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Protest gegen Ducati: So argumentieren die anderen MotoGP-Teams

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Protest gegen Ducati: So argumentieren die anderen MotoGP-Teams
Autor:
Co-Autor: Oriol Puigdemont
11.03.2019, 22:20

Der Hinterrad-Flügel von Ducati ist der Konkurrenz ein Dorn im Auge, denn er dient aus ihrer Sicht einem anderen Zweck, als es das Sieger-Team von Katar behauptet

Der Streit um Ducatis mysteriöses Anbauteil vor dem Hinterreifen, mit dem Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci und Jack Miller am Rennsonntag in Katar unterwegs waren, geht weiter. Während nach dem Protest von vier Konkurrenzteams eine endgültige Entscheidung des Berufungsgerichts der FIM noch aussteht, kommen indes immer mehr Details über die Hintergründe ans Licht.

Während Ducati weiterhin darauf beharrt, dass das aerodynamische Element völlig legal ist, sind Aprilia, Honda, KTM und Suzuki vom Gegenteil überzeugt. Sie glauben, dass der Anbau der Desmosedici zu mehr Abtrieb verhilft und nicht etwa nur dazu dient, den Reifen zu kühlen - oder im Falle von Regen das Wasser abzuleiten, um auf feuchter Strecke mehr Grip zu haben.

Davide Brivio, Teammanager bei Suzuki, erklärt: "Vor einigen Wochen ging Ducati mit einem Anbau für die Hinterradschwinge und einer Abdeckung für den Vorderreifen zum Technik-Direktor. Sie behaupteten, die Hauptfunktion liege darin, die Temperatur des Hinterreifens zu senken. Der Direktor gab seine Zustimmung und hat am 4. März einige Regeln für die Teams festgelegt."

Mehr Downforce durch den Hinterrad-Flügel?

Diese sollen besagen, dass derartige Vorrichtungen, die nicht zur Verkleidung gehören, keinerlei aerodynamischen Effekt haben dürfen. Aprilia legte Danny Aldridge, der für die technische Abnahme zuständig ist, daraufhin umfangreiche Analysen vor, die angeblich belegen, dass das bei Ducati sehr wohl der Fall ist. Dass der Hinterrad-Flügel im Rennen von Katar zum Einsatz kam, sei dafür ein weiterer Beweis.

Denn auf einer Strecke, wo die Temperaturen kaum auf 25 Grad steigen, macht es aus Sicht von Aprilia und Co. keinen Sinn, den Hinterreifen zusätzlich kühlen zu wollen. Allenfalls könnte das schwereren Fahrern wie Petrucci helfen, der den Reifen mehr beansprucht als der elf Kilo leichtere Dovizioso. Aber auch er fuhr ausgerechnet in Katar mit dem Zusatz am Hinterrad.

 

Deshalb die Schlussfolgerung der Protest-Teams: Das Teil steigert die Performance, auch weil Ducati andernfalls kein extra Gewicht an seine GP19 bauen würde. Schließlich kommt es im Zweifel auf jedes vermeidbare Gramm an. Davon ist vor allem der neue Aprilia-CEO Massimo Rivola überzeugt. Er arbeitete 20 Jahre lang in der Formel 1 und kennt sich mit aerodynamischen Spielereien daher aus.

MotoGP-Konkurrenz will Exempel statuieren

Den Protest hatte er mit den anderen Teams bewusst vorbereitet und Ducati gewarnt, damit ernst zu machen, sollte das umstrittene Aero-Teil im Rennen von Katar zum Einsatz kommen. "Ducati stattete die Motorräder seiner drei Fahrer mit den neuen Anbauten aus, was uns zur Beschwerde veranlasste. Wir haben es getan, weil wir die Situation ein für alle Mal klären wollten", erklärt Brivio.

Paolo Ciabatti

Paolo Ciabatti musste sich nach dem Rennen in Katar erklären

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti lässt sich davon nicht schrecken. "Wenn wir uns nicht sicher gewesen wären, dann hätten wir das Teil nicht verwendet", so der Italiener. Schlupflöcher im Regelwerk zu finden, gerade was die Aerodynamik angeht, dafür ist das Team rund um Generaldirektor Gigi Dall'Igna bekannt und war in der Vergangenheit damit oft wegweisend.

Den anderen Herstellern geht es mit ihrem Protest nun ein Stück weit auch ums Prinzip, wie Rivola 'GPone.com' verriet. "Die Regeln wurden verschärft, um Kosten zu reduzieren. Doch das Gegenteil ist der Fall. Man kann die Regeln umgehen, indem man jedes noch so kleine Schlupfloch ausnutzt. Und hat ein Hersteller anders als die Konkurrenz 20 Aero-Ingenieure, lassen sich viele Lösungen finden."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie MotoGP
Autor Juliane Ziegengeist