", verrät der 24-Jährige sein Geheimrezept. "Wir arbeiten sehr gut, wir haben ein gutes Set-up gefunden. Wir sind auf jeder Strecke im Regen schnell, daher bin ich sehr glücklich."

Seine Regenstärke könnte auch Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft haben, denn auch Dovizioso auf der Ducati ist ein guter Regenfahrer. Er konnte im Vorjahr in Malaysia gewinnen. Gemeinsam mit Australien stehen zwei potenzielle Regenrennen vor dem Saisonfinale in Valencia bevor.

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung Motegi
Rennstrecke Twin Ring Motegi
Fahrer Marc Marquez
Teams Repsol Honda Team
Artikelsorte News
Tags honda, marc marquez, motogp 2017, regen, wm