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Petrucci schimpft auf Mir: Wie beide die Situation im Qualifying sehen

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Petrucci schimpft auf Mir: Wie beide die Situation im Qualifying sehen
Autor:
Co-Autor: David Gruz
06.07.2019, 17:18

Danilo Petrucci ist beim Sachsenring-Qualifying wütend auf Joan Mir - Was zwischen den beiden passiert ist - Strafe wurde für keinen der beiden Fahrer ausgesprochen

Im Qualifying zum Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring war Danilo Petrcci (Ducati) wütend auf MotoGP-Rookie Joan Mir (Suzuki). Einmal lief Petrucci in Kurve 10 auf Mir auf und fühlte sich behindert. Anschließend fuhr der Italiener nach der Waldmann-Kurve den Berg hinab neben den Spanier und gestikulierte wild herum. Petrucci war sichtlich angefressen. Eine Strafe gab es im Anschluss an das Qualifying für keinen der beiden Fahrer.

"Das war sehr seltsam", schildert Mir die Situation aus seiner Sicht. "Ich wartete in der Boxengasse, damit ich niemanden störe und meine beiden Runden komplett alleine fahren kann. Petrucci war ungefähr sieben, acht Sekunden vor mir. Dann hat er gewartet, um sich an mein Hinterrad zu hängen. Ich bin dann meine beiden Runden gefahren. Vermutlich habe ich ihm geholfen. Nach den beiden Runden fuhr ich an die Box. Ich war auf dem Randstein und blickte mich um, damit ich niemanden störe."

Petrucci ärgert sich, weil Mir sich umgedreht und gebremst hat

Petrucci sieht die Situation etwas anders. Er bestätigt zunächst, dass er auf Mir gewartet hat: "Ja, damit ich ihn nicht ziehen muss. Dann fuhr ich ungefähr eineinhalb Sekunden hinter ihm, aber dann machte er in der Kurve, in der ich später gestürzt bin, etwas langsam. Er drehte sich in der Mitte von Kurve 11 um und sah mich. Also ließ ich wieder etwas Abstand, ungefähr eineinhalb Sekunden."

 

"Natürlich wollte ich den Reifen nicht abkühlen lassen und damit Zeit verlieren", so Petrucci über die nächste Runde. "Dann hat er wieder verlangsamt, sich umgedreht und mich gesehen. Und er blieb in der Mitte der Strecke. Ich weiß nicht warum, aber dadurch konnte ich keine gute Runde fahren. Vielleicht hätte ich mehr Platz lassen sollen, aber ich dachte, dass eineinhalb Sekunden reichen würden. Seltsam ist, dass er sich zweimal umgedreht, mich gesehen und gebremst hat. Deswegen war ich wütend."

Mir sieht sich keiner Schuld bewusst: "Die Sache ist, wenn Petrucci nicht von Anfang an auf mich gewartet hätte, dann hätte ich ihn in dieser Situation auch nicht behindert. Deswegen sehe ich keinen Grund für eine Strafe. Ich fände es unfair, mich für diese Situation zu bestrafen, wenn ich nichts falsch gemacht habe." Von den Rennkommissaren rund um Freddie Spencer wurde der Vorfall nicht untersucht. Somit drohte auch keine Strafe.

Heftiger Crash von Petrucci in Kurve 9

Mir qualifizierte sich für den neunten Startplatz, während für Petrucci das Qualifying mit einem Unfall endete. "Im ersten Moment hatte ich Angst, denn in der rechten Hand und im linken Handgelenk hatte ich starke Schmerzen", schildert der Ducati-Pilot den Crash in der schnellen Kurve 9. Beide Hände hatte er sich schon in den vergangenen Jahren verletzt. "Ich dachte, dass die Hand gebrochen ist, denn sie wurde sofort schwarz."

 

Petrucci wurde sofort in die Clinica Mobile gebracht und durchgecheckt. "Sie sagen, dass nichts gebrochen ist, aber vielleicht sind die Bänder im Daumen verletzt. Ich habe dort starke Schmerzen. Zum Glück habe ich mir nicht den Mittelhandknochen gebrochen", sagt Petrucci über die rechte Hand. "Beim linken Handgelenk habe ich Schmerzen und ich denke, ich muss einen Scan machen lassen." Der Sturz spielte sich bei rund 200 km/h ab. "Es hätte auch schlimmer sein können."

In der Startaufstellung wird Petrucci als Zwölfter im Mittelfeld stehen. Die Aussichten für das Rennen sind schwierig, wie die mittelprächtige Pace im vierten Training gezeigt hat. Diese Session hatte er mit einem 17 Runden alten Hinterreifen begonnen. "Ich glaube, das waren die wahren Bedingungen für morgen", so "Petrux".

"Natürlich haben wir Probleme. Wir sind nicht gut, wenn der Grip nachlässt. Es ist immer die gleiche Geschichte. Ich muss viel Druck auf den Hinterreifen ausüben, um das Motorrad zu verzögern. Wenn der Grip nachlässt, wird es schwierig. Ich glaube aber, dass es für die zweite Rennhälfte nicht so schlecht aussieht. Aber klar ist, dass wir diesmal nicht um das Podium fahren."

Weitere Co-Autoren: Juliane Ziegengeist. Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Sachsenring
Autor Gerald Dirnbeck