Randy Mamola: So motiviert sich Valentino Rossi

Randy Mamola glaubt zu wissen, woher Valentino Rossi seine Motivation zieht und wie der Italiener seine Sinne schärft.

Eigentlich wollte ich diese Kolumne über jemand anderen schreiben, aber das Rennen vom Sonntag hat diesen Plan über den Haufen geworfen. Nicht nur, dass Valentino diesen Platz jetzt am meisten verdient, sondern auch, weil eine Message rübergebracht werden soll.

Bildergalerie: Valentino Rossi in Jerez

Niemand würde etwas von der Magie Rossis anzweifeln, aber der Sieg vom letzten Sonntag hebt ihn einmal mehr in den Stand eines Genies. Wir müssen uns vor Augen halten, dass er jemand ist, der schon alles gewonnen hat und der schon 37 Jahre alt ist.

 

Abgesehen von dem, was er auf der Strecke gemacht hat, finde ich das viel interessanter, was daneben passiert ist.

Wie die meisten Fans verfolge auch ich alles in Social Media, und dort habe ich den Schlüsselpunkt in seiner Strategie gefunden, wie er sich selbst im Training motiviert. Zuhause schart Valentino junge, hoffnungsvolle Teenager um sich und fährt gegen sie.

Man braucht nicht viel Fantasie, um zu wissen, was ein 18-jähriger Moto3-Bursche machen will, wenn er gegen den Größten fährt. Das einzige, was er will, ist, ihn zu schlagen, damit er sein Talent zeigen kann. Damit siedeln sich diese Trainingseinheiten, die auf losem Schotter mit sehr starken Maschinen gefahren werden, auf dem höchsten Level an. Und passenderweise waren die Bedingungen im Rennen von Jerez ähnlich, mit den ganzen Reifenproblemen.

In Jerez war wohl ein Element besonders im Mittelpunkt: Die Winglets. Sie schreiben seit einiger Zeit die Schlagzeilen, rücken immer wieder in den Mittelpunkt, wenn es um die Sicherheit geht. In Jerez haben sie die Ergebnisse maßgeblich bestimmt.

 

Die Winglets sollen die Vorderreifen beim Beschleunigen am Boden halten. Damit braucht man das Anti-Wheelie-Elektronik-System weniger und der Motor schiebt mehr. Auf rutschigem Asphalt rutscht es hinten mehr.

Fotostrecke: Die Winglets der MotoGP

Die Bikes, die die größten Probleme hatten, haben auch die meiste Leistung. Suzuki zum Beispiel hatte mit den Plätzen fünf und sechs ein ziemlich gutes Rennen, ähnlich sah das bei den 2014er-Ducatis von Laverty auf neun und Barbera auf zehn aus.

Valentino kam mit der Gesamtsituation und den Bedingungen am besten zurecht. Der Italiener nutzte all seine Erfahrung und machte aus seinen Ressourcen das meiste.

Und natürlich war da noch der Wechsel von Jorge Lorenzo zu Ducati.

Rossis Message an alle sollte sein: Yamaha hat auf das richtige Pferd gesetzt. Nicht nur dabei, wenn es ums Verkaufen von Motorrädern geht, sondern, dass er auch noch stark genug für Siege ist.

Wenn man sich anschaut, wie die WM bis jetzt gelaufen ist, hat das wohl niemand erwartet. Nicht einmal Marc und Jorge, die sich jetzt die gleiche Frage stellen wie wir: Wird Vale das wiederholen können?

Eine Teil-Antwort haben wir vielleicht schon in zwei Wochen in Le Mans.

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung GP Spanien
Rennstrecke Circuito de Jerez
Fahrer Valentino Rossi
Teams Yamaha Factory Racing
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