Nicky Hayden: MotoGP-Rückkehr unterschätzt, weitere Starts möglich

Nicky Hayden bekennt, dass er die Aufgabe, Jack Miller am Aragon-Wochenende zu vertreten, unterschätzt hatte. Vieles neu für den Ex-Champion, der weitere Einsätze nicht ausschließt.

In der Superbike-WM hat Nicky Hayden im Honda-Team von Ronald ten Kate eine neue sportliche Heimat gefunden. 3 Rennwochenenden vor Saisonschluss liegt der US-Amerikaner nach einem Sieg und 3 weiteren Podestplätzen auf dem 5. Gesamtrang. Am vergangenen Wochenende kam Hayden dem Wunsch von Honda Europa nach, nochmals ein MotoGP-Rennen zu fahren.

Im Motorland Aragon vertrat Hayden bei Marc VDS den verletzten Stammfahrer Jack Miller. Doch der MotoGP-Champion von 2006, der auf die Erfahrung von mehr als 200 Rennen in der Königsklasse des Grand-Prix-Sports zurückgreifen kann, tat sich bei seiner Rückkehr schwer.

Fotos: Nicky Haydens Rückkehr in die MotoGP-Szene

Sowohl die Honda RC213V als auch die Einheitselektronik als auch die aktuellen Michelin-Reifen waren für Hayden am Aragon-Wochenende komplett neu. Testfahrten im Vorfeld gab es nicht und so musste sich "Kentucky Kid" im Rahmen der offiziellen Sessions an das vollkommen ungewohnte Material gewöhnen.

Das Ergebnis: In keinem der 4 Freien Trainings kam Hayden über Platz 19 hinaus. Den Rückstand auf die Konkurrenz konnte er aber verkürzen. Im Qualifying wurde für den US-Amerikaner erneut nur der 19. Platz notiert, doch am Rennsonntag gelang eine Steigerung: Platz 18 im Warmup und im Rennen Platz 15 und damit der Gewinn des letzten vergebenen WM-Punkts.

Problemzone Nummer 1: Michelin-Reifen

"Am Freitag lag ich zu weit zurück, aber im Rennen war ich der Lage, mit Pirro, Barbera und Laverty zu kämpfen. Sie alle waren am 1. Tag rund 2 Sekunden schneller als ich", so Hayden, der die Michelin-Reifen als Problemzone Nummer 1 im Zusammenhang mit seiner MotoGP-Rückkehr nennt: "Sie fühlten sich hart an, also fuhr ich langsamer. Doch dadurch wurde es noch schlimmer. Je mehr Vertrauen man in diese Reifen hat, desto besser funktionieren sie."

Nach dem Frust des Freitags und Samstags gab es am Sonntag zumindest einen halbwegs versöhnlichen Abschluss. "Ich würde sagen, das Rennen war meine beste Session am ganzen Wochenende. Ich habe einen WM-Punkt eingefahren", bemerkt Hayden, um zu bilanzieren: "Natürlich hatte ich gehofft, besser abzuschneiden, aber ich hatte es einfach unterschätzt, wie schwierig es sein würde, mit diesen Reifen auf Tempo zu kommen, insbesondere mit dem Vorderreifen."

Weitere MotoGP-Einsätze in Zukunft?

Der Aragon-Auftritt war als Gastspiel in Vertretung für Jack Miller geplant. Doch weitere MotoGP-Einsätze schließt Hayden nicht kategorisch aus. "Für den Moment ist es das Motorrad und das Team von Jack. Es war nichts weiter als ein einmaliges Einspringen. Honda Europa wollte, dass ich fahre. Wer weiß, wie es weitergeht? Sag' niemals nie", so der 35-jährige US-Amerikaner.

Haydens Fokus hinsichtlich der Zukunft liegt jedoch ganz klar auf seiner neuen sportlichen Heimat, wie er betont: "Ich gehe jetzt zurück in die Superbike-WM und hoffe, dass ich im nächsten Jahr näher an der Spitze dran sein werde."

Fotos: Nicky Haydens Rookie-Saison in der Superbike-WM

Wie stark sich die 2017er Honda Fireblade von der in die Jahre gekommenen Fireblade CBR1000RR unterscheiden wird, ist noch offen. Fest steht bislang nur, dass Hayden in seiner 2. Saison bei Ten Kate einen neuen Teamkollegen bekommen wird: Stefan Bradl, der den Wechsel aus der MotoGP- in die Superbike-WM exakt ein Jahr nach Hayden vollzieht.

Mit Informationen von Lena Buffa

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Rennserien MotoGP , Superbike-WM
Fahrer Nicky Hayden
Teams Marc VDS Racing
Artikelsorte News
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