Sachsenring: Die MotoGP-Piloten diskutieren die Alternativen

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Sachsenring: Die MotoGP-Piloten diskutieren die Alternativen
Autor: Sebastian Fränzschky
Co-Autor: David Gruz
12.07.2018, 17:39

Weltmeister Marc Marquez betont die Wichtigkeit eines MotoGP-Rennens in Deutschland – Hockenheim ist laut Valentino Rossi keine gute Alternative

Die Zukunft des Deutschland-Grand-Prix war beim Medientag vor dem diesjährigen Rennwochenende das bestimmende Thema. Aktuell ist unklar, ob die MotoGP auch im kommenden Jahr in Sachsen gastiert. Der Nürburgring und der Hockenheimring sind die logischen Alternativen. MotoGP-Weltmeister Marc Marquez würde gern weiterhin auf dem Sachsenring fahren. Und auch Valentino Rossi bedauert, dass die Kultstrecke aus dem Kalender fallen könnte.

"Wir brauchen ein Rennen in Deutschland, weil es hier viele Fans gibt", betont Marquez. "Zudem ist es für die Hersteller wichtig, denn es ist eines der wichtigsten Länder in Europa. Es ist noch nicht entschieden. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass es hier weitergeht."

Rossi stimmt Marquez zu: "Es ist schade, denn der Sachsenring ist eine besondere Strecke. Er ist nicht einfach, unterscheidet sich aber von den restlichen Kursen, vor allem auf Grund der Höhenunterschiede", bemerkt der Italiener, der zu Beginn seiner WM-Karriere auf dem Nürburgring fuhr. Dass der Deutschland-Grand-Prix in Zukunft in Hockenheim stattfindet, kann sich Rossi nur bedingt vorstellen.

Rossi: Hockenheim ist eine F1-Strecke

"Wo sollen wir stattdessen fahren? In Hockenheim? Ich denke, das ist eine Strecke für Autos. Es ist eine Formel-1-Strecke. Ich fuhr dort mit einem Rennwagen. Es war nicht schlecht, aber ich weiß nicht, wie es mit einem Motorrad ist", grübelt Rossi. "Ich fuhr auf dem Nürburgring. Ich glaube, das war 1996, 1997. Dort ist das Wetter immer ein Problem. Der Kurs aber war gut für Motorräder."

Honda-Pilot Cal Crutchlow kennt den Nürburgring aus seiner Zeit in der Superbike-WM. Wäre die Strecke die bessere Alternative? "Ich kenne den Nürburgring ziemlich gut. Ich erinnere mich, dass er beim letzten Mal sehr wellig war. Ich weiß nicht, ob er seitdem neu asphaltiert wurde. Er hat eine sehr schnelle Bergab-Gerade und eine sehr enge Haarnadelkurve", schildert Crutchlow.

Jorge Lorenzo wäre einerseits traurig, würde sich andererseits aber freuen, wenn der Sachsenring aus dem MotoGP-Kalender fliegt. "Die Leute hier sind immer nett zu den Fahrern. Andererseits ist es eine spezielle Strecke, die sehr klein und schmal ist. Es ist eine Oldschool-Strecke. Die Sicherheit ist an einigen Stellen nicht perfekt, auch wenn sie bereits verbessert wurde. Die Strecke zählt sicher nicht zu meinen Lieblingskursen" gesteht der Spanier.

Miller: "Die Leute hier haben den Rennsport im Blut"

Durch die Zeit in der IDM kennt Ducati-Pilot Jack Miller die Rennstrecken-Situation in Deutschland gut. Als Miller für das Racing Team Germany von Dirk Heidolf fuhr, wohnte er zeitweise in der Region des Sachsenrings. "Es ist für mich ein besonderer Ort. Ich fuhr hier 2011 meinen ersten Grand Prix", blickt Miller zurück. "Mit der Moto3-Maschine ist der Kurs unglaublich. Mit der MotoGP-Maschine ist es aber ziemlich eng."

"Die Leute hier in Ostdeutschland haben den Rennsport im Blut", betont Miller. "Die Leute lieben den Grand Prix. Es wäre traurig", so Miller zum drohenden Aus in Sachsen. "Es wäre schön, wenn wir hierhin zurückkehren, aber ich würde auch gern nach Hockenheim zurückkehren. Ich mag Hockenheim. Ich denke, es ist eine der Optionen. Es gibt dort eine lange Gerade. Das ist gut für die Ducati", scherzt der Australier.

Ein Wechsel zum Hockenheimring hätte laut Miller einen großen Vorteil: "Der Kurs ist auch für die Zuschauer gut. Es ist ein bisschen wie in Assen. Ich denke, es ist für die Zuschauer besser als hier. Man sieht hier nur eine Sektion."

Lüthi würde lieber in Hockenheim fahren

Der Grand Prix auf dem Sachsenring war für Tom Lüthi in der Vergangenheit wie ein Heimrennen. "Ich bin über die IDM groß geworden. Deshalb ist dieser Grand Prix das Rennen, das ich am ehesten als Heimrennen bezeichnen würde", kommentiert der Schweizer. Was wäre Lüthis Wunsch für 2019? "Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich den Hockenheimring wählen, weil es geografisch näher an der Schweiz ist."

Der ehemalige IDM-Pilot kennt den Nürburgring und den Hockenheimring. Ist der Nürburgring nicht die bessere Strecke für Motorräder? "Da würde ich auch zum Hockenheimring tendieren, denn am Nürburgring ist das Wetter immer schlecht (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt er. Dass die MotoGP 2019 nicht nach Sachsen zurückkehrt hätte aber einen Beigeschmack, ist Lüthi überzeugt: "Es ist Wahnsinn, was hier in der Region in Sachen Motorrad abgeht, aber es wäre vielleicht auch schön, woanders zu fahren", so der Grand-Prix-Sieger.

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Rennserie MotoGP
Autor Sebastian Fränzschky
Artikelsorte News