Fokus auf 2018: Tech 3 in Yamaha-Testarbeit eingebunden

Johann Zarco wird beim Valencia-Test in die Arbeit des Yamaha-Werksteams eingebunden, um das straffe Testprogramm abzuarbeiten. Welche Motorrad-Spezifikation erhält Tech 3 für die Saison 2018?

Bei Yamaha liegt der Fokus nach der enttäuschenden MotoGP-Saison bereits auf 2018. Im Anschluss an das Saisonfinale in Valencia finden auf dem Circuit Ricardo Tormo am Dienstag und Mittwoch die ersten Wintertestfahrten statt. Das japanische Team hat viel Arbeit zu erledigen und will an diesen beiden Tagen die Richtung für das 2018er-Bike festlegen. Auch das Kundenteam Tech 3 ist in diese Testarbeit eingebunden. Aber nur Johann Zarco wird mithelfen und Valentino Rossi und Maverick Vinales unterstützen.

Nachdem vor zwei Wochen in Malaysia klar wurde, dass Jonas Folger für Valencia noch nicht fit ist, bat Yamaha Tech 3 um einen weiteren Renneinsatz von Michael van der Mark. "Dann fragte ich nach dem Test", schildert Tech-3-Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Sie sagten, dass es für den Test besser ist, wenn wir uns auf die drei Fahrer konzentrieren, die die ganze Saison bestritten haben, um den Testplan abzuarbeiten und die Richtung für das 2018er-Bike festzulegen."

Da van der Mark nur einspringt und sich in erster Linie um das Yamaha-Projekt in der Superbike-WM kümmert, wo ebenfalls noch im November in Jerez getestet wird, fand Yamaha, dass er beim MotoGP-Test keine große Hilfe wäre. "Es ist zu 100 Prozent eine Entscheidung von Yamaha Japan", betont Poncharal. "Mein Team wäre bereit. Die Mannschaft von Jonas, die sich an diesem Wochenende um Michael kümmert, ist hier." Ende November testen Yamaha und Tech 3 noch privat in Sepang. Ob Folger dort dabei sein wird, steht noch nicht fest.

Mit welcher Spezifikation fährt Tech 3 2018?

Eine entscheidende Frage ist auch, welche Spezifikation Tech 3 im nächsten Jahr erhalten wird. In dieser Saison fuhren Zarco und Folger mit älteren Motorrädern dem Werksteam oft um die Ohren. "Eine gute Frage", meint Teammanager Lin Jarvis. "Heute kann ich noch nicht sagen, welche Spezifikation wir Tech 3 zur Verfügung stellen werden. Unsere Strategie wird grundsätzlich gleich bleiben." Dass Zarco bei den anstehenden Tests voll in das Yamaha-Programm eingebunden wird, ist ein Zeichen für die enge Zusammenarbeit.

Yamaha geht es in erster Linie darum, wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren. Jarvis sagt: "Wichtig ist, dass wir generell festlegen, welche Spezifikation wir im nächsten Jahr verwenden werden. Normalerweise erhält Tech 3 immer die Motorräder vom Vorjahr. In diesem Jahr haben wir viele Entwicklungsschritte gemacht und wir müssen entscheiden, was unsere Basisspezifikation sein wird. Tech 3 wird von einem Bike, das auf sehr, sehr hohem Level ist, profitieren. Das heißt aber nicht, dass es die gleiche Spezifikation von Maverick und Valentino ist."

Poncharal sieht dieses Thema gelassen: "Vielleicht bist du schockiert das zu hören, aber es kümmert mich nicht. Manche Leute sagen, dass ich nicht genug Unterstützung erhalte, aber es ist gut genug, um das zu tun, was wir tun müssen. Ich vertraue immer Yamaha und sie enttäuschen mich nie. Sie geben uns was wir brauchen, um unsere Mission zu erfüllen. Ich verstehe, dass es die Priorität eines Werksteams ist, dass ihr Team Rennen und die Weltmeisterschaft gewinnt. Ich lasse sie arbeiten und entwickeln."

Nach den beiden Tests in Valencia und Sepang beginnt Anfang Dezember die Winterpause. In Japan werden dann die Motorräder für die neue Saison vorbereitet. "Dann werden wir sehen, was wir Ende Januar in Sepang erhalten werden", so der Tech-3-Teamchef. "Es ist ihre Entscheidung. Ich leite mein Team, aber die technische Entscheidung liegt bei Yamaha. Ich mache mir keine Sorgen. Wir arbeiten gut zusammen und ich vertraue darauf, dass mir Yamaha das bestmögliche Material gibt."

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