Was wäre für Vinales mit Ducati oder Honda drin? "Denke täglich drüber nach"

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Was wäre für Vinales mit Ducati oder Honda drin?
Autor: Mario Fritzsche
Co-Autor: Oriol Puigdemont
25.10.2018, 14:58

Maverick Vinales sinniert kurz vor Ende einer enttäuschenden Saison über "was wäre, wenn" und über schlechte Kommunikation bei Yamaha - Zustimmung von Valentino Rossi

Gewinnt Yamaha auch bei den letzten drei Rennen der MotoGP-Saison 2018 nicht, dann wird für den japanischen Hersteller die erste sieglose Saison seit 2003 notiert. Ganz so weit ist es noch nicht, aber Valentino Rossi und Maverick Vinales halten den Ball auch vor dem Grand Prix von Australien an diesem Wochenende eher flach. Rossi hofft auf einen Podestplatz, Vinales redet gar nicht erst von konkreten Platzierungen.

"Ich will die Saison einfach so gut es geht beenden und dann meinen Kopf freibekommen. Nach einer Saison mit so vielen schlechten Rennen ist der Kopf einfach schwer und die Saison fühlt sich umso länger an, wenn es nicht läuft", bringt Vinales seine Enttäuschung auf den Punkt. In der aktuellen MotoGP-Gesamtwertung liegt der Spanier mit 30 Punkten Rückstand auf Teamkollege Rossi an vierter Stelle.

Valentino Rossi und Maverick Vinales sind beide bis Ende 2020 an Yamaha gebunden

Valentino Rossi und Maverick Vinales sind beide bis Ende 2020 an Yamaha gebunden

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Auf die Frage, ob er manchmal darüber nachdenkt, was er mit einer Honda oder einer Ducati erreichen könnte, antwortet Vinales ganz direkt. "Ich denke jeden Tag darüber nach, welche Ergebnisse ich mit diesen Bikes erzielen könnte. Doch das hilft mir in meiner Situation nicht weiter. Ich habe einen [neuen] Zweijahresvertrag unterschrieben," so der Spanier mit Verweis auf die Tatsache, dass er genau wie Teamkollege Rossi bis einschließlich der Saison 2020 an Yamaha gebunden ist.

"Ich denke zwar jeden Tag darüber nach, aber was bringt es? Ich bin hier und muss mit dem arbeiten, was ich zur Verfügung habe. Es gibt keine Ausreden", so Vinales, der seine Hoffnungen längst auf 2019 verlagert hat und daher die Testfahrten im November in Valencia und Jerez herbeisehnt: "Ich muss es schaffen, vom ersten Test in Valencia an ein sehr gutes Bike für mich zu kreieren."

Doch in diesem Zusammenhang merkte der Spanier, der im Winter 2016/17 von Suzuki zu Yamaha kam, bereits am Mittwoch an, dass "die Kommunikation bei Suzuki auf einem ganz anderen Level war als bei Yamaha" und dass bei Suzuki konkret auf seine Wünsche eingegangen wurde. Bei Yamaha hingegen sei dies schwierig, weil es "zwei starke Fahrer gibt, die die Meisterschaft gewinnen können" und es "daher auch zwei Meinungen gibt".

Yamaha-Krisensitzung bislang ohne Ergebnis

Vinales' Vertrauen in die Yamaha-Techniker scheint jedenfalls nicht allzu groß. Denn im Anschluss an den Grand Prix von Japan in Motegi am vergangenen Wochenende wurde ein Meeting angesetzt, bei dem nicht nur Techniker, sondern auch Führungskräfte aus Itawa anwesend waren. Auch Rossi war bei diesem Treffen dabei. Die erhofften Antworten blieben jedoch für beide Piloten aus.

"Ich wollte einfach wissen, warum ich [in Motegi] langsam war. Ich wollte, dass sie mir das erklären. Und solange sie das nicht tun, wollte ich nicht aufstehen", betont Vinales mit Nachdruck, um allerdings auch anzumerken, dass besagtes Treffen "nicht länger als normal" dauerte.

"Die Erklärungen haben mich nicht überzeugt. Sie wollten gehen, aber ich wollte nicht gehen, bevor ich eine Erklärung habe", so der Spanier, der zu Beginn der Saison 2017 als damaliger Yamaha-Neuzugang auf Anhieb drei der ersten fünf Rennen gewonnen hatte. Wenig später begann für ihn der Abwärtstrend, der 2018 bislang nur durch einen zweiten und drei dritte Plätze vorübergehend aufgehalten wurde.

Vinales und Rossi: Finden sie eine gemeinsame Richtung für 2019?

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Teamkollege Rossi stimmt Vinales bezüglich des jüngsten Meetings zu. "Eine Woche nach Japan gibt es immer noch keine Neuigkeiten von Yamaha. Wir wissen nach wir vor nichts", bemerkt der Italiener, der bei der Dutch TT in Assen 2017 für den bislang letzten Yamaha-Sieg gesorgt hatte. Auch er setzt seine Hoffnungen auf Besserung auf die Saison 2019.

Für Vinales aber steht angesichts der aktuellen Krise eines fest: "Ich werde mir keinen anderen Fahrstil aufzwingen. Das habe ich voriges Jahr gemacht und es hat nicht funktioniert." Der Spanier hofft somit weiter, dass man bei Yamaha auf eine Art und Weise auf seine Wünsche eingeht, wie es bei Suzuki der Fall war. Ob Rossi seinem Teamkollegen auch in diesem Fall zustimmen wird, bleibt abzuwarten...

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