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Valencia: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Valencia: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat
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18.11.2019, 06:52

Ducati rutscht beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia der Gewinn der Teamwertung durch die Hände - Zudem verspielt man Platz zwei in der Herstellerwertung

Liebe Motorradfreunde,

die MotoGP-Saison 2019 ist Geschichte. Aus sportlicher Sicht wurde uns am finalen Renntag kein allzu spannender Abschluss geboten. Zum zwölften Mal in der abgelaufenen Saison setzte sich Weltmeister Marc Marquez gegen seine Kollegen durch und verabschiedete sich mit einem guten Gefühl in die Wintertest-Saison (zum Rennbericht).

Im Lager von Ducati gab es in Valencia wenig Grund für eine ähnlich positive Stimmung. Neben dem Titel in der Teamwertung rutschte Ducati auch noch Platz zwei in der Herstellerwertung durch die Hände (zum Gesamtstand).

Vorjahressieger Andrea Dovizioso verpasste als Vierter das Podium und musste sich Pramac-Pilot Jack Miller geschlagen geben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Luigi Dall’Igna und einige seiner Ducati-Corse-Mitarbeiter nicht besonders gut geschlafen haben nach der Niederlage beim Saisonfinale.

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Luigi Dall'Igna, Ducati Team

Luigi Dall'Igna, Ducati Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Gigi Dall'Igna, Ducati Team General Manager

Gigi Dall'Igna, Ducati Team General Manager
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Gigi Dall'Igna

Gigi Dall'Igna
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Gigi Dall'Igna

Gigi Dall'Igna
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Gigi Dall'Igna

Gigi Dall'Igna
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Gigi Dall'Igna

Gigi Dall'Igna
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Womit wir bei der letzten Montags-Kolumne der Saison wären. Seit dem Österreich-Grand-Prix im August konnte Ducati kein Rennen mehr gewinnen. WM-Kandidat Dovizioso holte in diesem Jahr nur zwei Siege. Im Vergleich zu Marquez’ zwölf Siegen wird klar, warum der Italiener erneut den Kürzeren zog.

Dovizioso hat satte 151 Punkte Rückstand auf Marquez

Zum dritten Mal in Folge nur Vizeweltmeister. Und genau genommen war Platz zwei für Dovizioso in der abgelaufenen Saison noch geschmeichelt. Zu Saisonbeginn war Yamaha noch nicht auf Augenhöhe zu Ducati, doch das änderte sich im finalen Saisondrittel.

Yamaha-Pilot Maverick Vinales musste drei unverschuldete Ausfälle hinnehmen und übertrieb es in Australien, als er gegen Marquez um den Sieg kämpfte. Suzuki-Pilot Alex Rins katapultierte sich einige Male selbst ins Kiesbett, während Dovizioso mit Ausnahme der Rennen in Barcelona und Silverstone zuverlässig punktete.

Ich vermisse bei Dovizioso die Angriffslustigkeit, die er 2017 zeigte, als die Meisterschaft erst beim WM-Finale entschieden wurde. Bereits im Vorjahr verlor Dovizioso vorzeitig den Anschluss an Marquez. In diesem Jahr war Marquez’ Dominanz noch größer. Offensichtlich hat "Dovi" realisiert, dass er gegen den wohl besten MotoGP-Fahrer der letzten Jahrzehnte unter diesen Umständen chancenlos ist.

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Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Danilo Petrucci, Ducati Team, Jack Miller, Pramac Racing, Andrea Dovizioso, Ducati Team

Danilo Petrucci, Ducati Team, Jack Miller, Pramac Racing, Andrea Dovizioso, Ducati Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

"Vor der Saison war unser Ziel, um die Meisterschaft zu kämpfen und den Titel zu holen. Das gelang uns nicht. Wir können also nicht zufrieden sein", bilanziert Dovizioso seine Saison. Der Neustart steht kurz bevor. Mit dem Testbeginn am Dienstag ist die Saison 2019 abgehakt. Ab dann dreht sich alles um die neue Saison.

Was hat Ducati für 2020 in der Pipeline?

Welche Erwartungen ich an 2020 habe? Ehrlich gesagt sehe ich momentan wenig Hoffnung, dass Ducati an Marquez’ Dominanz rütteln kann. Von 2019 zu 2020 gibt es keine Regeländerungen, die das Kräfteverhältnis ins Wanken bringen könnten. Der Spielraum für Verbesserungen an der Desmosedici ist überschaubar.

Auf den Geraden gibt es keine Überlegenheit mehr. Vielleicht finden die Ingenieure für 2020 noch ein paar zusätzliche PS. Dabei müssen sie aber aufpassen, die Fahrbarkeit nicht zu sehr zu vernachlässigen, denn unterm Strich entscheidend ist ein guter Kompromiss. Ich hoffe, dass sich Dall’Igna nicht in den Details verliert, wie es 2019 vermutlich der Fall war.

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Hinterradverkleidung: Ducati Desmosedici GP19

Hinterradverkleidung: Ducati Desmosedici GP19
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Foto: : Oriol Puigdemont

Dashboard: Ducati Desmosedici GP4

Dashboard: Ducati Desmosedici GP4
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Foto: : Ducati Corse

Winglet an der Schwinge: Ducati Desmosedici GP19

Winglet an der Schwinge: Ducati Desmosedici GP19
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Foto: : Miquel Liso

Kamera: Ducait Desmosedici GP19

Kamera: Ducait Desmosedici GP19
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Verkleidung: Ducati Desmosedici GP19

Verkleidung: Ducati Desmosedici GP19
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Winglet: Ducati Desmosedici GP19

Winglet: Ducati Desmosedici GP19
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Winglet: Ducati Desmosedici GP19

Winglet: Ducati Desmosedici GP19
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Winglet: Ducait Desmosedici GP19

Winglet: Ducait Desmosedici GP19
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Im vierten Freien Training demonstrierte Marc Marquez, wie unwichtig die aufwendig konstruierten Aero-Teile wirklich sind. Mit einem abgebrochenen Flügel fuhr er im FT4 Bestzeiten und scherzte nach dem Qualifying über die vielen Millionen Euro Entwicklungskosten für die aus ästhetischer Sicht fragwürdigen Anbauten. Ich bin gespannt, ob Ducati im Winter neue Aero-Überraschungen parat hat oder ob die 2020er-Desmosedici mit ihren inneren Werten überzeugt.

Transfermarkt: Welcher Fahrer ist Ducatis Zukunft?

Mit Blick in die Zukunft muss sich Ducati zudem fragen, ob man auf die richtigen Fahrer setzt. Ich bin ein großer Bewunderer von Danilo Petruccis lockerer Art und Weise und mag seinen Humor. Zudem finde ich es großartig, wie er aus der Superstock-Meisterschaft in die MotoGP kam und in dieser Saison sein großes Ziel erreichte, indem er beim Heimrennen in Mugello triumphierte. Er ist der absolute Gegenentwurf zu den Moto2-Teenies, die aktuell so hoch im Kurs stehen. Das mag ich.

Aber ich bin überzeugt, dass sich Ducati mit Petrucci keinen Gefallen tut. Nach den Querelen mit Jorge Lorenzo wollte Ducati Harmonie ins Team bringen. Sie wollten Marquez als Team schlagen. Der Gedanke ist gut, aber ich habe den Eindruck, dass Dovizioso härter arbeitete, als Lorenzo in der Nachbar-Box saß. Petrucci bringt Harmonie ins Team, treibt seinen Teamkollegen aber nicht zu Höchstleistungen an, wie es ein absoluter Spitzenfahrer machen würde.

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Jack Miller, Pramac Racing

Jack Miller, Pramac Racing
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Jack Miller, Pramac Racing, Danilo Petrucci, Ducati Team

Jack Miller, Pramac Racing, Danilo Petrucci, Ducati Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

3. Jack Miller, Pramac Racing

3. Jack Miller, Pramac Racing
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3. Jack Miller, Pramac Racing

3. Jack Miller, Pramac Racing
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

3. Jack Miller, Pramac Racing

3. Jack Miller, Pramac Racing
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Jack Miller, Pramac Racing, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Jack Miller, Pramac Racing, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Und um Marquez zu schlagen, muss Dovizioso mehr als 100 Prozent geben. Vielleicht würde es schon helfen, wenn Jack Miller den Platz von Petrucci übernimmt. Mit fünf Podestplätzen hat Miller seine bisher beste MotoGP-Saison abgeliefert. An guten Tagen ist er der schnellste Ducati-Pilot. Doch andererseits sehe ich im verrückten Australier keinen konstanten Marquez-Herausforderer. Lohnt es sich also, alles auf diese Aktie zu setzen?

Im vergangenen Winter hatte ich große Hoffnungen, dass Moto2-Champion Francesco Bagnaia der richtige Mann sein könnte für Ducati. Ungewohnt viele Stürze und Platz 15 in der Meisterschaft zeigen, dass Bagnaia noch nicht in der MotoGP angekommen ist.

In der neuen Saison bekommt der Italiener eine aktuelle Ducati. Gelingt ihm damit keine deutliche Steigerung, dann befürchte ich, dass es sein Stil ist, der mit der Desmosedici nicht kompatibel ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass Mentor Valentino Rossi dann alles versuchen wird, um sein Supertalent bei Yamaha unterzubringen.

Wer tritt bei Ducati in Andrea Doviziosos Fußstapfen?

Zuletzt wurde viel spekuliert, welcher Fahrer die Zukunft von Ducati sein wird. Es fiel der Name Maverick Vinales. Aber auch mit Marc Marquez gab es Gespräche. Ich befürchte, dass Andrea Dovizioso seine beste Chance bereits hatte und nicht mehr in der Lage sein wird, mit Ducati die WM zu gewinnen. Es würde mich nicht überraschen, wenn "Dovi" Ende 2020 im Alter von 34 Jahren die MotoGP-Bühne verlässt.

Ducati darf aus sportlicher Sicht nicht den gleichen Fehler machen wie Yamaha im Fall von Valentino Rossi und zu lange an einem Routinier festhalten, der seine besten Tage schon vor einigen Jahren erlebt hat.

Ich sage nicht, dass Dovizioso und Rossi zum alten Eisen gehören, aber wenn man einen Marquez besiegen will, dann muss man unbequeme Entscheidungen treffen und die Komfortzone verlassen. Ich bin gespannt auf die Saison 2020 und noch mehr gespannt auf die Saison 2021.

In genau einem Jahr wissen wir dann auch, wer mit einem guten Gefühl in die Wintertest-Saison 2020/2021 geht.

Ihr,
Sebastian Fränzschky

 

P.S.: Die Kolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" finden Sie auf unserer Schwesterseite Motorsport-Total.com. Dieses Mal thematisiert Juliane Ziegengeist das Abschiedsrennen von Jorge Lorenzo.

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