MotoGP-Sicherheit: Stoner sieht in den Asphalt-Auslaufzonen das größte Übel

Rasen statt Asphalt: Casey Stoner wünscht sich eine Rückkehr zu klassischen Auslaufzonen und sieht eine Verbindung im mangelnden Respekt einiger Fahrer

MotoGP-Sicherheit: Stoner sieht in den Asphalt-Auslaufzonen das größte Übel

Neben tollem Rennsport blieb die Motorradsaison 2021 auch auf Grund einiger schwerer Unfälle im Gedächtnis. In den Nachwuchsklassen kam es zu drei tödlichen Unfällen. Im Mai verunglückte Moto3-WM-Pilot Jason Dupasquier in Mugello. Zwei Monate später verstarb Hugo Millan beim European-Talent-Cup in Aragon. Zwei weitere Monate später kam es in Jerez zu einem Zwischenfall, bei dem Supersport-300-WM-Pilot Dean Berta Vinales sein Leben verlor.

Ex-MotoGP-Champion Casey Stoner erkennt, dass es unter den Fahrern nicht mehr den Respekt gibt, den es zu seiner aktiven Zeit gab. Stoner vermutet, dass diese Entwicklung eng mit den Änderungen an den Strecken verknüpft ist. Durch die teilweise großflächigen Auslaufzonen aus Asphalt haben harte Fahrmanöver oft weniger schlimme Folgen. Das Ergebnis ist eine aggressivere Fahrweise.

"Das Thema mit den jungen Fahrern ist schwierig. Das sollte die Rennleitung klären. Es sollte mehr Klarheit und konkrete Vorgaben geben, was bestimmte Fahrmanöver angeht", fordert Stoner und kritisiert die Strecken: "Die Kurse jetzt haben keine Begrenzungen mehr. Die Fahrbahn geht über ihre Begrenzungen hinaus und wird lediglich durch grüne Farbe abgetrennt. Das ist keine Hilfe."

Misano

Großflächige Auslaufzonen wie in Misano sind mittlerweile normal

Foto: Motorsport Images

"Die Leute haben keine Angst mehr, weil es keinen richtigen Streckenrand gibt", stellt Stoner fest. "Als es noch Gras gab, musste jeder aufpassen. Jetzt spielt es keine Rolle, wenn man einen Gegner anrempelt, denn neben der Strecke gibt es reichlich Platz."

"Ich denke, alle sollten mehr Respekt voreinander haben. Ich würde nicht behaupten, dass es ausschließlich die jungen Fahrer sind, die dafür verantwortlich sind", bemerkt der MotoGP-Champion von 2007 und 2011, der auch bei einigen erfahrenen Piloten Defizite in Sachen Respekt erkennt.

"Ich habe einige erwachsene und erfahrene Fahrer gesehen, die dumme Sachen gemacht haben. Die Strafen sind vermutlich nicht hart genug. Zudem sind sie nicht klar genug formuliert. Wenn das so wäre, dann würden einige Fahrer etwas vorsichtiger agieren", ist Stoner überzeugt.

"Diese vielen Auslaufzonen sind das Schlimmste, was dem Motorradsport passiert sind. Es gibt kein Ende der Fahrbahn mehr", kritisiert der Australier.

Mit Bildmaterial von Repsol.

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