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Seit Juli ungeschlagen: Ist die Ducati aktuell das beste Bike?

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Seit Juli ungeschlagen: Ist die Ducati aktuell das beste Bike?
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12.09.2018, 08:21

Ducati ist in der MotoGP seit der Sommerpause ungeschlagen - Die Antwort auf die Frage, ob man aktuell das beste Bike habe, ist aber trotzdem gar nicht so einfach

Marc Marquez fährt unaufhaltsam seinem fünften MotoGP-Titel entgegen. Der Spanier beendete das Rennen in Misano am Wochenende zwar nur auf Rang zwei, konnte seinen Vorsprung in der WM damit aber trotzdem weiter ausbauen. Er liegt nun bereits 67 Punkte - also fast drei Rennsiege - vor seinem engsten Verfolger Andrea Dovizioso. Und das obwohl Marquez nun bereits seit rund zwei Monaten sieglos ist.

Seinen bis heute letzten Erfolg in der Königsklasse feierte Marquez am 15. Juli beim letzten Rennen vor der Sommerpause auf dem Sachsenring. In Brünn, Spielberg und Misano triumphierte anschließend jeweils Ducati. Die Italiener und Honda stehen damit jetzt jeweils bei sechs Saisonsiegen. Das Pendel schlug in den vergangenen Wochen aber klar in Richtung Rot aus.

Ist die Desmosedici also aktuell das beste Motorrad im Feld? Marquez selbst erklärt, dass ein solcher Vergleich schwierig sei, weil er aus eigener Erfahrung schließlich nur die Honda kenne. Trotzdem schildert er seinen persönlichen Eindruck und erklärt: "Im ersten Abschnitt der Saison, in den ersten vier oder fünf Rennen, hatte ich das beste Motorrad. Jetzt sieht es so aus, als sei die Ducati das beste Bike."

Nachdem Dovizioso den Saisonauftakt in Katar gewinnen konnte, folgten vier Honda-Siege in Serie. Dreimal triumphierte Marquez, einmal Cal Crutchlow. Der Brite erklärt diplomatisch: "Jedes Bike hat immer Stärken und Schwächen." Er sei davon überzeugt, dass Honda ein "sehr starkes Bike" und ein besseres Motorrad als noch 2017 habe. "Wir sind auf jeder Rennstrecke schnell", erklärt der Argentinien-Sieger.

Ducati und Honda nicht perfekt

"Im vergangenen Jahr hatten wir auf einigen Strecken mehr Probleme. Jetzt sieht es so aus, als könnten wir auf jeder Strecke in den Top 5 oder Top 6 sein", so Crutchlow. Unter anderem seien Fortschritte beim Motor gelungen. "Aber ich denke, dass wir noch immer das gleiche Problem haben", erklärt Crutchlow in diesem Zusammenhang. Perfekt sei die RC213V nämlich nicht.

"Wir profitieren extrem beim Bremsen, dann das ist die Stärke des Bikes. Darum stürzen wir aber auch (häufiger; Anm. d. Red), weil wir die Front so sehr pushen", beschreibt er. Die Ducati habe ihre große Stärke dagegen beim Beschleunigung aus den Kurven heraus. Doch auch die Desmosedici sei keinesfalls in jedem Bereich perfekt. Eine Einschätzung, die auch Misano-Sieger Dovizioso teilt.

"Ich denke, dass das ganz normal ist", erklärt "Dovi" und erinnert daran, dass jedes Motorrad Stärken und Schwächen habe. So neige die Ducati zum Beispiel weiterhin zum Untersteuern. "Es ist ziemlich schwierig, das Motorrad in allen Bereichen zu optimieren", weiß Dovizioso, der bereits seit 2013 für die Italiener fährt. Der dienstälteste Ducati-Pilot versichert: "Die DNA der Ducati ist noch immer die gleiche."

Kleinigkeiten machen den Unterschied

In den vergangenen Jahren habe man es allerdings geschafft, viele Schwächen auszubessern. "Es sind kleine Veränderungen. Aber wenn alles zusammenpasst, dann kann das einen Unterschied machen", erklärt der 32-Jährige. So habe es zuletzt auch "keine großen Änderungen" an der GP18 gegeben. Vielmehr sei es das Zusammenspiel aus vielen einzelnen Faktoren, das Ducati aktuell so stark mache.

Dazu zählen zum Beispiel Reifen und Elektronik. "Wenn man eine sehr gute Basis hat, dann ist es sehr schwierig, große Fortschritte zu machen. Man muss sich Schritt für Schritt verbessern und an den Details arbeiten", berichtet Dovizioso und erinnert außerdem: "Es ist immer die Mischung aus Fahrer und Motorrad." So brauchte Teamkollege Jorge Lorenzo beispielsweise mehr als ein Jahr, um auf der Ducati auf das Level von Dovizioso zu kommen.

Auf die Frage, ob die Ducati nun das beste Motorrad in der MotoGP sei, antwortet "Dovi" daher nur mit einem Schulterzucken: "Niemand kann das wirklich wissen." Und für Marquez spielt das ohnehin nur eine untergeordnete Rolle."Ich vergrößere meinen Vorsprung in der Meisterschaft auch, wenn ich nicht gewinne", erinnert er an die vergangenen Rennen. Der WM-Titel 2018 ist ihm kaum noch zu nehmen - schlechteres Motorrad hin oder her.

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Autor Ruben Zimmermann