Valentino Rossi trotz Aufholjagd in Katar mit Sorgenfalten

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Valentino Rossi trotz Aufholjagd in Katar mit Sorgenfalten
Autor:
Co-Autor: Oriol Puidgemont
10.03.2019, 23:48

Dank neuer Abstimmung seiner Yamaha gelang Valentino Rossi in Katar der Sprung von P14 in die Top 5, trotzdem blickt er mit Sorge auf die noch junge MotoGP-Saison

Noch am Samstag hatte Valentino Rossi nach seinem desaströsen Qualifying ein Comeback von Startplatz 14 im Rennen so gut wie ausgeschlossen. Doch dass der Yamaha-Star am Rennsonntag meist noch eine Schippe drauflegen kann, hat er in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt und auch beim MotoGP-Saisonauftakt in Katar erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Fotos: MotoGP-Saisonauftakt 2019 in Losail

Ergebnisse: MotoGP-Saisonauftakt 2019 in Losail

Dem "Doktor" gelang eine Aufholjagd, die er wohl selbst so nicht erwartet hatte. Von Position 14 gestartet, lief Rossi als Fünfter im Ziel ein, und das nur sechs Zehntelsekunden hinter dem Rennsieger Andrea Dovizioso (Ducati). Der geringe Abstand war sicherlich auch der insgesamt langsamen Rennpace geschuldet, aber vor allem der Arbeit des Teams an Rossis M1 zu verdanken.

"Wir haben von Samstag auf Sonntag an der Abstimmung des Motorrads gearbeitet und für das Rennen einige Anpassungen vorgenommen", bestätigt Rossi. "Das hat gut funktioniert und ich bin glücklich, denn es war ein gutes Rennen und ich habe mich wohl gefühlt auf dem Motorrad." Bereits am Start war es dem Italiener gelungen, einige Plätze gut zu machen (Rennbericht hier).

Sonntagsfahrer Rossi im Rennen beste Yamaha

Schon nach einer Runde fuhr er auf Rang zehn, kämpfte sich danach Stück für Stück nach vorn und hielt stets den Anschluss zur Führungsgruppe. Der Verschleiß am Vorderreifen, über den Rossi in den kühleren Trainingssessions noch geklagt hatte, schien ihm nicht mehr so große Probleme zu bereiten. Für den Katar-GP hatte er die Medium-Mischung gewählt - wie auch die spätere Top 3.

 

Von der schwächsten Yamaha am Samstag mauserte sich Rossi im Rennen zur besten. Denn Teamkollege Maverick Vinales konnte seine Pole-Position nicht nutzen und wurde nur Siebter. Die Yamaha-Privatiers Franco Morbidelli und Fabio Quartararo liefen auf den Positionen elf und 16 ein, hatten sich am Tag zuvor aber noch deutlich vor Rossi qualifiziert.

Die Steigerung wertet der "Doktor" als durchaus positiv, merkt jedoch an: "Das Problem ist, dass wir hinter Ducati, Honda, einer Kundenhonda und einer Suzuki ins Ziel gekommen sind. In diesem Jahr ist Suzuki sehr stark. Cal (Crutchlow; Anm. d. R.) war schon im Vorjahr stark. Diesmal konnte ich mit ihm kämpfen, wir sind also in auf einem ähnlichen Level. Den größten Sprung hat Suzuki gemacht."

Rossi: Entwicklung bei Yamaha

Valentino Rossi

Rossi hat mit seiner Yamaha dieselben Probleme wie schon 2018

Rossi selbst sieht sich mit Yamaha hingegen auf der Stelle treten. "Wir sind im Moment mehr oder weniger auf demselben Niveau wie 2018. Zwar ist der fünfte Platz ein solides Ergebnis, noch dazu mit nur 0,6 Sekunden Rückstand. Aber auf dieser Strecke sind wir immer gut, deshalb müssen wir weiter arbeiten, weil wir sonst auf anderen Kursen einige Probleme bekommen könnten."

Zwar habe sich Yamaha in manchen Bereichen verbessern können, aber noch immer mit fehlendem Grip am Hinterrad zu kämpfen. Das macht sich vor allem am Kurvenausgang bemerkbar: "Das Problem ist die Beschleunigung aus den Kurven. Die anderen Motorräder, Honda, Ducati, aber auch Suzuki, scheinen hier mehr Grip zu haben und entsprechend mehr Leistung auf den Boden zu bringen."

Deshalb liege Yamaha auch bei den Topspeed-Werten im Vergleich zur Konkurrenz weit zurück, hält Rossi fest. Für das nächste Rennen in Argentinien hofft er auf gute Bedingungen, "vor allem gutes Wetter, denn im vergangenen Jahr war es unglaublich knifflig, halb trocken, halb nass", erinnert sich der Italiener. "Mit den Slicks auf feuchter Strecke war es extrem schwierig zu fahren."

Angesprochen auf sein Alter - in Katar fuhr Rossi seinen ersten Ü40-Grand-Prix - sagt er selbstbewusst: "Ich fühle mich gut, auch körperlich. Diesen Winter habe ich hart trainiert und konnte über die 22 Runden hier mein Maximum geben. Ich muss aber auch sagen, dass diese Strecke bei Nacht physisch nicht so anstrengend ist. Aber ich bin in guter Form - auch wenn es etwas schwieriger ist als mit 20."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Juliane Ziegengeist
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