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Ramon Forcada: Warum die Arbeit mit Zweitaktern spannender war

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Ramon Forcada: Warum die Arbeit mit Zweitaktern spannender war
Autor:
07.09.2019, 07:55

MotoGP-Crew-Chief Ramon Forcada blickt auf 30 Jahre in der Motorrad-WM zurück und hält fest: Vieles hat sich zum Guten, aber auch zum Schlechten verändert

Ramon Forcada gehört zu den dienstältesten Ingenieuren in der Motorrad-WM. Der aktuelle Crew-Chief von Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) feierte im Jahr 1989 nicht nur seine Rookie-Saison, sondern zugleich auch den 125er-Titel mit Alex Criville, der damals eine JJ Cobas pilotierte.

"Den Titel zu gewinnen war fantastisch", erinnert sich Forcada. "Im ersten Jahr arbeitete ich mit den Motoren von Alex, und ich konnte zusehen, wie die Dinge gut funktionierten und Alex den Titel gewann, der nicht geplant war."

Besondere Erinnerungen hat er an seinen Mentor und Meistermacher Antonio Cobas, der Crivilles Siegermotorrad designt hatte. "Cobas hat eine Ära in der Motorrad-Weltmeisterschaft definiert. Er hatte einen sehr ruhigen und offenen Charakter. Er hat dir genau das gesagt, was er dachte, und sich selbst nie Grenzen gesetzt."

Forcada: Heute gäbe es sicher eine Cobas in der Moto2

Noch heute wirkt sein Erbe fort, wie Forcada weiß: "Das Chassis, das wir jetzt verwenden, ist das Ergebnis seiner Ideen und es ist schade, dass er uns so schnell verlassen hat." Cobas verstarb im Jahr 2004, er wurde nur 52 Jahre alt.

"Mit den Veränderungen, die die Weltmeisterschaft durchläuft, einer Klasse wie der Moto2, in der es für alle Teams einen einzigen Motor gibt (Triumph seit 2019; Anm. d. R.), bin ich überzeugt, dass es in der Moto2-Weltmeisterschaft eine Cobas geben würde, wenn Antonio dabei wäre", ist sich Forcada sicher.

Angesprochen auf die letzten 30 Jahre hält der Renningenieur fest: "Alles hat sich weiterentwickelt. Die Reifen haben sich stark verändert, die Leistung ist kontrolliert gestiegen, und die Aerodynamik hat nicht aufgehört, sich zu entwickeln."

MotoGP-Paddock früher viel familiärer als heutzutage

"Die Geometrie ist das, was sich aus meiner Sicht am wenigsten verändert hat", erklärt er. "Das Motorrad bewegt sich durch eine Reihe von Kräften, die es kontrollieren und zum Arbeiten bringen, und diese sind gleich geblieben - das Gewicht ist ähnlich, es gibt immer noch zwei Räder, die gleiche Neigung für Kurven, etc."

Ramon Forcada

Hier ist Forcada mit John Kocinski zu sehen, der 1990 die 250er-WM gewann

Foto: Repsol Media

Was die Weltmeisterschaft betrifft, so sei sie sehr professionell geworden. Vieles habe sich verändert. "Zum Guten oder zum Schlechten", sagt Forcada, "aber das ist der Preis, den man zahlen muss, um eine Weltmeisterschaft zu haben, wie sie jetzt ist."

Das zeige sich auch im Fahrerlager: "Früher war es wie eine Familie. Es gab keine so großen Strukturen und alle Teams waren mit Lkw oder Bussen unterwegs. Es gab Kameradschaft und weniger Eile. Einer der großen Unterschiede bestand darin, dass die Teams nach dem Training miteinander sprachen und sogar aßen."

Die Arbeit in der Garage ist heute professionalisierter

Auch an zahlreiche Nachtschichten erinnert sich Forcada. "So wie die Motorräder waren, wusstest du, dass du jeden Tag später als Mitternacht fertig wirst. Wenn du einen Unfall oder ein Problem hattest, war es nicht ungewöhnlich, am nächsten Tag bis zum Training weiterzuarbeiten", erzählt Forcada.

Heutzutage hätten sich die Aufgaben etwas verschoben: "Jetzt verbringen die Teams viele Stunden damit, an der Strecke zu arbeiten. Es gibt noch Tage, an denen man zwischen 14 und 16 Stunden in der Box verbringt. Alles wurde professionalisiert."

Das gilt auch für den Betrieb in der Garage. "Wenn das Training beendet ist, versucht man, den Mechanikern eine Liste mit allem zu geben, was getan werden muss, um so schnell wie möglich zu beginnen. Vorher war es etwas entspannter", weiß Forcada.

Gegenseitiges Vertrauen zwischen Techniker und Fahrer

Für die Beziehung zwischen Techniker und Fahrer sei heute wie damals aber vor allem eines am wichtigsten: das Vertrauen auf technischer Ebene. "Es gibt nichts Besseres für einen Fahrer, als seinem Techniker erklären zu können, was vor sich geht und zu glauben, dass er es lösen wird. Für den Techniker ist es dasselbe."

"Wenn sie wissen, dass der Fahrer ihnen erklären kann, was er wirklich auf dem Motorrad empfunden hat und weiß, was er braucht, um schnell zu sein, hilft es ihnen, sofort den richtigen Weg zu gehen. Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig."

Ramon Forcada

In seiner langen Karriere betreute Forcada viele Fahrer, darunter Alex Barros

Foto: Repsol Media

Bei seiner 30-jährigen Arbeit in der Motorrad-WM hat Forcada nicht nur mit Fahrern wie Criville, Sito Pons, Alberto Puig, John Kocinski, Alex Barros und Jorge Lorenzo, sondern auch verschiedensten Fabrikaten gearbeitet. Welche Ära ist dem Ingenieur dabei wohl am besten in Erinnerung geblieben?

Forcada vermisst Zweitakter: "War mehr Handarbeit"

"Jede Klasse hat etwas Gutes und etwas Schlechtes an sich", sagt er rückblickend. "Das Motorrad, an das ich mich am liebsten erinnere, ist die Honda NSR 500." Auf ihr wurden zehn Weltmeistertitel eingefahren, etwa 1999 durch Criville.

"Dann war da noch die 990er, das erste MotoGP-Bike, das war ein Fünfzylinder-Viertaktmotor. Es war ein einfach spektakulärer Motor: Sehr simpel, mit einer genialen Konstruktion, ohne viel Technik. Es war ein klassischer Motor, der sehr gut funktionierte", schwärmt Forcada über den Pionier.

Sein Herz schlägt aber bis heute vor allem für Zweitakter, "denn für einen Mechaniker ist es eine andere Welt", sagt er. "Man hatte viel mehr Variablen. Niemand benutzte einen Motor, der nicht modifiziert wurde. Jeder hat seine Veränderungen vorgenommen. Manchmal hat man Leistung gewonnen und manchmal verloren."

"Heutzutage berührt niemand mehr die Motoren, auch weil es verboten ist. Die Viertakter erfordern viel Set-up-Arbeit - entweder elektronisch oder mechanisch -, aber kaum Handarbeit. Es gibt nur wenige Dinge, die man mit seinen Händen tun kann."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie MotoGP
Autor Juliane Ziegengeist