MotoGP-Finale 2017 in Valencia: Pedrosa siegt, Marquez Champion

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MotoGP-Finale 2017 in Valencia: Pedrosa siegt, Marquez Champion
Juliane Ziegengeist
Autor: Juliane Ziegengeist
12.11.2017, 13:48

Während Dani Pedrosa in Valencia Johann Zarco abfängt, krönt sich Marc Marquez mit Beinahe-Sturz zum Champion – Andrea Dovizioso kämpft und stürzt.

MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team
MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team
MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team
Start zum MotoGP-Finale 2017 in Valencia: Marc Marquez, Repsol Honda Team, führt
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3, führt
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team, Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Podium: 1. Dani Pedrosa, Repsol Honda Team; 2. Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3; 3. und Weltmeist
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP
Jack Miller, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Michele Pirro, Ducati Team
Tito Rabat, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Sturz: Scott Redding, Pramac Racing
Sturz: Scott Redding, Pramac Racing
Aleix Espargaro, Aprilia Racing Team Gresini, nach Sturz
MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team
MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team
MotoGP-Weltmeister 2017: Marc Marquez, Repsol Honda Team

Marc Marquez verteidigt seinen Weltmeistertitel in der MotoGP und feiert beim Saisonfinale in Valencia mit einem dritten Platz den vierten Titel in der Königsklasse. Ein Sturz von Andrea Dovizioso im letzten Renndrittel ließ die WM-Träume von Ducati vorzeitig platzen. Auch Marquez blieb im finalen Rennen nicht fehlerfrei, rettete jedoch einen Podestplatz ins Ziel und konnte sich auf dem Podium als alter und neuer Weltmeister feiern lassen.

Bildergalerie: MotoGP-Finale 2017 in Valencia

"Es ist ein unglaubliches Gefühl!", schwärmte der Spanier nach dem MotoGP-Krimi, den er sieben Runden vor Schluss beinahe im Kiesbett beendet hätte. "Im Rennen versuchte ich, ruhig zu bleiben und die Situation zu kontrollieren. Aber dann plötzlich dachte ich, dass ich pushen muss, weil ich mich wirklich gut fühlte." Dabei verlor er in Kurve eins jedoch die Kontrolle und konnte einen Vorderradrutscher nur gerade so abfangen.

Beinahe-Crash von Marquez - Sturz von Dovizioso

Zwar musste Marquez durchs Kiesbett, meisterte den Ritt aber ohne einen Sturz und kehrte auf die Strecke zurück. "Ich verlor ich am Bremspunkt die Konzentration und bremste zu spät", erklärt er seinen Ausritt und scherzt: "Ihr kennt das ja: Marquez-Style bis zum Schluss!" Ducati, die in Valencia patzten, zollte er Respekt: "Ich will auch Dovi und der ganzen Mannschaft bei Ducati gratulieren. Sie haben tolle Arbeit geleistet."

Sowohl Dovizioso als auch Lorenzo hatten lange in Lauerstellung auf das Podest gelegen, stürzten aber beide. Den Großen Preis von Valencia entschied Marquez' Teamkollege Dani Pedrosa für sich, der auf der letzten Runde noch an Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) vorbeiging. Dieser hatte einen Großteil des 30-Runden-Rennens angeführt, verpasste seinen ersten Sieg aber dann doch knapp. Alex Rins (Suzuki) und Yamaha-Star Valentino Rossi komplettierten die Top 5.

Start: Doppelführung für Honda

Gestartet war das Rennen relativ geordnet. Polesetter Marquez setzte sich trotz Wheelies zunächst durch und sicherte sich die vorläufige Spitzenposition. Honda-Teamkollege Pedrosa kam ebenfalls gut vom Fleck und machte drei Plätze auf einmal gut. Der Spanier reihte sich direkt hinter Marquez ein und bildete den Puffer zu Zarco an Position drei. Der Franzose war als einziger Fahrer im Spitzenfeld vorne wie auch hinten mit dem weichen Reifen unterwegs.

Entsprechend schnell stieg der Druck auf die in Führung liegenden Hondas. Nach einem harten Manöver an Pedrosa übernahm Zarco bereits im zweiten Umlauf die Verfolgerposition auf Marquez. Nur eine Runde später blickte sich der Spanier um und ließ Zarco vorerst ziehen. Die beiden Werksducatis hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits an Suzuki-Pilot Andrea Iannone vorbeigekämpft, der in den ersten Runden Plätze verlor.

Lorenzo fuhr an Position vier, Dovizioso direkt dahinter. An dieser Konstellation änderte sich lange Zeit nichts. Und das, obwohl Lorenzo mehrfach die aus Malaysia bekannte Dashboard-Nachricht "Suggest Mapping 8" erhielt und auch via Boxentafel aufgefordert wurde, seine Position an Dovizioso abzugeben. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Denn sieben Runden vor Rennende überschlugen sich auf einmal die Ereignisse.

WM-Entscheidung in Runde 25

Marquez wollte sich nicht mit Platz zwei zufriedengeben und holte zum besagten Angriff auf den führenden Zarco aus. Mit viel Können und ein bisschen Glück rettete er die Situation und kam auf Rang fünf zurück auf die Strecke - hinter Dovizioso. Doch dabei blieb es nicht lange, denn nachdem Lorenzo gestürzt war, ging in Runde 25 auch Dovizioso zu Boden. Der Italiener hatte sich in Kurve 8 verbremst und musste durch den Kies.

Anders als Marquez konnte er seine Ducati jedoch nicht vor dem Fall retten. Damit war die WM entschieden. Der Italiener konnte sein Motorrad zwar wieder starten, doch sein Weg führte ihn nur noch an die Box. Die finalen Runden fanden ohne die Werksducatis statt. "Ich bin glücklich, weil wir es bis zum Ende versucht haben. Es war offen bis zehn Runden vor Schluss", bemühte sich Dovizioso nach dem Ausfall um ein paar versöhnliche Worte.

Auch wenn die WM-Chance klein war, sah man den Italiener die Enttäuschung natürlich an. Doch er gab zu: "Wir steigerten uns während des Wochenendes, aber waren nicht schnell genug. Ich war von der ersten Runde an am Limit. Zu Beginn wollte ich Jorge überholen, aber war in einigen Kurven langsamer. Es war gut für mich, ihm zu folgen, aber wir waren das ganze Rennen über dem Limit und machten beiden einen Fehler. Dennoch müssen wir glücklich sein mit der WM."

Kampf um Rennsieg: Pedrosa fängt Zarco ab

Für den neuen und alten Weltmeister Marquez galt es nun nur noch, den dritten Platz sicher nach Hause zu bringen, um seinen WM-Triumph auf dem Podium gebührend feiern zu können. Mit dem Kampf um den Sieg hatte er nichts mehr zu tun. Diesen trieben Zarco und Pedrosa in der letzten Runde auf die Spitze: Der Honda-Pilot überrumpelte Zarco in der ersten Kurve der letzten Runde und gab die Führung bis zum Zielstrich nicht mehr ab.

"Ich wusste, dass er es noch einmal versuchen würde, deswegen blockte ich ihn für den Rest der Runde", erklärt Pedrosa, der damit seinen insgesamt siebten Sieg in Valencia feierte. Doch dieses Rennen sei schwierig gewesen, "denn ich hatte die ganze Zeit Probleme mit dem Grip am Vorderrad. Ich fand einfach nicht das perfekte Gefühl. Letzten Endes lief es aber doch sehr gut. Johann war sehr stark. Aber ich musste es versuchen."

Zarco blieb auch im letzten Rennen dieser MotoGP-Saison sein erster Sieg verwehrt. "Ich dachte wirklich, dass ich das Rennen gewinnen kann", betont der Franzose. "Ich hatte mein Team vorher gebeten, mir nicht anzuzeigen, wer hinter mir ist, um einen klaren Kopf zu bewahren. Ich dachte, Marquez wäre hinter mir, aber es war Pedrosa. Als er mich überholte, war er sehr clever. Er wartete etwas ab, sodass ich die Kurve nicht mehr so gut erwischen konnte."

Zwar versuchte der Tech-3-Pilot, Pedrosa auf der Bremse noch einmal zu attackieren, "aber ich wäre fast gestürzt", erinnert er sich. "Ich habe es wirklich versucht, aber er war zu stark. Ich wollte um den Sieg kämpfen und das habe ich getan. Auch wenn es nicht geklappt hat, schließe ich die Saison mit einem Podium ab." Es ist der dritte Podestplatz für den Rookie nach Le Mans und Sepang. Damit kann er gestärkt in die Wintertests gehen.

Yamaha abgeschlagen

Zumal Zarco erneut vor den Werksyamahas ins Ziel kam. Diese haben in Vorbereitung auf die nächste Saison viel Arbeit vor sich. Zwar wurde Rossi immerhin Fünfter, allerdings mit 13 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Teamkollege Maverick Vinales kam als Zwölfter ins Ziel und beschloss damit ein MotoGP-Wochenende zum Vergessen. Bereits am Samstag kämpfte der Spanier mit seiner Yamaha, im Rennen konnte er sich kaum steigern.

Die Top-10-Plätze machten andere unter sich aus. Iannone verlor das teaminterne Suzuki-Duell mit Rins und wurde Sechster. Jack Miller lieferte auf Rang sieben eine respektable Abschiedsvorstellung bei Marc-VDS-Honda ab. Der Australier wechselt nach dieser Saison zu Pramac-Ducati. LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow beendete das Rennen in Valencia auf Rang acht vor Michele Pirro (Ducati) und Tito Rabat (Marc-VDS-Honda).

Bradley Smith fuhr mit Platz elf das beste KTM-Ergebnis in Valencia ein. Wildcard-Fahrer Mika Kallio war in der Frühphase des Rennens gestürzt, auch Pol Espargaro sah die Zielflagge nicht. Einen Totalausfall verzeichnete Aprilia, denn weder Aleix Espargaro noch Sam Lowes kamen ins Ziel. Scott Redding (Pramac-Ducati) und Alvaro Baustista (Aspar-Ducati) schieden ebenfalls aus. Folger-Ersatz Michael van der Mark (Tech-3-Yahama) wurde 17. und Letzter.

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